: Marina Anders
: Notärztin Andrea Bergen 1267 Wo ist meine Mama?
: Verlagsgruppe Lübbe GmbH& Co. KG
: 9783732509782
: Notärztin Andrea Bergen
: 1
: CHF 1.80
:
: Erzählende Literatur
: German
: 64
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

'Du musst Isa operieren! Du bist die Einzige, die ihr noch helfen kann!'

Bei den Worten ihrer zukünftigen Schwägerin Leona treten der hübschen Dr. Alexa Heyder Tränen in die Augen. Nur zu gut kann sie Leonas Verzweiflung verstehen - doch als Neurochirurgin weiß Alexa auch um die Aussichtslosigkeit aller ärztlichen Bemühungen! Seit ein großer Tumor in Isas Wirbelsäule gefunden wurde, der in ihr Rückenmark zu wuchern droht, rechnen die Ärzte des Elisabeth-Krankenhauses mit dem Schlimmsten, und bisher konnten weder die aggressive Strahlen- noch die Chemotherapie den Tumor verkleinern. Die Operation ist Isas einzige Option - und sie ist lebensgefährlich!

< >Als Alexa zustimmt, den Eingriff durchzuführen, ahnt niemand, welch namenlose Angst die junge Ärztin umtreibt. Aber diese Operation an ihrer Nichte in spe soll für Alexa zur Bewährungsprobe und zum Prüfstein ihres Lebens werden ...

»Noch eine Viertelstunde, dann habe ich Dienstschluss«, bemerkte Notärztin Andrea Bergen nach einem Blick auf die Uhr. »Falls nicht noch im letzten Moment ein Einsatz kommt.«

»Dann drücke ich dir die Daumen, dass das nicht der Fall sein wird.« Alexa Heyder, die dunkelhaarige, attraktive Neurochirurgin, die seit einiger Zeit am Elisabeth-Krankenhaus arbeitete, nahm sich noch eine der Kokosmakronen, die Schwester Sonja heute mitgebracht hatte. Sie schmeckten himmlisch.

Die beiden Ärztinnen befanden sich im Aufenthaltsraum in der Notaufnahme. Alexa Heyder, die in dieser Woche zum Schockraumteam gehörte, hatte gerade ihren Nachtdienst angetreten und wollte sich noch rasch mit einer Tasse Kaffee stärken.

Einen Moment später ging die Tür auf, und Dr. Conrady kam herein, einer von Andrea Bergens Notarztkollegen und ihre Ablösung. Als sie ihn sah, erhellte ihre Miene sich.

»Sie sind ja schon da, Herr Conrady! Da ist mein Feierabend gerettet.«

»Dann hat mein Daumendrücken also geholfen, dass nicht in letzter Minute noch ein Einsatz kommt«, fügte Alexa lächelnd hinzu.

Herbert Conrady goss sich einen Kaffee ein. »Ich bin ein wenig früher dran, weil ich noch etwas zu erledigen hatte, das nicht so lange gedauert hat, wie ich dachte. Gehen Sie ruhig schon, Frau Bergen. Ich bin bereit für den nächsten Einsatz.«

»Danke, das ist lieb von Ihnen, Herr Conrady. Dann wünsche ich euch einen nicht zu hektischen Nachtdienst.«

»Und dir einen schönen Feierabend, Andrea«, erwiderte Alexa, und Herbert Conrady schloss sich an.

Nachdem die Notärztin gegangen war, verfielen die beiden Kollegen in angeregte Gespräche. Sie kannten sich schon seit Jahren, denn beide waren zuvor an der Berliner Charité tätig gewesen. Herbert Conrady war schon vor längerer Zeit ans Elisabeth-Krankenhaus gekommen, Alexa erst vor einigen Monaten.

Es dauerte nicht lange, da ging der erste Notruf ein. Inzwischen waren auch die beiden Sanitäter in Dr. Conradys Team eingetroffen. Alexa trank ihren Kaffee aus. Es konnte sein, dass es für das Schockraumteam gleich wieder Arbeit gab.

Schon wenig später kam der Rettungswagen zurück, allerdings ohne Patienten. Es hatte sich um einen Bagatellfall gehandelt, den das Notarztteam an Ort und Stelle hatte versorgen können.

Anschließend blieb es eine Weile ruhig, doch kurz nach acht Uhr häuften sich die Einsätze, und so gab es für das Schockraum-Team in dieser Nacht jede Menge zu tun. Besonders Alexa war als Neurochirurgin gefordert.

Bei einem polytraumatisierten Unfallopfer war es zu schweren Kopfverletzungen gekommen