: Diana Gabaldon
: Outlander - Das flammende Kreuz Roman
: Verlagsgruppe Droemer Knaur
: 9783426435762
: Die Outlander-Saga
: 1
: CHF 14.00
:
: Historische Romane und Erzählungen
: German
: 1360
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der 5. Band der erfolgreichen 'Outlander'-Saga von Bestseller-Autorin Diana Gabaldon in hochwertiger Premium-Ausstattung North Carolina 1770. Jamie und Claire Fraser haben in den britischen Kolonien Nordamerikas Fuß gefasst, doch die Ruhe und der Frieden auf ihrem Anwesen Fraser's Ridge sind trügerisch. Denn unter den immer zahlreicher einwandernden Siedlern gärt es, immer unwilliger nehmen die Einwohner der Kolonien die Bevormundung durch die britische Zentralregierung hin. Als es zu ersten Aufständen kommt, muss auch Jamie sich entscheiden, auf wessen Seite er stehen will. Und für Claire ist die Situation noch schlimmer: Sie weiß, dass die Unabhängigkeitskriege ihre und Jamies Liebe auf die härteste Probe seit Langem stellen werden. Alle Bände der 'Outlander'-Reihe von Diana Gabaldon:• »Outlander«• »Outlander - Die geliehene Zeit«• »Outlander - Ferne Ufer«• »Outlander - Der Ruf der Trommel«• »Outlander - Das flammende Kreuz«• »Outlander - Ein Hauch von Schnee und Asche«• »Outlander - Echo der Hoffnung«• »Outlander - Ein Schatten von Verrat und Liebe«

Diana Gabaldon, geboren 1952 in Arizona, war Professorin der Meeresbiologie, als sie zu schreiben begann. Mit »Feuer und Stein« begründete sie die international gefeierte und millionenfach verkaufte Highland-Saga 'Outlander'. Diana Gabaldon ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

Kapitel 2

Brote und Fische


Für unser Lager hatten wir eine Stelle gewählt, die weit abseits des Hauptpfades lag und sich auf einer kleinen, felsigen Lichtung befand, von der man eine gute Sicht auf das breite Bachufer hatte. Als ich jetzt durch das Stechpalmengebüsch einen Blick nach unten warf, konnte ich grünschwarzen Tartanstoff aufleuchten sehen, denn die letzten Soldaten zerstreuten sich. Archie Hayes hatte seine Männer ermuntert, sich unters Volk zu mischen, und die meisten leisteten diesem Befehl nur zu gern Folge.

Ich war mir nicht sicher, ob diese Vorgehensweise des Leutnants von Arglist, Geiz oder schlichter Menschenfreundlichkeit diktiert wurde. Viele seiner Soldaten waren jung, von Heimat und Familie getrennt; sie freuten sich über die Gelegenheit, wieder einmal schottische Stimmen zu hören, freundlich an einem Lagerfeuer empfangen zu werden, Suppe und Porridge angeboten zu bekommen und sich vorübergehend in der Wärme vertrauter Dinge zu sonnen.

Als ich aus dem Wald trat, sah ich, wie Marsali und Lizzie den schüchternen Soldaten umschwirrten, der Germain aus dem Bach gefischt hatte. Fergus stand dicht am Feuer. Aus seinen feuchten Kleidern stiegen Dampfschwaden auf, und er knurrte auf Französisch vor sich hin, während er einhändig Germains Kopf energisch mit einem Handtuch abrubbelte. Er hatte den Haken auf die Schulter des kleinen Jungen gelegt, um ihn zu stützen, und das blonde Köpfchen wackelte hin und her, doch Germains Gesicht war ungeachtet der Strafpredigt seines Vaters vollkommen ruhig.

Weder Roger noch Brianna waren irgendwo in Sicht, doch zu meiner Bestürzung sah ich Abel MacLennan immer noch am anderen Ende der Lichtung sitzen und an einem Stockbrot knabbern. Jamie war schon zurück. Er war gerade dabei, die geborgten Vorräte neben dem Feuer auf dem Boden auszupacken. Er runzelte die Stirn, doch seine Miene schmolz zu einem Lächeln dahin, als er mich sah.

»Da bist du ja, Sassenach«, sagte er und erhob sich. »Was hat dich denn aufgehalten?«

»Oh, ich bin unterwegs einem Bekannten begegnet«, sagte ich mit einem viel sagenden Blick auf den jungen Soldaten. Er war offenbar nicht viel sagend genug, denn Jamie zog fragend die Stirn kraus.

»Der Leutnant ist auf der Suche nach dir«, zischte ich, dicht zu ihm hinüber gebeugt.

»Nun ja,das wusste ich schon, Sassenach«, sagte er in normaler Lautstärke. »Er findet mich schon noch früh genug.«

»Ja, aber …« Ich räusperte mich und zog die Augenbrauen hoch, während ich bedeutsam von Abel MacLennan zu dem jungen Soldaten blickte. Jamies Verständnis von Gastfreundschaft ließ es nicht zu, dass man seine Gäste aus seinem Haus verschleppte, und ich vermutete, dass dasselbe Prinzip auch für sein Lagerfeuer galt. Doch während es dem jungen Soldaten ja vielleicht noch peinlich sein würde, MacLennan festzunehmen, ging ich davon aus, dass der Leutnant es ohne Zögern tun würde.

Ja