: Marion Alexi
: Fürsten-Roman 2483 Und dann kam Emily!
: Verlagsgruppe Lübbe GmbH& Co. KG
: 9783732519606
: Fürsten-Roman
: 1
: CHF 1.80
:
: Erzählende Literatur
: German
: 64
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Emily von Reeses Auto steckt tief im Schlamm und bewegt sich weder vor noch zurück. Verzweifelt seufzt die junge Freifrau auf und steigt aus. Eigentlich ist es hier an dem idyllischen Seeufer mit Blick auf das Schloss Grünlinden wunderschön, doch Emily hat zu viele Sorgen, um das herrliche Ambiente genießen zu können. Enttäuscht von ihrer letzten Beziehung, hat sie New York Hals über Kopf verlassen und will jetzt ihre ältere Schwester Rosalie besuchen. Doch die Fürstin von Cadolt-Linden ist nicht gerade die Freundlichkeit in Person, das weiß jeder, der schon einmal mit ihr zu tun hatte ...

Plötzlich bemerkt Emily, dass sich etwas im Gebüsch bewegt. Ein Mann steht dort, ausgerüstet mit einer großen, teuren Kamera. Die junge Frau nimmt ihren Mut zusammen, geht auf den Fremden zu und bittet ihn um Hilfe. Unwiderstehlich gut aussehend ist er, noch dazu freundlich und charmant. Emily ist schon wieder drauf und dran, sich zu verlieben. Aber schon bald erfährt sie, dass der Fremde keineswegs nur Biber beobachtet, wie er anfangs behauptet hat ...

Emily sah es ein, sie hätte auf der Landstraße bleiben sollen. Hätte sie dem Navigationssystem vertraut, müsste sie sich jetzt nicht mit nervösem Herzklopfen besorgt fragen, wohin der immer schmaler werdende Feldweg sie wohl führen würde.

Die junge Frau seufzte tief auf.

Ein Königreich für eine asphaltierte Straße, dachte sie. Nie hätte sie geglaubt, dass sie sich einmal so sehr nach Verkehrsschildern sehnen würde.

Mit beiden Händen umklammerte sie das Lenkrad, da die Spurrillen zunehmend unebener wurden. Emily wurde gehörig durchgeschüttelt, während sie sich furchtsam umschaute. Seit einer Ewigkeit war ihr kein menschliches Wesen mehr begegnet, dafür mehrten sich die Mücken.

Es war heiß, eine dichte Staubwolke hüllte das Auto ein.

»Wenn möglich, bitte wenden«, empfahl ihr die höfliche Frauenstimme des Navigationssystems.

»Und wie soll ich das tun?« Emily fuhr sich durch ihr dunkelblondes Haar.

Das dichte Gestrüpp zu beiden Seiten des Feldwegs, der inzwischen nur noch ein Pfad war, behinderte die Sicht. Emily starrte ratlos durch die Windschutzscheibe. Wie, um alles in der Welt, kam sie aus dieser Sackgasse wieder heraus?

Immer gerätst du in Situationen, in die kein anderer Mensch geraten würde!, hörte sie Rosalies Stimme in Gedanken.

Klar, ihre ältere Schwester manövrierte sich prinzipiell nie in ausweglose Konstellationen, auch war nicht bekannt, dass sich Rosalie jemals in hoffnungslosen Beziehungen verheddert hätte. Rosalie war erhaben geboren worden.

Ein grässliches Knirschen ließ Emily zusammenzucken. Mit dem Motor des Mietwagens schien irgendetwas nicht zu stimmen. Aber was?

Als sie das Auto am Flughafen gemietet hatte, hatte sie natürlich nicht an Probleme gedacht, zumal der wirklich gut aussehende Angestellte der Autovermietung den nettesten und zuverlässigsten Eindruck überhaupt gemacht hatte.

»Auch das noch!«, stöhnte die junge Frau genervt auf.

Die Autoreifen schienen auf einmal nicht mehr zu greifen, die Steuerung wurde instabil. Im nächsten Augenblick setzte der Wagen auf. Es ging nicht weiter.

Du liebe Zeit! Emily betätigte das Gaspedal, doch daraufhin drehten die Räder mit einem surrenden Geräusch durch.Ganz ruhig!, redete sie sich selbst zu.

Sie versuchte es im Rückwärtsgang, doch auch das hatte keinen Erfolg. Das Auto bewegte sich nicht. Emilys Herz spielte v