»Auch das noch«, murmelte Patrick von Falkendorf, als er vorne auf der langen Buchenallee eine Frau erblickte, die offensichtlich eine Autopanne hatte.
Patrick war in Eile, deshalb hatte er statt der Bundesstraße diesen schönen, alten Schleichweg nach Gut Uhlenhorst gewählt. Der junge Mann transportierte den zweiten und dritten Gang eines Dinners, das heute Abend bei einem Fest auf Gut Uhlenhorst serviert werden sollte.
Die Vorspeisen, der Nachtisch und die Weine waren schon vor einer Stunde von Lübeck aus mit einem anderen Kleintransporter gestartet.
Die Fahrt über die Schlaglöcher der alten Allee bereitete Patrick, der sonst flotte Sportwagen fuhr, Schwierigkeiten. Er war jetzt schon unter Zeitdruck, und was wäre erst, wenn er anhielte, um dieser Frau bei ihrer Panne zu helfen?
Er wollte und musste seine Aufgabe gewissenhaft erfüllen, denn der Catering-Betrieb gehörte seinem Freund Jens, der mit diesem Auftrag in die Welt der Neureichen an der Ostsee aufsteigen wollte.
Außerdem fühlte sich Patrick schuldig.
Vor lauter Wiedersehensfreude hatten die beiden Männer herumgealbert und im Hof der Catering-Firma Fußball gespielt. Jens war dabei so unglücklich gestürzt, dass er sich eine Sehnenzerrung zugezogen hatte.
Ein Fahrer für Gut Uhlenhorst hätte sich auf die Schnelle finden lassen, aber niemand, der in einem dunklen Anzug und der Weste der Catering-Firma als »Butler« den Ablauf des Dinners überwachte, mehrere Hilfskräfte dirigierte und dabei noch eine gute Figur machte. Da war es Ehrensache gewesen, dass Patrick eingesprungen war.
Allzu fremd war ihm die Arbeit nicht, denn als künftiger Chef einer deutschen Hotelkette hatte er einiges über Catering gelernt. Das Wichtigste erschien ihm, pünktlich mit dem Hauptgang auf dem Gut vorzufahren.
Allzu viel Zeit blieb ihm also für seine Rolle als barmherziger Samariter nicht, wenn er der jungen Frau mit der Autopanne helfen wollte.
Mit dem Vorsatz, sich nicht lange aufhalten zu lassen, bremste Patrick den Wagen ab und hielt kurz vor dem liegen gebliebenen Auto an.
Die junge Frau hatte inzwischen die Heckklappe geöffnet und einen Wagenheber herausgeholt. Jetzt wandte sie sich Patrick zu und lächelte erfreut. Sie musste Mitte zwanzig sein, aber sie wirkte auf Patrick sehr viel mädchenhafter.
Der Eindruck war mit Sicherheit auf ihre schlanke Figur zurückzuführen. Auch ihre Kleidung, die aus einer marineblauen Hose und einer weißen Bluse mit hochgekrempelten Ärmeln bestand, schmeichelte ihrem Alter.
Jung und sommerfrisch erschien ihm die Frau mit dem dunkelblonden, halblangen Haar und den aparten bernsteinfarbenen Augen. Die Farbe passte in diese Landschaft mit der stürmischen See, den weißen Stränden und de