: Susan Andersen
: Vor Schmetterlingen wird gewarnt
: MIRA Taschenbuch
: 9783862784189
: 1
: CHF 7.10
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 304
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Das Leben, leicht wie ein Schmetterlingstraum? Ava Spencer hat alles erreicht, was sie sich vorgenommen hat: Sie besitzt eine eigene Cateringfirma, hat tolle Freundinnen, ist unabhängig - und die Männer? Vergöttern sie wegen ihrer kurvenreichen Figur! Nur eine alte Wunde ist nie verheilt: Noch immer erinnert sich Ada an jenen Tag, als Highschoolschwarm Cade verkündete, er hätte mit der Dicken geschlafen. Denn diese Dicke war niemand anders als Ada! Und nun ist Cade zurück. Ada, nicht länger die Raupe, sondern ein wunderschöner Schmetterling, schwört süße Rache. Die Gelegenheit kommt schneller als gedacht. Denn Cade braucht ihr altes Herrenhaus, in dem er einen Film drehen will. Und es scheint, dass er auch Ada braucht...



<p>Die New York Times-Bestsellerautorin Susan Andersen wuchs in Seattle auf. Sie hat zwei ältere Brüder, die ihr früh zeigten, wie Männer ticken. Noch heute profitiert sie davon, wenn sie ihre männlichen Protagonisten beschreibt und in witzige Dialoge verstrickt. Mit großem Erfolg: Regelmäßig klettern ihre Romane auf die Bestsellerlisten. Susan Andersen hat einen erwachsenen Sohn und lebt mit ihrem Mann an der amerikanischen Pazifikküste.</p>

PROLOG


Liebes Tagebuch,

ich habe nicht gewusst, dass man solche Schmerzen empfinden und überleben kann.

Country Day School, Oberschulgebäude, vor 13 Jahren

Ava Spencer lief mit schwingenden Hüften auf die Cafeteria zu. Ihre fülligen Schultern bewegten sich zum Takt von „Iris“ in der Goo-Goo-Dolls-Version, die sie im Ohr hatte. Sie hätte sich wohl auch etwas schnellere Musik aussuchen können, aber hey, sie war ganz im Augenblick gefangen und fühlte sich gut.

Richtig,richtig gut.

„Ava! Warte!“

Sie drehte sich um und entdeckte ihre beiden besten Freundinnen, die sich an einer Gruppe Nachzügler vorbeidrängelten, die genau wie Ava zu spät zur zweiten großen Pause kamen. Als sie stehen blieb, um auf die beiden zu warten, hörte sie den Ohrwurm nicht mehr, sondern die alltäglichen Pausengeräusche – quietschende Schuhsohlen auf Linoleum, das gelegentliche Zuschlagen einer Spindtür, das Kinderlachen auf dem Schulhof der unteren Jahrgänge, das mit dem gedämpften Gebrüll der Teenager hinter der Cafeteriatür am Ende des Flurs konkurrierte.

„Was geht ab, Mädel?“, wollte Poppy wissen, die mit großen Schritten auf sie zumarschierte. Ihre Armreifen klimperten, als sie die Hand hob, um sich eine widerspenstige Locke aus dem Gesicht zu streichen. „Du siehst ja ausnahmsweise mal richtig glücklich aus.“

„Im Ernst“, stimmte Jane ihr zu. „Wir sehen dich nicht jeden Tag auf dem Flur tanzen.“

„Ich fühle michso gut.“ Noch ein bisschen besser, und sie würde glatt abheben wie ein Strauß mit Helium gefüllter Luftballons. Sie strahlte ihre Freundinnen an. „Ich würde sogar behaupten, dass ich mich wunderschön fühle.“ Und das war wirklich erstaunlich. An den meisten Tagen fühlte sie sich einigermaßen attraktiv, manchmal auch hübsch. Aber wunderschön? Das kam fast nie vor. Wegen ihres ständigen Kampfes mit ihrem Gewicht benutzte bei ihr zu Hause auch niemand dieses Adjektiv, wenn es um sie ging. Ihre Eltern warfen ihr eher vor, nicht genug zu tun, um den „Babyspeck“ loszuwerden.

„He, aber du bist doch auch schön“, wandte Jane loyal ein. „Ja, ‚sie hat ein hübsches Gesicht‘“, zitierte Ava trocken. „‚Wie schade, dass sie so pummelig / dick / kräftig gebaut ist.‘“ Solche Sachen hatte sie oft genug gehört.

„Du weißt ganz genau, dass Janie das garantiert nicht andeuten wollte“, meinte Poppy. „Sie hat gesagt, du bist schön – und das bist du.“

„Ich liebe euch beide dafür, dass ihr das sagt. Aber die Schöne von uns bist du, Poppy, nicht ich.“ Mit ihren nordisch blonden Haaren und ihrer frisch-fröhlichen Art war Poppy eine Klasse für sich. Sie hätte zur Clique der beliebten Kids gehören können, wenn ihr so etwas wichtig gewesen wäre. Poppy könnte sogar die Anführerin dieser Clique sein, dachte Ava stolz. Sie und Jane hingegen hätten das nie geschafft.

Nicht, dass Jane nicht attraktiv genug gewesen wäre. Aber sie hatte eine schlichte Attrak