: Sören Prescher, Silke Porath
: Wer mordet schon in der Oberlausitz? 11 Krimis und 125 Freizeittipps
: Gmeiner-Verlag
: 9783839248201
: 1
: CHF 8.90
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 341
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF/ePUB
Fantasyautor Robert Krauss macht sich mit seinem neuen Roman im Gepäck auf den Weg in die Oberlausitz. Doch statt einer gemütlichen Woche voller entspannender Leseabende begegnen ihm in jeder Stadt Mord, Totschlag, Lug und Betrug. Ganz nebenbei aber entdeckt er auch die schönen Seiten der Region: die einzigartige Landschaft, die Lausitzer Kultur und nicht zuletzt die Menschen; allen voran die Kommissarin Franzi Hartmann und ihren Partner Roland Krämer, die stets ein Auge darauf haben, dass in der Oberlausitz alles mit rechten Dingen zugeht.

Silke Porath, Jahrgang 1971, lebt mit ihrem französischen Mann nach 20 Jahren in der schwäbisch-badischen Welt wieder in ihrer Heimatstadt Balingen. Sie arbeitet als freie Redakteurin und Schreibtrainerin und hat drei Kinder. Die Autorin zahlreicher Romane ist Mitglied bei den 42erAutoren und überzeugte Team-Schreiberin. Mehr zu ihr und den aktuellen Projekten auch unter www.silke-porath.de. Sören Prescher, Jahrgang 1978, wohnt mit seiner Familie in Nürnberg und ist ebenfalls Mitglied der 42er Autoren. Neben zahlreichen Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlichte er mehrere Romane im Bereich Thriller und Fantastik. Im Frühjahr erschien bei Gmeiner Digital sein Krimi »Verhängnisvolle Freundschaft«, in dem Schriftsteller Robert Krauss in Nürnberg einige mörderische Verwicklungen erlebt. Weitere Infos: www.soeren-prescher.de.

Bischofswerda, 2003


Seit 20 Jahren war Harry Peters ein tadelloser Angestellter. Jeden Tag traf er pünktlich kurz nach sieben im Büro ein und arbeitete bis mindestens vier Uhr. Das hatte er schon getan, als die Metallwerkzeuge Hanke GmbH noch ein volkseigener Betrieb im nördlichen Gewerbegebiet Bischofswerdas gewesen war. Zwar sah sich Harry selbst nicht als besonders aufstiegsorientiert, aber er machte seine Arbeit und sagte weder bei Beförderungen noch Gehaltserhöhungen Nein. Kurz vor der Jahrtausendwende wurde er stellvertretender Abteilungsleiter. Das lag inzwischen drei Jahre zurück und die Chancen standen gut, demnächst weiter aufzusteigen. Ein Posten als Abteilungsleiter würde zwar noch mehr Arbeit und Verantwortung bedeuten, aber nachdem er seinem Chef ohnehin schon gut zur Hand ging und in fast alles involviert war, würde es keine so große Umstellung sein.

»Bist du schon aufgeregt?«, fragte Andrea in der morgendlichen Kaffeepause. Die Chefsekretärin war Mitte 30, Mutter von zwei Kindern und sah trotzdem aus wie ein Unterwäschemodel. Ebenso wie mit fast allen anderen Kollegen verstand sich Harry mit ihr sehr gut.

»Nicht besonders.« Schnell drehte er den Kopf zur Seite, damit sie sein Grinsen nicht sah. Natürlich war er aufgeregt. Noch heute Vormittag wollte der Chef verkünden, wer sein Nachfolger werden sollte. Okay, abgesehen von Harry gab es keinen Gegenkandidaten. Dennoch kribbelte es seit dem Morgen permanent im Wohlstandsbäuchlein. Seine Frau Manja hatte ihn das heute Morgen ebenfalls gefragt. Und dieselbe Antwort erhalten.

Schmunzelnd nippte Andrea an ihrem Milchkaffee. »Ich würde es dir auf jeden Fall gönnen. Keiner kennt sich in der Firma so gut aus wie du. Streng genommen schmeißt du den Laden eh. Hoffentlich muss ich dich danach nicht wieder siezen.«

»Aber selbstverständlich.« Er lachte auf. »Ich möchte mit Herr Direktor oder Euer Hochwürden angeredet werden.«

»Das könnte dir so passen.«

Zwei Stunden später war es soweit. Der alte Chef bat sämtliche Mitarbeiter ins Besprechungszimmer. Neben ihm stand ein hagerer Kahlkopf in den Vierzigern mit dunkler Brille und krawattenlosem Hemd. War das nicht der Neffe vom Chef? Auf irgendeiner Betriebsfeier hatte Harry den Burschen mal gesehen. Allerdings konnte er sich nicht entsinnen, auch nur ein Wort mit ihm gewechselt zu haben. In seinen Augen strahlte die Arroganz wie ein Flutlicht im Stadion. Der Chef würde doch nicht … Aber nein, das war absurd.

»Meine lieben Kollegen. Wie Sie alle wissen, werde ich mich in Kürze in den Ruhestand verabschieden. Für mich bedeutet dies eine gewaltige Umstellung, aber auch jede Menge Freizeit und Reisen um die Welt. Für Sie hingegen wird sich kaum was ändern. Lediglich der Name an der Spitze wird ein anderer sein. Die Frage, wer mein Nachfolger wird, hat mich lange beschäftigt. Unser Unternehmen hat in den vergangenen Jahren ein ausgezeichnetes Gespür für neue Trends und Entwicklungen bewiesen. Damit das auch in Zukunft so bleibt, brauchen wir frischen Wind in unseren Reihen. Deshalb habe ich mich entschieden, jemand Neues an Bord zu holen. Meine Damen und Herren, hiermit möchte ich Ihnen Markus Wendler vorstellen. Er hat ein abgeschlossenes BWL-Studium und mehrere Jahre Berufserfahrung in der Trikotagenindustrie vorzuweisen. Meine Hoffnung ist, dass er die Standbeine unserer Firma festigt und weiter ausbaut. Deshalb wünsch