: Heiko Stoff
: Wirkstoffe Eine Wissenschaftsgeschichte der Hormone, Vitamine und Enzyme, 1920-1970
: Franz Steiner Verlag
: 9783515105538
: Studien zur Geschichte der Deutschen Forschungsgemeinschaft
: 1
: CHF 57.00
:
: Geschichte
: German
: 397
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Unter dem Begriff 'Wirkstoffe' wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ausschließlich Enzyme, Hormone und Vitamine verstanden. Während die erst in den 1920er Jahren isolierten Hormone und Vitamine vereinte, dass sie selbst in kleinster Menge Mangelzustände aufhoben, verwiesen Enzyme auf die Fähigkeit, stoffwechselchemische Prozesse zu beschleunigen. Wirkstoffe, das waren unsichtbare, für das Funktionieren des Organismus jedoch unerlässliche chemische Agentien. Der Braunschweiger Wissenschaftshistoriker Heiko Stoff zeigt in seiner Studie, dass die wissenschaftlich erarbeiteten, staatlich geförderten und industriell produzierten Wirkstoffe eine neue Physiologie des leistungsstarken  Körpers begründeten und zugleich als präventive und optimierende Arzneimittel funktionierten. Insbesondere im Nationalsozialismus kam den Wirkstoffen eine zentrale Funktion bei der Leistungssteigerung und bevölkerungspolitischen Regulierung des 'Volkskörpers' zu. Gerade die Kompetenz der Wirkstoffe, in Experiment und Klinik erstaunliche Leistungen zu vollbringen, machte diese zugleich verdächtig, unerwünschte Reaktionen hervorzurufen.

Heiko Stoff leitet die Arbeitsgruppe zur Zeit- und Wissenschaftsgeschichte der Medizin am Institut für Ethik, Geschichte und Philosophie der Medizin an der Medizinischen Hochschule Hannover. Er publiziert zur Geschichte der wissenschaftlichen Institutionen, der Körper, der Sexualitäten und Moleküle.
INHALTSVERZEICHNIS2
1. PROBLEMATISIERUNG (EINE EINLEITUNG)4
1.1. MANGEL UND LEISTUNG: POLITISCH-AKADEMISCH-ÖKONOMISCHE VERWICKLUNGEN, 1860–19208
1.2. BIOKATALYSATOREN: REGULIERTE SYSTEME VON MANGEL UND LEISTUNG, 1920–195014
1.3. MODERNE KÖRPER: POLITIKEN DER REGULIERUNG, 1920–196016
1.4. MODULATIONEN DES WISSENS: FORSCHUNGSFÖRDERUNG UND WIRKSTOFFE, 1920–197019
2. INSTITUTIONALISIERUNG22
2.1. BIOLOGISCHE MEDIKAMENTE: ROHSTOFFE, PATENTE UND PROFITE, 1920–193431
2.2. GEMEINSCHAFTSARBEITEN: VOLKSGESUNDHEIT UND WIRTSCHAFT, 1920–193549
2.3. VOLKSPOLITIK: AUSNAHMEZUSTAND UND KRIEGSFORSCHUNG, 1936–194561
2.4. REINIGUNG: VERGANGENHEITSPOLITIK IN DER NACHKRIEGSZEIT, 1947–195979
2.5. RÜCKSTÄNDE: DENKSCHRIFTEN, UNITS UND DIE MOLEKULARBIOLOGISCHE WENDE, 1956–197091
3. STANDARDISIERUNG110
3.1. ISOLIERUNG: DIE ARBEITSGRUPPEN WINDAUS, BUTENANDT, KUHN, 1927–1942120
3.2. SYNTHETISIERUNG: NATÜRLICHE ODER KÜNSTLICHE WIRKSTOFFE, 1934–1964135
3.3. STOFFTRENNUNGEN: ENZYME ALS SYSTEME UND PROTEINE, 1926–1959149
3.4. BESTIMMUNGEN: BIOLOGISCHE, CHEMISCHE UND PHYSIKALISCHE WIRKSTOFFSPUREN, 1934–1970167
4. REGULIERUNG182
4.1. DAS WIRKSTOFFSYSTEM: FUNKTIONEN UND REGLERMECHANISMEN, 1927–1944191
4.2. GEN-WIRKSTOFF-SYSTEME UND BIOSYNTHESEN: DIE ASSOZIATION VON SUBSTANZEN, 1932–197205
5. AKTIVIERUNG223
5.1. HORMONISIERUNG: TECHNIKEN DER REPRODUKTIONSKÖRPER, 1922–1969229
5.2. VITAMINISIERUNG: VOLLWERTIGE ERNÄHRUNG UND DAS LEISTUNGSOPTIMUM, 1934–1962250
6. PREKARISIERUNG (SCHLUSS)277
6.1. PREKÄRE STOFFE: TOXIZITÄT UND CANCEROGENITÄT, 1927–1970284
6.2. KREBSTHEORIEN: WIRKSTOFFE ALS DIAGNOSTIKA, 1926–1953290
6.3. KREBS UND HORMON: DER STREIT UM ÖSTROGENE STOFFE, 1937–1970295
6.4. RISIKOKALKULATIONEN: DIE DFG-KOMMISSIONEN FÜR LEBENSMITTELZUSÄTZE, 1949–1970306
DANKSAGUNG320
ARCHIVE321
LITERATURVERZEICHNIS323
PERSONENREGISTER370
INSTITUTIONEN379
ABBILDUNGEN386