: Torsten Fink
: Imperium des Lichts Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641114039
: 1
: CHF 5.40
:
: Fantasy
: German
: 576
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Im Namen des Lichts: Tötet sie alle!

Das Imperium des Lichts steht auf dem Höhepunkt seiner Macht. Doch die Feinde sammeln sich, und Sebastos Valis – der Kaiser und Erste Hüter des Lichts – ist todkrank. Das einzig mögliche Heilmittel befindet sich im Besitz des ältesten Feindes des Reiches, der Herrin der Dunkelheit. Der junge Offizier Aureus Moris wird ausgewählt, eine Expedition ins Reich der Finsternis zu führen, um über die Herausgabe des Heilmittels zu verhandeln. Doch er erkennt bald, dass die Dunkelheit nicht so schrecklich ist, wie erwartet – und dass sogar das strahlende Licht dunkle Schatten wirft.

Torsten Fink, Jahrgang 1965, arbeitete lange als Texter, Journalist und literarischer Kabarettist. Außerdem schrieb er unter seinem Pseudonym Arthur Philipp die Trilogie »Der graue Orden« um die Dunkelmagierin Feja. Er lebt und schreibt heute in Mainz.

Aureus Moris stand bis zu den Knien im kalten Wasser und lauschte. Der dichte Nebel dämpfte den Lärm der Schlacht nicht, nein, er schien ihn zu vervielfältigen. Das verwirrende Echo, das die sandigen Hügel zurückwarfen, verstärkte diesen Eindruck noch. Und so hatte Aureus das Gefühl, dass überall um ihn herum gekämpft, getötet und gestorben wurde. Nur auf der Kuppe des Hügels, an dessen Fuß er mit seinen Männern kauerte, herrschte trügerische Ruhe.

Dann nahm er eine Bewegung wahr. Aus dem Moor huschten schemenhafte Gestalten heran.

»Ist das Freund oder Feind?«, fragte der Mann neben ihm. Aureus lauschte mit geschlossenen Augen, erkannte das Rasseln von Kettenhemden, erhob sich und stieß einen leisen Pfiff aus.

Die Gestalten hielten inne. »Wer da?«, fragte eine nervöse Stimme.

»Freund!«, rief Aureus gedämpft.

Der Veteran an seiner Seite schüttelte den Kopf und sprach aus, was Aureus dachte. »Wären wir der Feind, hätten wir sie ganz anders begrüßt.«

»Aureus Moris, seid Ihr das?«

Notgedrungen erhob er sich. »Ich bin es, Tribun. Hier herüber! Aber seid leise, um des Lichts willen!«

Oben auf dem Hügel rief jemand in einer fremden Sprache und bekam in der gleichen Sprache Antwort.

»Das sind ihre Wachen«, meldete sich Phremos Stax zu Wort, der Mann, der neben Aureus kauerte, und übersetzte weiter: »Nein, Hekator, sie haben uns nicht bemerkt. Ganz im Gegenteil, sie bedauern, nicht in der Schlacht kämpfen zu dürfen.«

Eine gedrungene Gestalt kam keuchend näher und warf sich gegen die Böschung des Wasserlaufes, an der sie Deckung gesucht hatten.

»Wo ist der Rest der Tagma, Tribun?«, fragte Aureus leise. »Und wo sind die Auxiliaren mit den Sturmleitern?«

Der Tribun deutete vage in den Nebel. »Wir wurden angegriffen. Aus einem dieser verfluchten Gräben heraus. Ich habe befohlen, die Stellung zu halten, bis Verstärkung kommt oder der Befehl zum Rückzug.«

»Rückzug?«

»Wisst Ihr nicht, wie schlecht es um uns steht, Moris? Diese verdammten Iscerer sind überall. Seht Ihr das unheilvolle Glühen dort drüben? Es kommt von unserem Lager, das der Feind in Brand gesetzt hat. Die Nachhut, die es halten sollte, ist wahrscheinlich vernichtet, und ich hörte, dass die linke Flanke im Moor feststeckt und von allen Seiten angegriffen wird. General Pollo brüllt die ganze Zeit nach Verstärkung, aber wenn dieser verfluchte Sumpf die Toten nicht ausspuckt und für uns kämpfen lässt, werden wir keine bekommen. Stattdessen scheint der Nebel ständig neue Horden des Feindes zu gebären. Der General hat uns hier in eine schöne Falle geführt. Wenn Ihr es nicht begreift, sage ich Euch, wie die Lage ist – sie ist hoffnungslos!« Tribun Cauris drehte sein Schwert in den Händen. Als er innehielt