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Sie war gestorben und im Himmel. Aber gab es dort oben wirklich guten Sex und faule, freie Vormittage? Wahrscheinlich war sie doch noch quicklebendig.
Nun, auf jeden Fall war sie himmlisch vergnügt. Vielleicht etwas verschlafen, ganz sicher durch und durch befriedigt und in höchstem Maße froh, dass man auch noch beinahe vierzig Jahre nach Beendigung der Innerstädtischen Revolten den internationalen Friedenstag als Feiertag beging.
Vielleicht hatte man den Junisamstag willkürlich und symbolisch zu diesem Feiertag gemacht, und vielleicht verschandelten die Überreste dieser grauenhaften Zeit selbst im Jahre 2060 noch weltweit die Landschaft, aber sie fand, die Menschen hatten einen Anspruch auf ihre Paraden, Grillpartys, pompösen Reden und ein Wochenende, an dem man sich ordnungsgemäß betrank.
Sie persönlich war ganz einfach froh, wenn es, egal aus welchem Grund, zwei freie Tage nacheinander für sie gab. Vor allem, wenn der zweite dieser beiden Tage derart angenehm begann.
Eve Dallas, hartgesottene Mordermittlerin, lag nackt auf ihrem Ehemann. Er hatte ihr gerade eben ein hübsches Stückchen Himmel offenbart, und sie ging davon aus, dass das auch andersherum der Fall gewesen war, da er unter ihr lag und langsam mit der Hand ihren Hintern streichelte, während sein Herz im Rhythmus eines Presslufthammers schlug.
Sie spürte, dass ihr fetter Kater Galahad, nun, da die Show vorüber war, zu ihnen auf die Matratze sprang.
Unsere glückliche, kleine Familie an einem faulen Sonntagvormittag, dachte sie. Na, wenn das nicht erstaunlich war. Sie hatte eine glückliche, kleine Familie, ein Heim, einen faszinierenden und geradezu absurd prachtvollen Ehemann, der sie auf Händen trug, und, was nicht zu unterschätzen war, er bot ihr wirklich guten Sex.
Ganz zu schweigen von dem freien Tag, der vor ihr lag.
Sie schnurrte beinahe so selig wie der Kater und vergrub die Nase an Roarkes Hals.
»Alles ist gut«, erklärte sie.
»Wenn nicht sogar noch besser«, antwortete er und schlang ihr seine wunderbaren Arme um den Leib. »Was würdest du gern als Nächstes tun?«
Sie lächelte vor lauter Glück über den herrlichen Moment, den Singsang Irlands, der in seiner Stimme schwang, und das warme Gefühl des Katzenfells an ihrem Arm, während der Kater in der Hoffnung, dass sie ihn liebkosen würde, seinen Schädel an ihr rieb.
Wahrscheinlich ging es ihm eher um sein Frühstück.
»Am liebsten nichts.«
»Das kriegen wir problemlos hin.«
Sie spürte, dass sich Roarke bewegte, und hörte, dass das Schnurren ihres Katers sich verstärkte, weil jetzt er von den Händen gekrault wurde, von denen eben noch sie selbst gehätschelt worden war.
Sie stützte sich auf ihren Ellenbogen ab, sah ihm ins Gesicht, und er schlug die Augen auf.
Gott, das strahlende und durchdringende Blau, die dichten, dunklen Wimpern u