: Diana Hamilton
: Mit dir wird eine Märchen wahr...
: Cora Verlag
: 9783862957651
: Julia
: 1
: CHF 2.20
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 160
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Eine hübsche Haushälterin nach der anderen hat der heißblütige italienische Millionär Andreo Pascali an heiratswillige junge Männer verloren. Damit soll jetzt ein für alle Mal Schluss sein! Die Lösung: Er stellt die unscheinbarste Frau ein, die er finden kann- die schüchterne junge Pfarrerstochter Mercy. Alles läuft zu seiner Zufriedenheit, glaubt er. Bis das hässliche Entlein sich völlig unerwartet in einen wunderschönen Schwan verwandelt. Auf einmal kann er selbst Mercy immer weniger widerstehen ...



<p>Diana Hamilton gehört zu den populären britischen Autorinnen für Liebesromane. Seit 1986 wurden über 50 Romane von ihr veröffentlicht. Bereits als Kind trainierte Diana Hamilton ihre Fantasie. Gern wäre das Stadtkind auf dem Land geboren, deshalb verwandelte sie den Baum im Garten des Nachbarn in einen Wald, aus einem Mauerloch wurde ein Hexenhäuschen. Eine Benzinpfütze stellte sie sich als Feenland mit Blumenwiesen, Bergen und Seen vor. Um die verhassten Tätigkeiten im Haushalt angenehmer zu gestalten, erfand sie Geschichten, damit die Zeit schneller verging. Ihre erfundenen Märchen von Prinzessinnen in Rosengärten erzählte sie laut, da sie fand, dass das Erzählen genauso schön war, wie das Lesen der Geschichten in Büchern. Neben der Hausarbeit hasste sie auch die Schule. Obwohl sie die Tage nur durch ihre Träume überstand, sie träumte woanders zu sein, erhielt sie einen guten Abschluss: Eigentlich wollte sie Tierärztin werden, fand sich aber auf einer Kunstschule wieder. Dort begegnete sie ihrem späteren Ehemann Peter, der nach seiner Rückkehr aus dem Korea-Krieg sein Studium wieder aufnahm. Es war Liebe auf den ersten Blick. Sie machte einen Abschluss als Werbetexterin, erhielt einen Job und heiratete. Als sie nach Wales zogen, entdeckte Diana Hamilton ihre Vorliebe für das Bergwandern und Ponytrekking. Vier Jahre später kam die Familie auf einer Wanderung in die Grafschaft Shropshire, sie verliebten sich in die wunderschöne Landschaft. Seitdem wohnen sie dort in einem Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert. Das Haus wurde renoviert und aus einer Wildnis mit Dornenhecken und Brennnesseln entstand ein wunderschöner Garten. Mitte der 1970er Jahre schrieb Diana Hamilton erstmals die Gute-Nacht-Geschichten auf, die sie ihren Kindern erzählte. Sie dachte nie an eine Veröffentlichung ihrer Kurzgeschichten, aber sie schrieb gern. Über 30 Romane brachte sie in den nächsten zehn Jahren zu Papier, sie wurden von Robert Hale, London veröffentlicht. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin zog sie ihre Kinder groß, verschönerte den Garten und kochte für ein Gasthaus im Dorf. Durch diese Arbeiten hatte sie keine Zeit für die gehasste Hausarbeit. Ihr größter Wunsch, eine Veröffentlichung bei Mills& Boon / Harlequin wurde im Jahr 1987 erfüllt, seitdem schrieb sie mehr als 30 Romane für diesen Verlag. Endlich war Diana Hamilton als Autorin angekommen und dieses gute Gefühl wollte sie behalten: Geboren wurde Diana Hamilton in England, sie starb im Mai 2009 in ...

1. KAPITEL


Andreo Pascali verwünschte den Tag, an dem die supertüchtige Mrs. Knox in den Ruhestand getreten und zu ihrer kürzlich verwitweten Schwester nach Kent gezogen war. Ärgerlich überflog er das letzte Bewerbungsschreiben und schob es gereizt beiseite.

„Nicht gerade sehr aussagekräftig.“ Er warf seiner derzeitigen Geliebten Trisha einen missmutigen Blick zu. Sie ahnte zwar noch nichts, aber für ihn war sie bereits Vergangenheit. Denn obwohl er ihr seine Spielregeln von Anfang an unmissverständlich klargemacht hatte, war sie in letzter Zeit sehr anhänglich und besitzergreifend geworden und hatte seine Toleranzgrenze weit überschritten.

Der gestrige Abend war das beste Beispiel dafür gewesen. Andreo war von seiner Werbeagentur nach Hause gekommen, um dort weiter über der Idee für einen TV-Werbespot zu brüten. Irgendwie musste er einen genialen Einfall aus dem Hut zaubern. Etwas, das den unverwechselbaren Pascali-Qualitätsstempel trug, der das angepriesene Produkt garantiert zu einem Verkaufsschlager machen würde. Dass es dabei um etwas so Banales wie eine neue Serie Fertiggerichte ging, erleichterte ihm die Aufgabe nicht gerade.

Dementsprechend hatte es ihn ziemlich genervt, bei seiner Rückkehr Trisha vorzufinden. Sie war nicht nur unangemeldet hereingeschneit, sondern hatte ihm auch noch ein Essen vom Chinesen serviert, das sie offensichtlich seit Stunden im Ofen warm gehalten hatte. Sie hatte sich das Haar zu einem modischen Wuschelkopf frisiert und die Lippen zu einem Schmollmund verzogen, woraufhin sich Andreo verwundert gefragt hatte, ob er sie wirklich einmal amüsant und sexy gefunden hatte.

„Du brauchst dringend eine Ehefrau“, hatte sie ihm allen Ernstes mitgeteilt. „Dann musst du deine kostbare Zeit auch nicht mit diesen langweiligen Vorstellungsgesprächen verschwenden.“

Als er daran dachte, verfinsterte sich Andreos Miene. Mittlerweile sollte Trisha wirklich begriffen haben, dass er nicht das geringste Bedürfnis nach einer Ehefrau hatte. Ihm fehlte lediglich eine tüchtige, unaufdringliche Haushälterin. Doch zurzeit sah es nicht so aus, als würde er je eine finden.

Bei der Erinnerung an die erste Kandidatin, die sich vorgestellt hatte, schauderte es ihn. In ihrer Bewerbung hatte sie ihr Alter mit fünfzig angegeben, doch sie musste mindestens achtzig gewesen sein. Außerdem hatte sie sich geradezu manisch exaltiert verhalten. Nach knapp zehn Minuten hatte Andreo ihr ein Taxi bestellt und sie hinauskomplimentiert. Sie hatte dem Fahrer die Adresse eines Altersheims in der Nähe genannt und Andreo beim Wegfahren begeistert zugewinkt.

„Okay, die erste Bewerberin war ungeeignet“, gab er zu. „Aber ich wüsste nicht, was gegen die beiden anderen spricht.“ Von einem plötzlichen Bewegungsdrang getrieben, sprang er vom Stuhl auf und begann, mit großen Schritten sein Arbeitszimmer zu durchqueren. „Beide sind bestens qualifiziert und verfügen über erstklassige Referenzen. Was, zum Teufel, hast du also gegen sie einzuwenden?“

„Schon gut, Darling.“ Trisha lächelte versöhnlich. „Ich wollte dir lediglich meinen Rat und meine Hilfe anbieten. Schließlich hast du selbst gesagt, dass du keine Zeit für Haushaltsangelegenheiten erübrigen kannst. Die beiden letzten Bewerberinnen würden meiner Ansicht nach beide nicht lange bleiben. Erfahrungsgemäß kündigen so junge Frauen nach wenigen Wochen, weil sie sich verliebt haben und heiraten wollen. Besonders wenn sie so hübsch und aufgeweckt sind. Nein, du brauchst eine gesetzte Dame mittleren Alters.“ Sie lächelte ihm aufmunternd zu. „Vielleicht klappt es ja mit der letzten Kandidatin. Wir haben übrigens keine Einzelheiten zu ihrer Person, weil sie sich nicht schriftlich beworben, sondern erst gestern Nachmittag telefonisch um ein Vorstellungsgespräch gebeten hat.“ Und dabei ziemlich herrisch geklungen, ergänzte Trisha im Stillen, wohl wissend, dass Andreo rechthaberische Frauen überhaupt nicht sexy fand.

Die ist goldrichtig!, war es Trisha durch den Kopf gegangen, als sie Mercy Howard vorhin ins Empfangszimmer geführt hatte. Ein weiterer prüfender Blick beim Hinausbegleiten der dritten Bewerberin hatte ihren ersten Eindruck bestätigt.

Gerade zweiundzwanzig Jahre alt, konnte Mercy Howard zwar nicht als ‚Dame mittleren Alters‘ gelten, aber mit ihrem reizlosen Outfit und der rundlichen Figur stellte sie keine Gefahr für Trisha dar. Ein Pluspunkt, denn Trisha war Andreos schwindendes Interesse nicht entgangen. Eine potenzielle Rivalin unter seinem Dach hätte ihr gerade noch gefehlt!

Von Anfang an hatte Andreo betont, dass er keine langfristige Beziehung wolle und noch weniger eine Ehe. Trisha hatte sich aus taktischen Gründen darauf eingelassen. Insgeheim war sie jedoch davon überzeugt, dass er mit der Zeit seine Meinung ändern und in ihr die ideale Ehefrau erkennen würde. Dann würde endlich ihr Traum von einem sorglosen Luxusleben in Erfüllung gehen.

Bis dahin musste sie allerdings dafür sorgen, dass sie ihn fest an der Angel behielt. Denn die Frau m