»Du, Anna, ich habe es doch noch geschafft!« Strahlend fiel Stefanie ihrer Freundin Anna Eckmann um den Hals. »In einem kleinen Nest bei Nizza war noch ein Zimmer frei. Ist das nicht fantastisch?«
»Ich beneide dich, Stefanie!«, gab Anna mit einem tiefen Seufzer zurück. »Für mich wird der Urlaub in diesem Jahr wohl ausfallen müssen. Erst ist der Kühlschrank kaputtgegangen, und jetzt hat auch noch die Waschmaschine den Geist aufgegeben.«
»Urlaub auf Balkonien kann auch seine Reize haben«, erwiderte Stefanie ungerührt und breitete bunte Prospekte vor ihrer Freundin auf dem Schreibtisch aus.
»Du hast gut reden«, meinte Anna und sah Stefanie interessiert über die Schultern. »Wenn ich nach Südfrankreich fahren würde, könnte ich anderen auch leicht Trost spenden.«
»Nur kein Neid, Anna.« Stefanies Augen blitzten vor Übermut. An diesem Tag konnte sie nichts um ihre gute Laune bringen. »Du weißt, wie eisern ich für diese drei Wochen gespart habe. Und dann ist auch noch die Reparatur an Fridolin dazwischengekommen. Da habe ich schon alle meine Felle davonschwimmen sehen. Ich spreche aus Erfahrung, wenn ich vom Urlaub daheim erzähle. Glaub mir, man kann es sich auch auf dem eigenen Balkon gemütlich machen.«
»Sicher.« Anna nickte. »Aber wenn man monatelang nur geschuftet hat, möchte man gern mal etwas anderes sehen, neue Menschen treffen, eine andere Gegend kennenlernen.«
»Dann komm doch einfach mit«, schlug Stefanie vor. »Mein Zimmer hat ein Doppelbett. Über alles Weitere werden wir uns schon einigen.«
Es war Anna anzusehen, wie sehr es in ihr arbeitete. Nur zu gern hätte sie Stefanies Angebot angenommen. Doch dann siegte die angeborene Sparsamkeit.
»So leid es mir tut, Stefanie, aber die Waschmaschine geht vor. Ich kann nicht ständig bei meiner Mutter waschen. Das geht mir fürchterlich auf die Nerven …«
»Mittagspause, meine Damen!«, unterbrach sie eine fröhliche Männerstimme, während die Bürotür krachend aufflog. »Gehen wir zum Italiener oder zum Chinesen?«
»Weder noch«, gab Anna entschlossen zurück. »Heute Mittag gibt es belegte Brote …«
»He, schlecht gelaunt?«, fragte Peter Scholte irritiert und ließ seinen Blick zwischen Stefanie und Anna hin- und herwandern. »So kenne ich Sie ja gar nicht, Anna!«
»Anna bräuchte dringend einen Tapetenwechsel«, erläuterte Stefanie lächelnd. »Aber ihre Waschmaschine macht ihr leider einen Strich durch die Rechnung. Die hat nämlich gerade ihren Geist aufgegeben. Somit herrscht Ebbe in Annas Urlaubskasse.«
»Das tut mir leid.« Peter sah Anna bed