: Paul S. Kemp
: Star Wars™ - Die Sith-Lords
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641190743
: 1
: CHF 2.70
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: Fantasy
: German
: 416
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Hautnah erleben die Leser die ersten Tage von Darth Vader

Anakin Skywalker ist nur noch eine entfernte Erinnerung, Darth Vaders Aufstieg ist unaufhaltsam. Der auserwählte Schüler des Imperators hat seine Treue zur dunklen Seite schnell bewiesen. Dennoch ist die Geschichte der Sith geprägt von Täuschung, Verrat und Schülern, die mit Gewalt die Stelle ihres Meisters an sich reißen wollten – und das wahre Ausmaß von Vaders Treue daher noch unbekannt. Bis jetzt. Als er sich mit Imperator Palpatine auf eine gefährliche Mission begibt, müssen die beiden Sith endlich entscheiden, ob das grausame Band, das sie verknüpft, sie zu siegreichen Verbündeten oder tödlichen Gegenspielern macht.

Paul S. Kemp ist ein Autor bekannterStar-Wars- undForgotten-Realms-Ro ane. Er arbeitet und lebt mit seiner Frau, seinen Zwillingen und mehreren Katzen in Grosse Pointe, Michigan.

1. Kapitel

Vader beendete seine Meditation und öffnete die Augen. Sein blasses, flammenvernarbtes Gesicht starrte ihn vom schwarzen, polierten Transparistahl seiner Meditationskammer entgegen. Ohne die neurale Verbindung mit seiner Rüstung konnte er seine Beinstümpfe spüren, seine verstümmelten Arme, den ewigen Schmerz in seinem Fleisch. Doch er hieß ihn willkommen, denn der Schmerz nährte seinen Hass, und der Hass schenkte ihm Kraft. Als Jedi hatte er einst meditiert, um Frieden zu finden; jetzt meditierte er, um die Klinge seines Zorns zu schärfen.

Geraume Zeit betrachtete er sein Spiegelbild. Die Verletzungen hatten seinen Körper deformiert und gebrochen, aber seinen Geist hatten sie perfektioniert, seine Verbindung mit der Macht gestärkt. Sein Leid hatte ihm zu wahrer Erkenntnis verholfen.

Ein mechanischer Metallarm hielt den Helm seiner Rüstung über seinem Kopf – wie ein Unheil, das sich bald über ihn senken würde. Die Augen der Gesichtsmaske erfüllten viele mit Furcht, aber sie waren nichts verglichen mit den Augen darunter. Sein Blick war ein Lodern kontrollierter Wut in einem Meer aus Narben. Das sekundäre Atemgerät, das noch immer mit seinem Gesicht verbunden war – dasimmer mit seinem Gesicht verbunden war –, verbarg die Überreste seines Mundes, und das Geräusch seiner Atemzüge hallte von den Wänden der Kammer wider.

Mithilfe der Macht aktivierte er den Arm, und der Helm umschloss seinen Kopf mit Metall und Plastahl. Dies war die Hülle, in der er nun existierte. Er genoss das schmerzhafte Stechen, als die neuralen Nadeln des Helms in seinen Schädel und seine Nackenwirbel stachen und sein Körper, sein Geist und seine Rüstung zu einem vernetzten Bewusstsein verschmolzen.

Als Mensch und Maschine eins geworden waren, fühlte er nicht länger das Fehlen seiner Beine oder Arme, die Pein seines Fleisches, aber der Hass blieb, und der Zorn brannte noch immer hell. Dies waren seine ständigen Begleiter, und die Momente, in denen seine Wut am heißesten loderte, waren auch die Momente, in denen er sich am engsten mit der Macht verbunden fühlte.

Mit einer kleinen Willensanstrengung befahl er dem Computer der Rüstung, das primäre und das sekundäre Atemgerät zu verbinden und den Helm am Nacken zu versiegeln. Nun war er völlig eingeschlossen. Nun war er zu Hause.

Einst hatte er die Rüstung gehasst, sie als kalt und fremdartig empfunden, aber inzwischen wusste er es besser. Es war schon immer sein Schicksal gewesen, sie zu tragen, wie es schon immer das Schicksal der Jedi gewesen war, ihre Prinzipien zu verraten. Es war ihm vorausbestimmt gewesen, auf Mustafar gegen Obi-Wan zu kämpfen und zu versagen – denn nur durch di