: Dasa Szekely
: Das Schweigen der Männer Warum der Mann in der größten Krise seines Bestehens ist und wie er wieder herauskommt
: Blanvalet Verlag
: 9783641166816
: 1
: CHF 2.70
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: Politik, Gesellschaft, Wirtschaft
: German
: 288
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Deutschland diskutiert über die Frauenquote, dabei ist das eigentliche Problem unserer Gesellschaft das Schweigen der Männer! Und dabei geht es um weit mehr als Männer, die nicht reden. Schweigen meint: Probleme verdrängen, aussitzen, auf andere schieben. Dieses »unreife Männerverhalten« führt nicht nur privat zu Konflikten und Trennungen. Heerscharen solcher »Scheinerwachsener« sitzen nach wie vor in Schlüsselpositionen in Politik und Wirtschaft und bestimmen über unser aller Leben.

Szekely hat keinen Ratgeber geschrieben, sondern sie zeigt auf, welche weitreichenden, uns alle betreffenden Folgen das Schweigen der Männer hat – auch monetär. Sie betrachtet biologische, psychologische und historische Ursachen und gibt anhand vieler Beispiele aus ihrer Praxis Einblick in die männliche Seele.

Ihr Fazit: Die Zeit ist reif für eine neue Gender-Debatte, die meisten Männer sind es noch nicht.

Dasa Szekely ist zertifizierte systemische Beraterin und Transaktionsanalytikerin. Seit zehn Jahren coacht sie zu privaten und beruflichen Themen, mittlerweile vor allem Männer. Sie hält eigene Seminare, hat zwei Bücher veröffentlicht und leitet Kurse für Kreatives Schreiben bei der HERTIE-Stiftung. Dasa Szekely lebt in Frankfurt und hat einen 18-jährigen Sohn, für den sie sich in unserer Gesellschaft eine Zukunft wünscht.

»Die Natur, meine Damen, hat Ihrem Geschlecht so viele Vorteile gegeben, dass wir frauenfeindliche Gesetze schaffen mussten, um sie wieder auszugleichen.«
Samuel Johnson (1709–1784), britischer Gelehrter

Die Lage der Nation

Es waren einmal zwei Planeten

Lange, lange Zeit lebten Männer und Frauen fein säuberlich voneinander getrennt auf zwei verschiedenen Planeten. Auf dem Männerplaneten war die Businesswelt, es gab Bars, Clubs und Puffs, Sport und jede Menge Hobbys – gerne in Bezug auf die Instandhaltung des Hauses.

Auf dem Frauenplaneten dagegen gab es den Haushalt, die Kinder, vielleicht noch ein kleines Ehrenamt und ebenfalls Hobbys – gerne in Bezug auf die Dekoration des Hauses.

Der Mann repräsentierte die Außenwelt, führte ganz selbstverständlich beim Walzer und allem anderen, versorgte die Familie mit Geld und die Gesellschaft mit moralischen do’s and don’ts. Er kämpfte fürs Vaterland und beschützte Frau und Kinder (na ja, zuerst einmal brachte er sie in Gefahr, aber das ist eine andere Geschichte). Die Frau repräsentierte die Innenwelt. Sie versorgte die Familie mit Liebe, Gemütlichkeit und lecker Selbstgekochtem. Sie kümmerte sich um das soziale Leben der Familie, organisierte Gartenpartys für Freunde und Abendessen für den Chef ihres Ehemannes nebst dessen Gattin.

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Vor etwa einem halben Jahrhundert begannen die beiden unterschiedlichen Planeten zu einem zu verschmelzen. Der Mann musste fortan damit leben, dass sich auf seinem Planeten immer mehr Frauen niederließen. Daraus entstanden naturgemäß Konflikte, die bis heute bei weitem noch nicht gelöst sind. Viele Männer wollen offenbar immer noch nicht wahrhaben, dass sie nicht mehr alleine auf ihrem Planeten sind, und versuchen daher, die Verschmelzung aufzuhalten. »Ihr Frauen habt hier nichts zu suchen«, signalisieren sie dem anderen Geschlecht mit erstaunlicher Beharrlichkeit, »das ist unser Planet.«

Noch ist dem so. Noch ist der Männerplanet überwiegend mit Männern bevölkert, vor allem im oberen Management. Wir befinden uns derzeit in einer Übergangsphase, wenn auch mit einem klaren Trend: Die Frauen kommen. Aus den vielen Männern werden immer weniger, und zwar alleine deshalb, weil aus den anfangs wenigen Frauen immer mehr werden.

Für die friedliche Erschließung des Männerplaneten zahlen die Frauen einen hohen Preis. Während die Männer die meiste Zeit auf ihrem Planeten verbringen, pendeln Frauen zwischen beiden Planeten hin und her. Diese Pendelei und der Versuch, beiden Planeten gerecht zu werden, bringen viele Frauen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.

Warum ist das so? Ganz einfach: Weil die Männer an der alten Planetenordnung festhalten, damit sie weiter in Ruhe arbeiten können.

Kurz gesagt hat der Mann in dem Maße seine Ruhe, in dem die Frau bereit ist, hin und her zu switchen.

Wie lange diese Übergangszeit noch dauert, kann keiner mit Sicherheit sagen, aber die vor etwa 50 Jahren in Gang gekommene Entwicklung schreitet voran. Die Bereitschaft der Frauen zum einseitigen Pendeln nimmt ab, und die Konflikte auf beiden Seiten verschärfen sich – weil Männer nicht bereit sind, sich mit der Entwicklung zu entwickeln.

Frauenbewegung, Männerbremsen