: Ingo von Münch
: Frau, komm! Die Massenvergewaltigungen deutscher Frauen und Mädchen 1944/45
: Ares Verlag
: 9783902732514
: 1
: CHF 11.70
:
: 20. Jahrhundert (bis 1945)
: German
: 208
: kein Kopierschutz/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF/ePUB
Zu den schlimmsten Verbrechen im Zweiten Weltkrieg gehören die Massenvergewaltigungen deutscher Frauen und Mädchen durch sowjetische Soldaten 1944/45. Viele dieser Frauen und Mädchen wurden nicht ein Mal, sondern viele Male sexuell mißbraucht. Weder Kinder noch Greisinnen blieben verschont. Verläßlichen Schätzungen zufolge wurden rund zwei Millionen Frauen und Mädchen Opfer jener Vergewaltigungen. Das ungeheure Ausmaß dieser Verbrechen und der durch sie verursachten menschlichen Leiden hat jahrzehntelang keine angemessene öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Erst in neuerer Zeit werden diese Ereignisse häufiger erwähnt, allerdings fast immer nur als Teil einer Schilderung von Flucht, Vertreibung und Zwangsarbeit. Demgegenüber befasst sich das vorliegende Buch ausschließlich mit den Vergewaltigungen und hier unter anderem mit den Fragen, wie und warum es zu diesen Exzessen gekommen ist, warum Widerstand zwecklos war und was mit den Kindern geschah, die Opfer oder 'nur' Zeuge der sexuellen Gewalttaten waren. Erlebnisberichte von Opfern und Tätern sind eine wesentliche, weil authentische Grundlage dieser Darstellung.

Ingo von Münch, geb. 1932 in Berlin, emerit. Professor für Staatsrecht und Völkerrecht (zuletzt an der Universität Hamburg), war von 1987-1991 Zweiter Bürgermeister und Wissenschafts- und Kultursenator der Freien und Hansestadt Hamburg sowie Mitglied des Bundesrates. Er ist Autor zahlreicher Bücher und Abhandlungen, darunter auch solcher, die sich mit dem Zweiten Weltkrieg befassen. Zuletzt erschien von ihm 'Die deutsche Staatsangehörigkeit. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft' (Berlin 2007). Im Ares Verlag ist das Buch 'Frau, komm!' erschienen.

Einführung


„Frau, komm!“ lautete Ende 1944/Anfang 1945 der unmissverständliche und keinen Widerspruch duldende Befehl russischer Soldaten an diejenigen von ihnen gewollten deutschen Frauen und Mädchen, denen damit Vergewaltigung bevorstand. Die Formulierung „denen damit Vergewaltigung bevorstand“, nicht:„eine Vergewaltigung bevorstand“, ist hier bewusst gewählt; denn in ungezählten Fällen wurden die Frauen und Mädchen beim Einmarsch der sowjetischen Truppen nicht von einem russischen Soldaten einmal, sondern mehrmals vergewaltigt und in ungezählten Fällen nicht nur von einem Soldaten, sondern von mehreren. Eine Flüchtlingsfrau aus Danzig schildert in ihrem Erlebnisbericht über die Einnahme Danzigs durch die Rote Armee den Exodus von Flüchtlingen nach Langfuhr so:

Wenn wir aber dachten, etwas Ruhe zu finden, so irrten wir uns. In Gruppen von fünf bis sechs Russen kamen die Soldaten und nahmen uns unser bißchen Essen und was ihnen sonst noch gefiel, und dann hieß es wieder: „Frau komm!“ Wer nicht gleich mitging, wurde grausam geschlagen und letzten Endes doc