: Yvonne Uhl
: Silvia-Duett - Folge 05 Eine Frau will vergessen/In seinen starken Armen
: Verlagsgruppe Lübbe GmbH& Co. KG
: 9783732509515
: Silvia-Duett
: 1
: CHF 1.80
:
: Erzählende Literatur
: German
: 128
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Eine Frau will vergessen:

Georg von Korff ist ein reifer Mann mit grauen Schläfen. Er hat bereits eine glückliche Ehe hinter sich, als er sich in die blutjunge Clementine verliebt und sie nach nur kurzer Zeit heiratet. Er vergöttert seine bezaubernde Frau und hofft, dass seine zweite Ehe ebenso glücklich wird wie die erste.

Doch da packt ihn plötzlich die Eifersucht, nimmt gegen seinen Willen Besitz von ihm und bereitet der hübschen Frau an seiner Seite die Hölle auf Erden. Auf Schritt und Tritt bewacht, lebt Clementine wie eine Gefangene im luxuriösen Haus ihres Mannes. Die Katastrophe kann nicht ausbleiben ...

In seinen starken Armen:

Nie mehr sein liebes Lächeln sehen, nie mehr seine Küsse spüren, nie mehr neben ihm erwachen ...

Michaela kann es kaum begreifen, dass sie nun allein ist. Viel zu früh ist ihr Mann gestorben, sein Tod lässt sie in tiefster Verzweiflung zurück. Ihr Leben ist nun auch zu Ende - glaubt die junge Witwe.

Doch es gibt einen Mann, der zu ihr steht, der ihr mit seiner Liebe neuen Lebensmut und neues Glück schenken will. Aber Michaela wehrt sich gegen dieses Gefühl. Sie will treu sein - über den Tod hinaus ...

Charlotte Thomas blickte verstohlen durch die Gardine auf die Straße hinaus.

»Sein Wagen hält, Clementine«, berichtete sie aufgeregt. »Er steigt aus, und er hält einen großen Blumenstrauß in der Hand.« Schnell drehte sie sich zu ihrer Tochter um. »Es ist so weit! Oh, Clementine! Was für ein Glück! Wir müssen dem Himmel dankbar sein.«

Clementine Thomas lauschte nach innen, als wollte sie sich fragen, wie ihr Herz empfand. Hatte es nicht immer heftig geschlagen, wenn Georg Freiherr von Korff sie bewundernd anblickte?

Charlotte Thomas strahlte, als sie auf ihre Tochter zuging.

»Clementine, du liebst ihn doch?«, forschte sie. »Der Altersunterschied macht dir doch gewiss nichts aus? Er wird dich auf Händen tragen. Wenn Vater das noch erlebt hätte!«, sprach sie.

Die Türklingel schrillte.

Charlotte Thomas eilte hinaus.

Clementine trat zum Spiegel und blickte sich aufmerksam an.

Liebe ich Georg von Korff?, fragte sie sich. Macht mir der Altersunterschied tatsächlich nichts aus? Georg ist zweiundvierzig Jahre alt, also zweiundzwanzig Jahre älter als ich. Nein, es macht mir nichts aus. Ich wundere mich bloß, dass er an mir Gefallen gefunden hat.

Nie kann ich so werden wie Carla, Georgs erste Frau. Von ihr spricht er nur in Ehrfurcht und Bewunderung. Werde ich nicht immer gegen ihren Schatten ankämpfen müssen?

Die Tür öffnete sich.

»Er ist da«, flüsterte Charlotte Thomas.

»Ja, ich komme«, sagte Clementine. Tapfer drückte sie die Türklinke nieder.

Georg Freiherr von Korff stand in der Mitte des Raumes. Er hielt zwei Blumensträuße in den Händen. In der Rechten trug er einen üppigen Strauß mit Teerosen, in der Linken hielt er langstielige blutrote Rosen.

Als Clementine eintrat und leise die Tür hinter sich zudrückte, ging er einen Schritt auf sie zu.

»Clementine«, sagte er, und seine Stimme klang heiser.

»Guten Tag, Georg.« Sie starrte ihn an und fand, dass er so gut aussah wie kein anderer Mann auf Erden. Die silbern schimmernden Schläfen gaben ihm etwas Überlegenes, Weltmännisches.

»Wie schön du bist!« Er legte den gelben Rosenstrauß auf den Tisch und ging auf sie zu. »Weißt du, warum ich hier bin?«, fragte er leise. Er hob die Linke mit dem Strauß roter Rosen.

»Ich glaube, ja«, stotterte sie.

Er nahm ihre Hand und zog sie an die Lippen.

»Clementine«, murmelte