Als der Wecker klingelte, konnte Elena es nicht fassen. Es war doch unmöglich schon acht Uhr! Der blonde Lockenschopf verschwand tiefer unter der seidenen Decke. Die Prinzessin von Artenberg konnte und wollte einfach noch nicht aufstehen.
Nicht einmal die goldenen Strahlen der Maisonne, die durch den leichten Dunst über der Mainmetropole schienen und ihren Weg auch durch die Ritzen der Jalousie fanden, vermochten Prinzessin Elena munter zu machen.
Am Vorabend hatte Elena von Artenberg wieder einmal viel zu lange mit Freunden zusammengesessen. Es war lustig und kurzweilig gewesen, wie immer, wenn die junge Galeristin mit neuen, noch unbekannten Malern zu tun hatte. Manch einer wurde später zu ihrer Entdeckung.
Wenn die Medien und die Öffentlichkeit sich dann auf das neue Talent stürzten, ging die Prinzessin schon wieder auf die Suche. Sie verfügte über den berühmten Riecher, den siebten Sinn, der Talent erkannte, selbst wenn es sich im hintersten Winkel und unter schwierigen Bedingungen zeigte. Dann war Prinzessin Elena in ihrem Element. Sie blühte richtig auf und engagierte sich mit wahrer Leidenschaft.
Die studierte Kunsthistorikerin führte ihre eigene Galerie nun seit zwei Jahren und liebte diese Tätigkeit noch immer wie am ersten Tag.
Elena war fast wieder eingeschlafen, als sich ihr Handy meldete. Es war Pia von Wieland, ihre beste Freundin und Geschäftspartnerin.
»Ich nehme an, du bist noch nicht wach«, grüßte Pia sie. »Lass dir Zeit, hier läuft alles ruhig. Soll ich Frühstück bestellen?«
»Pia, du bist ein Engel«, nuschelte Elena und schob das kleine Telefon unter ihr Kopfkissen. Sie blinzelte verschlafen in das goldene Sonnenlicht, das in ihr großzügig bemessenes Schlafzimmer drang, und gähnte.
Es nutzte wohl alles nichts, sie musste endlich aufstehen.
Mit einem Seufzer schwang Elena Prinzessin von Artenberg die langen, schlanken Beine aus dem Bett und ging rasch unter die Dusche. Nur gut, dass Pia eine so prima Freundin und zudem ein geduldiger Mensch war. Und dass die gemeinsame Galerie im gleichen Gebäude lag.
Die Prinzessin bewohnte das Penthouse des stadtnahen Gebäudekomplexes, die Galerie befand sich im Erdgeschoss.
Elena prustete, denn das Wasser war kalt. Doch es war die einzige Möglichkeit, halbwegs wach zu werden.
Wenig später kleidete sich die junge, schlanke Frau in einen eleganten Hosenanzug aus rauchblauer Seide, dazu wählte sie eine helle Bluse. Die kurzen, blonden Naturlocken umschmeichelten fast von selbst ihr ebenmäßiges Gesicht mit dem schön geschwungenen Mund und den himmelblauen Augen. Prinzessin Elena war eine außergewöhnlich hübsche jun