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Fuchsjagd
14. November, 07:04 Est
Ledyard, Connecticut
Geduld war der Schlüssel zu einer erfolgreichen Jagd.
Painter Crowe stand auf dem Land seiner Geburt, dem Land, das der Stamm seines Vaters Mashantucket nannte, das »stark bewaldete Land«. Doch wo Painter wartete, gab es keine Bäume, kein Vogelgezwitscher, keinen Windhauch an den Wangen. Hier gab es das Klackern von Spielautomaten, das Klimpern von Münzen, den Gestank von Tabakrauch und das ewige Recyceln von lebloser Luft.
Foxwoods Resort and Casino war der größte Glücksspielkomplex auf der ganzen Welt, er übertraf alles, was man in Las Vegas oder sogar in Monte Carlo fand. Am Rand des unscheinbaren Dörfchens Ledyard, Connecticut, gelegen, erhob sich die hoch aufragende Anlage dramatisch aus den dichten Wäldern des Mashantucket-Reservats. Neben der Glücksspielanlage mit ihren sechstausend einarmigen Banditen und den hunderten von Spieltischen beherbergte der Komplex auch noch drei Luxushotels. Die gesamte Anlage gehörte dem Pequot-Stamm, den »Fuchsmenschen«, die seit zehntausend Jahren in den heimischen Wäldern jagten.
Doch im Augenblick ging die Jagd nicht auf Hirsch oder Fuchs.
Painters Ziel war ein chinesischer Computerspezialist: Xin Zhang.
Zhang, besser bekannt unter seinem DecknamenKaos, war ein Hacker und Codeknacker von erstaunlichem Talent. Nachdem Painter sein Dossier gelesen hatte, betrachtete er den schlanken Mann im Ralph-Lauren-Anzug mit Respekt. In den letzten drei Jahren hatte er eine erfolgreiche Spionagekampagne auf amerikanischem Boden inszeniert. Seine letzte Beute: Plasmawaffen-Technologie aus Los Alamos.
Endlich erhob sich Painters Zielperson vom Pai-Gow-Tisch.
»Wollen Sie Ihre Chips in größere einwechseln