: Martin Olden
: Kommissar Platow, Band 1: Sieben Schüsse im Stadtwald Kriminalroman
: mainebook Verlag
: 9783946413172
: Kommissar Platow
: 1
: CHF 1.80
:
: Historische Kriminalromane
: German
: 100
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Frankfurt, Mitte der 70er Jahre. Die Kriminalität boomt. Drogen. Terrorismus. Bandenkriege. Mittendrin: Kommissar Joachim 'Joe' Platow. Gemeinsam mit seinem Assistenten Mike Notto und Schutzhündin Abba kämpft er gegen das Verbrechen. Dabei wird Platow immer wieder von seinem persönlichsten Fall eingeholt - seine Ex-Verlobte Petra, die sich der RAF angeschlossen hat ... Band 1: Ein wohlhabender Banker. Gnadenlos hingerichtet vor den Toren Frankfurts. Georg Dietrich war beliebt gewesen, hatte scheinbar keine Feinde. Wer steckte hinter dem feigen Mord? Ein unzufriedener Kunde? Eine Gangster-Bande? Terroristen? Als ob mich dieses Rätsel nicht genug beschäftigt hätte, musste ich auch noch das Temperament meines neuen Partners im Zaum halten ... Die gesamte Serie ist erschienen: Band 1 'Sieben Schüsse im Stadtwald', Band 2 'Das Grab am Kapellenberg', Band 3 'Endstation Hauptwache', Band 4 'Der Westend-Würger', Band 5 'Blutnacht im Brentanopark', Band 6 'Frau Wirtins letzter Gast', Band 7 'Geiselnahme in der Goethestraße', Band 8 'Der Rächer aus der Römerstadt', Band 9 'Geschändet am Frankfurter Kreuz', Band 10 'Abrechnung in Bankfurt', Band 11 'Die Sünderin vom Schaumainkai', Band 12 'Das Phantom aus dem Palmengarten', Band 13: 'Zahltag auf der Zeil', Band 14 'Der Kerker im Kettenhofweg' und Band 15 'Letzte Ausfahrt Frankfurt-Süd'

Martin Olden ist das Pseudonym des Journalisten und Kinderbuchautors Marc Rybicki. Er wurde 1975 in Frankfurt am Main geboren und studierte Philosophie und Amerikanistik an der Goethe-Universität. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Rybicki als Filmkritiker für das Feuilleton der 'Frankfurter Neuen Presse'. Ebenso ist er als Werbe- und Hörbuchsprecher tätig. Im Jahr 2013 veröffentlichte er zudem seinen ersten Thriller 'Frankfurt Ripper'. Weitere Titel von Marc Rybicki sind die Kinderbücher 'Mach mich ganz', 'Wer hat den Wald gebaut?', 'Wo ist der Tannenbaum?' und 'Graue Pfote, Schwarze Feder'.

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Am selben Abend…

23 Uhr. Wer um diese Zeit das„Zero“ in der Schillerstraße betrat, suchte nach einem Gewinn am Spieltisch. Ich suchte nach einem Verbrecher. Sein Name war Simon Zapatka. Ein Mann Anfang dreißig, genau wie ich. Damit endeten die Gemeinsamkeiten. Alle nannten ihn„Zappa“, weil er dem Rockmusiker Frank Zappaähnlich sah. Dunkle Locken bis zu den Schultern, hageres Gesicht, dichter Schnauzbart. Zappa war in vielen Branchen tätig. Drogenhandel, Prostitution, Glücksspiel. Auf sein Konto gingen vermutlich mehr als ein halbes Dutzend Morde. Auch Klaus Budens, mein Partner, zählte zu seinen Opfern. Doch man hatte Zappa nie etwas Stichhaltiges nachweisen können. Bis heute.

Ein stämmiger Empfangschef begrüßte mich. Ich erklärte ihm, warum ich gekommen war. Er wollte meinen Dienstausweis sehen. Ich zog ihn aus der Innentasche meines Anzugs. Laut und falsch las er meinen Namen ab.„JoachimPlatof?“

„Platow. Gesprochen Plato“, korrigierte ich.„Dasw ist stumm. Wie in Pankow.“

„Pankow… verstehe. Kommen Sie aus der Ost-Zone?“

Die Frage hatte ich schon hundertfach gehört. Pflichtschuldig erwiderte ich sein Lächeln.„Nein, ich bin ein waschechter Frankfurter Kommissar. Würden Sie jetzt so freundlich sein, mich zu Zappa zu führen?“

„Ein Herr mit diesem Namen ist mir nicht bekannt.“

„Natürlich nicht. Genauso wenig betreiben Sie illegale Spielchen in Ihrem Hinterzimmer.“ Ich lächelte noch immer.„Lassen wir doch das Versteckspiel, okay? Wir wissen aus gut informierter Quelle, dass er heute Abend hier ist. Bringen Sie mich zu ihm. Dann lasse ich Ihr hübsches Etablissement vielleicht nicht sofort schließen.“

Der Concierge grunzte mürrisch, bevor er mich durch den verrauchten Salon lotste. Wir gingen an Kartentischen und Spielautomaten entlang. Die Einarmigen Banditen waren nicht die einzigen anwesenden Ganoven. Aus den Visagen etlicher Spieler blickte mir geballte Zuchthauserfahrung entgegen. Das„Zero“ war der Treffpunkt der Unterwelt. Hier versammelte sich, wer in Marseille schon abkassiert hatte, in Neapel auf der Fahndungsliste stand und der israelischen Polizei entkommen war. Auch Zappa stammte aus Jerusalem. Ein Einwanderer, der im Frankfurter Westend hängen geblieben war. Dort hatte er sich zunächst in der Szene der Immobilienspekulanten getummelt. Der Rauschgifthändler prahlte gerne mit seinen Beziehungen zu den einflussreichen Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde. Aber die würden ihm jetzt auch nichts mehr nutzen.

Ich lief hinter dem Empfangschef. Wir gingen an den Toiletten vorbei in einen rechtwinkligen Gang. Vor einer Schiebetür blieb mein Begleiter stehen und klopfte zweimal. Ein Kerl mit der Figur eines Ringersöffnete.

„Polizei“, sagte der Concierge kurz angebunden. Der Andere nickte. Ich betrat das Hinterzimmer. Unser Informant hatte den Raum treffend beschrieben. Kahl wie ein Bunker, fahles Licht, fensterlos. An der linken Seite befand sich eine Tür mit der Aufschrift Notausgang. Zappa saß an einem mit grünem Tuch beschlagenen Tisch. Neben ihm lümmelten ein schielender Lockenkopf und ein vollbärtiger Schlägertyp. Sie hielten Karten in den Händen und schauten s