: Ute von Arendt, Sybille Simon
: Silvia-Duett - Folge 16 Seitensprünge sind gefährlich/Wonach ein Herz sich heimlich sehnt
: Verlagsgruppe Lübbe GmbH& Co. KG
: 9783732516421
: Silvia-Duett
: 1
: CHF 1.80
:
: Erzählende Literatur
: German
: 112
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Seitens rünge sind gefährlich.

Verw ndert lauscht Lianne dem Klang der Türglocke nach. Wer mag jetzt um diese späte Stunde noch stören? Ob Frank -?

Mit einem glücklichen Lächeln reißt sie die Tür auf - und starrt in die Mündung eines Revolvers, der drohend auf sie gerichtet ist.

'Ich will kein Geld!', zischt die junge schwarzhaarige Frau, die ihn hält, und senkt die Waffe um keinen Millimeter. 'Ich will Frank, den Mann, den du heiraten wirst. Aber er gehört mir!'

Schlagarti weiß Lianne, wer da vor ihr steht: Juana, die temperamentvolle kleine Spanierin, die sie schon einmal gesehen hat - in Franks Hotelzimmer ...

Wonach ein Herz sich heimlich sehnt.

Sonja Laurentius kehrt nach dreizehn Jahren in die Heimat zurück. Sie war damals gerade fünfzehn Jahre alt, als sie das Gut ihrer Eltern verlassen musste, weil ihre Großtante es strikt abgelehnt hat, das eben verwaiste Mädchen zu sich zu nehmen.

Nun feiert Camilla Laurentius bald ihren achtzigsten Geburtstag, und sie hat Sonja eingeladen. Die junge Frau ist auch gekommen - aber was will sie wirklich hier? Rache? Vergeltung? Oder vielleicht sogar Versöhnung? Und was wird bloß geschehen, wenn Sonja dem Mann begegnet, der inzwischen das Gut ihrer Familie besitzt? Das kann doch gar nicht gut gehen ...

Das Taxi hielt mit quietschenden Reifen vor dem kleinen Hotel am Stadtrand von Barcelona. Der Fahrgast, eine schlanke junge Frau in einem naturfarbenen, modischen Leinenkostüm, das schmale, aparte Gesicht von halblangem, honigblondem Haar umrahmt, bezahlte rasch, stieg aus und eilte mit einer kleinen Reisetasche in der Hand die Stufen zum Hotel hinauf.

Lianne Maiwald wollte ihren Verlobten, den Bauingenieur Frank Lohaus, besuchen. Er betreute zurzeit ein großes Bauprojekt und wohnte deshalb hier im Hotel. Frank hatte heute Geburtstag und würde sich bestimmt riesig freuen, dass Lianne zur Feier dieses Tages extra herübergeflogen war.

Bei dem Gedanken, gleich in seinen Armen zu liegen, wurde es der jungen Frau ganz warm ums Herz. Glücklich befühlte sie in der Tasche ihres Kostüms das kleine Päckchen, das die Armbanduhr enthielt, die sie ihm schenken wollte.

Als Lianne im Eilschritt die Hotelhalle betrat, musste sie feststellen, dass der Portier nicht in seiner Loge war. Nun, dann würde sie eben einen Augenblick warten, bis er wiederkam. Dabei fiel ihr Blick auf das Brett mit den Zimmerschlüsseln. Nummer 38 war nicht da, Frank musste also in seinem Zimmer sein.

Ohne weiter zu überlegen, eilte Lianne mit freudig klopfendem Herzen die Treppen hinauf. Etwas atemlos kam die junge Frau im dritten Stock an und lehnte sich einen Moment lang erschöpft an die Wand. Dann setzte sie zielstrebig ihren Weg fort. Endlich stand sie vor der Tür zu Franks Zimmer. Sie klopfte kurz und drückte gleich darauf die Klinke herunter.

»Herein!«, rief Franks nur zu vertraute Stimme. »Stellen Sie das Tablett auf den Tisch!«

Im ersten Augenblick begriff Lianne nicht, was er damit meinte und sie begriff ebenso wenig die Szene, die sich ihrem fassungslosen Blick bot: Da lagen ein Mann und eine Frau in zärtlicher Pose im Bett, und der Mann war Frank, ihr Verlobter. Er war so mit seiner Partnerin beschäftigt, dass er gar nicht auf die Idee kam, zur Tür zu schauen.

Doch seine Partnerin hob kurz den Kopf, und ihr Blick traf sich mit dem von Lianne. Verwunderung, Erkennen und schließlich Begreifen spiegelten sich auf dem schönen Gesicht der dunkelhaarigen Frau, und dann überzog es sich mit verlegener Röte.

Lianne aber starrte sie wie versteinert an und versuchte zu begreifen, was sie sah. Der Mann, den sie liebte, dem sie vertraute und den sie heiraten wollte, lag mit einer anderen Frau im Bett.

Eine Welle der Übelkeit und der Abscheu stieg in ihr auf, und Lianne musste die Lippen aufeinanderpressen, um nicht laut zu schreien, so verletzt war sie. Sekundenlang war sie wie gelähmt, dann hatte sie plötzlich nur noch einen Gedanken: Weg von hier, nur fort aus diesem Zimmer, aus diesem Hotel und dieses Bild der zwei ineinander verschlungenen Körper abschütteln wie einen Albtraum!

Augenblicke später knallte die junge Frau die Tür hinter sich zu und eilte, wie von Furien gehetzt, die Treppe hinunter und zum Hotel hinaus.

»War das nicht der Zimmerkellner?« Frank Lohaus sah die Frau in seinen Armen fragend an, während er mit dem Zeigefinger die Konturen ihres schönen Gesichtes nachzog. »Ich könnte jetzt nämlich einen Schluck gebrauchen, querida. Dein Feuer trocknet einem die Kehle aus.«

Juana Ortega schüttelte den Kopf, wich aber seinem Blick aus, denn sie hatte die junge Frau, d