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Lars klopfte auf die breite Schulter seines Gastes, der vor dem Schreibtisch saß und eine Zigarette rauchte. „Erik! Welche Freude dich wiederzusehen, großer Bruder! Hast du Mama schon Hallo gesagt?“
„Wir haben telefoniert. Sie hat mir versprochen, mein Lieblingsessen zu kochen.“
„Sauerbraten mit Klößen, was? Fein. Dann erwartet uns ein schönes Familienessen heute Abend.“ Lars lächelte noch immer, während er in seinem Ledersessel Platz nahm. „Was kann ich für dich tun? Nein, sag nichts. Ich kann mir denken, weshalb du hier bist.“
„Wirklich?“ Erik Jacobsen bedachte seinen Bruder mit einem spöttischen Blick. „Da bin ich aber gespannt.“
„Im Grunde habe ich dich viel früher erwartet. Immerhin ist Vater bereits seit einer Woche tot. Was hat dich denn aufgehalten? War es wieder das Spielcasino? Oder irgendeine billige Prostituierte?“
Amüsiert strich Erik über seine von Aknenarben zerfurchten und wettergegerbten Wangen. „Donnerwetter! Deine hohe Meinung von mir hat sich nicht geändert.“
„Du hast in den vergangenen dreißig Jahren auch alles getan, um dir deinen Ruf redlich zu verdienen, werter Bruder.“ Lars verschränkte die Hände auf der Tischplatte. Seine kalten, blauen Augen hafteten auf Erik. Das Dauerlächeln machte einem unnachgiebigen Ausdruck Platz. „Vater hat dich enterbt. Und ich sehe keinen Grund, seinen Willen zu ändern. Von mir bek