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Skyler
Nennt mich Jasagerin. Ich bin die Mitläuferin; diejenige, bei der man sich darauf verlassen kann, dass sie sich erst ins Getümmel stürzt und später Fragen stellt.
Mir den Namen meines Highschool-Freundes auf den Knöchel tätowieren lassen? Natürlich. Was soll schon schiefgehen?
Sechs Tage auf dem Burning-Man-Festival mit einem Kerl verbringen, den ich gerade erst getroffen habe? Was für ein Abenteuer!
Aber das hier, denke ich, als ich in den Badezimmerspiegel starre, könnte meine letzte impulsive Aktion gewesen sein.
Denn heute Morgen sind meine Haare pink.
Zuerst jagt es mir eine Heidenangst ein – weil die Situation diesem Moment in Horrorfilmen ähnelt, wo ein Mädchen in den Spiegel schaut und ein vollkommen anderer Mensch daraus zurückblickt. Glücklicherweise füllt mein Hirn die Erinnerungslücken, als ich mich vorbeuge, um meinen neuen Look zu begutachten. Er ist ein Geschenk meiner besten Freundinnen Beth und Mia, die mich gestern Nacht nach meiner millionsten Klage, dass ich dringend eine Abwechslung brauche, dazu überredet haben.
Und es ist eine Veränderung, in der Tat. Nur eine in einer ganzen Reihe von Veränderungen in den letzten sechs Monaten.
Der erste Schritt, der letzte Woche seine Vollendung gefunden hat: mich von meinem Halb-Freund Brian zu trennen, der unglaublich süß ist, aber irgendwie meine Saiten nicht zum Schwingen bringt, wenn klar ist, was ich damit meine.
Schritt zwei, geplant für heute: die sechs Monate Schauspielunterricht, zu denen Beth mich überredet hat, bei einem echten Vorsprechen auf die Probe stellen.
Schritt drei (anscheinend): pinkfarbene Haare.
Ich muss zugeben, dass die Farbe irgendwo zwischen hinreißend und erschreckend liegt, was mir gut gefällt. Nicht ganz das Rosa von Zuckerwatte, aber auch nicht flamingofarben. Die Farbe peppt meinen Bob auf und verleiht meiner normalerweise bleichen Haut einen rosigen Hauch.
Ich streiche mir die pinken Strähnen aus dem Gesicht und beschließe, dass ich damit leben kann – zumindest für die Zeit, die es kosten wird, die Farbe rauswachsen zu lassen. Außer, ich bekomme eine Rolle in dem Film, der Beth zum Star machen wird. Mir ist egal, was für eine Rolle es wird; ich spiele auch »die dritte Kellnerin von links«, solange ich nur ein wenig Geld dafür kriege. Alles, um den Strom zu bezahlen und mein zweites Cello aus der Pfandleihe auszulösen.
Beth kommt ins Bad, stellt sich hinter mich und legt ihr Kinn auf meine Schulter. »Und, was denkst du?«
»Ich bin mir nicht sicher«, erkläre ich, hauptsächlich, um ihr Angst einzujagen. Langsam liebe ich die Farbe.
»Du wolltest mal etwas anderes«, erinnert Beth mich. »Und du musst zwischen all den anderenBLBs auffallen, die heute auftauchen werden.«
»BLBs