: Clarissa von Lausitz
: Fürsten-Roman 2487 Ein Cafébesuch mit Folgen ...
: Verlagsgruppe Lübbe GmbH& Co. KG
: 9783732520510
: Fürsten-Roman
: 1
: CHF 1.80
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: Erzählende Literatur
: German
: 64
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Weil Wiebeke etwas Abwechslung in das eintönige Leben ihrer Freundin Prinzessin Alexandra bringen will, schreibt sie in deren Namen eine Flaschenpost, die sie noch am selben Tag auf Reisen schickt. Die junge Frau kann nicht glauben, dass sich bald darauf tatsächlich ein Mann bei ihr meldet, der die Flaschenpost gefunden hat. Kurzerhand arrangiert Wiebeke für die Freundin ein Treffen mit dem Fremden. Mit Prinzessin Alexandra verabredet sie sich unter einem Vorwand.

Ahnungs os macht sich Alexandra von Haldersee wenige Tage später zu dem kleinen Café in der Innenstadt auf. Dort angekommen staunt sie nicht schlecht, als plötzlich anstelle ihrer Freundin ein sehr attraktiver junger Mann vor ihr steht, der sich als Tim Beeckmann vorstellt. Die beiden kommen ins Gespräch und verstehen sich auf Anhieb sehr gut. Weder Prinzessin Alexandra noch Tim ahnen in diesem Moment, dass diese Begegnung ihr Leben für immer verändern wird ...

»Etwas weiter nach backbord! Auf die gelbe Tonne dort hinten zu!«

Wiebeke Hansen richtete sich auf und hielt mit einer Hand ihre wilden, roten Locken aus dem Gesicht. Sie blickte zu ihrer Freundin Alexandra, die konzentriert am Ruder des hübschen Holz-Motorbootes saß, das gemächlich über die Wellen tuckerte.

»Backbord?« Alexandra sah verwirrt zu Wiebeke. »Aber die gelbe Tonne ist doch, von mir aus gesehen, links.«

»Sage ich doch: backbord.« Wiebeke lachte. »Eine Seemannsbraut bist du ja nicht gerade. Dabei dachte ich, dass euch in euren Kreisen der Umgang mit noblen Jachten quasi in die Wiege gelegt wird.«

»Sehr witzig.« Alexandra verzog ihr schmales, zartes Gesicht, aus dem ihre großen, dunkelblauen Augen leuchteten. Auch ihr wehten ihre glatten, dunklen Haare um die Ohren, die sie halb lang trug.

»In unseren Kreisen«, machte Alexandra jetzt ihre Freundin nach. »Klar, in unseren Kreisen spielen wir von Geburt an Golf, reiten und segeln und donnern mit teuren Motorjachten über das Wasser. Allerdings mit richtigen Motorjachten.« Alexandra sah sich spöttisch um. »Nicht mit solch jämmerlichen Nussschalen wie dieser hier.«

»Eure Hoheit können gern aussteigen, wenn mein bescheidener Kahn Euch nicht zusagt«, gab Wiebeke schnippisch zurück – und dann brachen die beiden jungen Frauen in fröhliches Gelächter aus. Dass Alexandra tatsächlich eine Prinzessin von Haldersee war, sorgte für ständige Witzeleien zwischen ihr und ihrer besten Freundin.

Alexandra schätzte es sehr, dass Wiebeke von diesem Titel und Alexandras familiärem Hintergrund nicht im Geringsten beeindruckt war. Sie wusste, dass Wiebeke sie um ihrer selbst willen mochte, und Alexandra hätte die Freundschaft zu der großen, schlanken Rothaarigen, die immer leger in Jeans und Lederjacke unterwegs war, auf keinen Fall missen wollen.

»Wir fahren ganz entspannt dahinten zu dem Anleger.« Wiebeke wies zum Horizont. »Dort machen wir das Boot fest, und dort bekommen wir sicher auch irgendwo einen Kaffee und ein Stück Kuchen.«

Sie wühlte erneut in einer der Kisten herum, in denen sich die Schwimmwesten, die Rettungsringe und andere wichtige Ausrüstungsgegenstände befanden.

»Was suchst du eigentlich die ganze Zeit?« Alexandra sah Wiebeke fragend an, konzentrierte sich jedoch rasch wieder auf den richtigen Kurs.

Es war Wiebekes Idee gewesen, mit dem Boot ihrer Eltern einen kleinen Ausflug zu machen. Alexandra hatte begeistert zugestimmt, dann aber schnell eingesehen, dass sie an Bord noch eine Menge zu lernen hatte.

»Eigentlich müsste hier ein kleiner Anker verstaut sein.« Wiebeke kramte weiter. »Aber ich