: Katja von Seeberg
: Fürsten-Roman 2484 Ein Prinz in geheimer Mission
: Verlagsgruppe Lübbe GmbH& Co. KG
: 9783732519613
: Fürsten-Roman
: 1
: CHF 1.80
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: Erzählende Literatur
: German
: 64
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Friedrich Fürst von Lekewitz macht sich Sorgen um sein Hotel in Brandenburg. Das Schlosshotel ist für ihn nicht gut zu erreichen, und in letzter Zeit hat es des Öfteren auch in der Führungsebene Personalwechsel gegeben. Um sicherzustellen, dass seine Gäste dennoch den gewohnten Luxus genießen können, bittet der Fürst seinen Sohn Richard, dort einmal nach dem Rechten zu sehen. Damit sich der junge Prinz einen unverfälschten Eindruck verschaffen kann, soll er jedoch nicht unter seinem richtigen Namen reisen, sondern die frei gewordene Stelle des Restaurantchefs annehmen. Zwar ist Prinz Richard von der Idee, auf diese Weise das Personal auszuspionieren, nicht sonderlich begeistert, dennoch stimmt er seinem Vater zuliebe zu.

Kaum dort angekommen, lernt Richard von Lekewitz die nette Studentin Ina Gutwirt kennen, die ebenfalls im Hotel arbeitet und ihm bei einem schwierigen Gast helfend zur Seite steht. Um seine Tarnung nicht auffliegen zu lassen, gibt sich Prinz Richard als Rick Meurer aus - eine Entscheidung, die er schon sehr bald bitter bereuen wird ...

Richard Prinz von Lekewitz betrat am Nachmittag den Salon von Schloss Trauden im Umland von München. Sein Vater Fürst Friedrich hatte ihn zu einem wichtigen Gespräch eingeladen. Am Telefon hatte er sehr ernst geklungen. Was er Richard zu sagen habe, könne er nur persönlich mit ihm besprechen, hatte er gemeint. Es ginge, so viel hatte der Fürst dann doch verraten, um etwas Geschäftliches.

Prinz Richard hatte daraufhin alles stehen und liegen lassen, um so schnell wie möglich nach Schloss Trauden, auf dem er aufgewachsen war, zu fahren. Von der Münchener Innenstadt bis zum Schloss seiner Eltern hatte er kaum mehr als dreißig Minuten gebraucht. Jetzt war er endlich da und begab sich eiligen Schrittes zum Salon.

Kaum hatte er diesen betreten, wandte sich sein Vater zu ihm um.

»Guten Tag, Richard«, grüßte der Fürst und winkte seinen Sohn zu sich. In der Hand hielt er ein Glas Cognac.

»Du wolltest mich dringend sehen?« Richard war noch immer etwas außer Atem. Er nahm dem alten Fürsten gegenüber Platz und griff seinerseits nach einem Glas, um sich ebenfalls einen Cognac einzuschenken.

Normalerweise trank er nicht so früh, aber heute machte er eine Ausnahme. Er war sich sicher, dass etwas Schlimmes passiert sein musste, denn sein Vater hatte am Telefon sehr aufgeregt geklungen. Doch bei genauerer Betrachtung wirkte der Fürst nicht halb so aufgelöst, wie Richard es erwartet hatte. Im Gegenteil, sein Vater schien nicht einmal übermäßig angespannt zu sein.

»Richtig. Ich habe eine Bitte an dich«, fuhr Friedrich von Lekewitz fort und breitete einen Prospekt auf dem Tisch aus.

Prinz Richard erkannte sogleich, dass es sich um die neue Werbung für die Schlosshotelkette Lekewitz, die seiner Familie gehörte, handelte.

»Fünf Schlösser, davon vier in verschiedenen Regionen des Südens und eines im Norden von Deutschland, nennen wir mittlerweile unser Eigen. Unser Name gilt etwas. Wir sind mit unseren Hotels gut im Geschäft …«

Das war nichts Neues. Schon zu Zeiten des Großvaters hatte sich abgezeichnet, dass der Aufkauf alter Schlösser und deren Umwandlung in Luxushotels einer Goldgrube gleichkam, auf der das Vermögen der Fürstenfamilie basierte.

»Aber?«, hakte Prinz Richard nach, denn es musste seiner Meinung nach ein Aber geben.

»Ich bin sehr zufrieden«, fuhr Fürst Friedrich ungerührt fort. »Allerdings gibt es eine Sache, die mir Sorgen bereitet. Es ist nichts Dramatisches.« Er deutete auf die Karte im Prospekt und tippte auf das Schlosshotel Lekewitz in Brandenburg. »Dieses Hotel liegt weit weg, ist für uns schlecht zu erreichen, und außerdem hatten wir in letzter Zeit öfter Personalwechsel, insbesondere auch in der Führungsebene. Ic