»Herzlichen Glückwunsch, Frau Buchwald, Sie sind …«
Die weiteren Worte rauschten an Isabel vorüber, während sich hinter ihrer Stirn die Gedanken überschlugen. Schwanger, sie war schwanger! Was für eine unglaubliche Nachricht, noch dazu völlig unerwartet. Eigentlich war dieser Termin bei ihrem Frauenarzt nur der jährlichen Routineuntersuchung geschuldet gewesen. Nie im Leben hätte sie mit der Möglichkeit gerechnet, ein Kind zu erwarten, zumal sie seit Jahren mit der Pille verhütete. Aber im Nachhinein fiel ihr doch das eine oder andere auf, was in letzter Zeit an ihr anders gewesen war, dem sie aber keine Bedeutung beigemessen hatte.
Im nächsten Moment stieg leise Panik in Isabel auf. Schwanger! Himmel, wie würde Ben darauf reagieren? Sie hatten zwar nie groß darüber gesprochen, aber Kinder waren, wenn überhaupt, erst für später geplant.
Während Isabel noch Jura studierte, arbeitete ihr Lebensgefährte Benedikt Jasper bereits in der Anwaltskanzlei seines Onkels zielstrebig darauf hin, in naher Zukunft dessen Juniorpartner zu werden. Auch wenn Benedikt und Isabel seit einigen Monaten zusammenlebten, war eine Heirat oder gar die Gründung einer eigenen Familie für beide derzeit kein Thema.
Dr. Friedrich Göbel war inzwischen verstummt, da er wohl erkannt hatte, dass Isabel seine Freude nicht teilte. Mit gefurchter Stirn betrachtete er seine junge Patientin, die er bereits seit vielen Jahren kannte.
»Sie sehen nicht besonders glücklich aus, Frau Buchwald«, stellte er mit einem kleinen, aufmunternden Lächeln fest.
»Es ist nicht gerade der passende Zeitpunkt für eine Schwangerschaft«, murmelte Isabel schulterzuckend.
»Wann ist der schon?«, gab der Mediziner aufseufzend zurück. »Erst das Studium, dann die Karriere und vielleicht, in grauer Zukunft, Heirat und Familie. Aber im Leben läuft nun mal nicht alles nach Plan, meine Liebe, und so, wie ich Sie einschätze, werden Sie das bald als gegeben annehmen. Sie leben in einer festen Beziehung, Ihre finanziellen Verhältnisse sind, soweit ich das als Außenstehender beurteilen kann, relativ gesichert. Notfalls wird Ihre Tante Ihnen unter die Arme greifen, nicht wahr? Ich bin sicher, Ella wird sich sehr über den künftigen kleinen Erdenbürger freuen.«
Ein weiches Lächeln schlich sich auf Isabels fein geschwungene Lippen. Natürlich würde sich Ella, die seit dem Tod ihres Bruders und der Schwägerin vor zehn Jahren die Elternrolle übernommen und sich um Isabel gekümmert hatte, riesig freuen. Mit Sicherheit würde sie das Kind ihrer Nichte wie eine Großmutter aufziehen und Isabel immer helfend zur Seite stehen. Gewiss, wenn alle Stricke rissen und sich Ben absolut nicht mit dem Gedanken, Vater zu werden, anfreunden konnte, hatte Is