Emily sah es ein, sie hätte auf der Landstraße bleiben sollen. Hätte sie dem Navigationssystem vertraut, müsste sie sich jetzt nicht mit nervösem Herzklopfen besorgt fragen, wohin der immer schmaler werdende Feldweg sie wohl führen würde.
Die junge Frau seufzte tief auf.
Ein Königreich für eine asphaltierte Straße, dachte sie. Nie hätte sie geglaubt, dass sie sich einmal so sehr nach Verkehrsschildern sehnen würde.
Mit beiden Händen umklammerte sie das Lenkrad, da die Spurrillen zunehmend unebener wurden. Emily wurde gehörig durchgeschüttelt, während sie sich furchtsam umschaute. Seit einer Ewigkeit war ihr kein menschliches Wesen mehr begegnet, dafür mehrten sich die Mücken.
Es war heiß, eine dichte Staubwolke hüllte das Auto ein.
»Wenn möglich, bitte wenden«, empfahl ihr die höfliche Frauenstimme des Navigationssystems.
»Und wie soll ich das tun?« Emily fuhr sich durch ihr dunkelblondes Haar.
Das dichte Gestrüpp zu beiden Seiten des Feldwegs, der inzwischen nur noch ein Pfad war, behinderte die Sicht. Emily starrte ratlos durch die Windschutzscheibe. Wie, um alles in der Welt, kam sie aus dieser Sackgasse wieder heraus?
Immer gerätst du in Situationen, in die kein anderer Mensch geraten würde!, hörte sie Rosalies Stimme in Gedanken.
Klar, ihre ältere Schwester manövrierte sich prinzipiell nie in ausweglose Konstellationen, auch war nicht bekannt, dass sich Rosalie jemals in hoffnungslosen Beziehungen verheddert hätte. Rosalie war erhaben geboren worden.
Ein grässliches Knirschen ließ Emily zusammenzucken. Mit dem Motor des Mietwagens schien irgendetwas nicht zu stimmen. Aber was?
Als sie das Auto am Flughafen gemietet hatte, hatte sie natürlich nicht an Probleme gedacht, zumal der wirklich gut aussehende Angestellte der Autovermietung den nettesten und zuverlässigsten Eindruck überhaupt gemacht hatte.
»Auch das noch!«, stöhnte die junge Frau genervt auf.
Die Autoreifen schienen auf einmal nicht mehr zu greifen, die Steuerung wurde instabil. Im nächsten Augenblick setzte der Wagen auf. Es ging nicht weiter.
Du liebe Zeit! Emily betätigte das Gaspedal, doch daraufhin drehten die Räder mit einem surrenden Geräusch durch.Ganz ruhig!, redete sie sich selbst zu.
Sie versuchte es im Rückwärtsgang, doch auch das hatte keinen Erfolg. Das Auto bewegte sich nicht. Emilys Herz spielte v