: Daniel Stenmans
: Der Friedhofsänger 3: Die Traumfrau Horror-Mystery-Reihe
: mainebook Verlag
: 9783944124575
: Der Friedhofsänger
: 1
: CHF 2.20
:
: Horror
: German
: 155
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der Friedhofsänger ist eine Horror-Mystery-Reihe. Jede Nacht zieht der Friedhofsänger, so nennen ihn die Leute, weil er so schaurige Geschichten zu erzählen weiß, durch die Straßen von Kevelaer, eine Kleinstadt am unteren Niederrhein, immer auf der Suche nach neuen Zuhörern ... BAND 3 DIE TRAUMFRAU: Benjamin Grothe glaubt sich im siebten Himmel. Sein größter Wunsch ist in Erfüllung gegangen - er darf die gutaussehende Blondine Linda seine feste Freundin nennen. Ben möchte sie am kommenden Wochenende seinen Freunden Hanna, Flo und Matts vorstellen. Doch zu einem Treffen kommt es nicht, da Ben seine Freunde immer mit einer neuen Ausrede konfrontiert. Die Freunde fragen sich, was es mit dieser mysteriösen Frau auf sich hat. Gibt es sie überhaupt? Doch dann stellt Linda sich den Freunden vor und sie wünschen sich, sie nie - NIEMALS - kennengelernt zu haben. Das Wochenende wendet sich in einen blutigen Albtraum ...

Daniel Stenmans wurde 1979 in Goch (Nordrhein-Westfalen) geboren und wohnt in Kevelaer. Er hat diverse Theaterstücke veröffentlicht (u.a. 'Es muss ja nicht immer Shakespeare sein', 'Haltet den... Hasen', 'Holland in Not') und, gemeinsam mit Michael Hübbeker, die interaktiven Mystery-Hörbücher 'Die Femeiche' und 'Die schwarze Kirche' (Ueberreuter Verlag). 'Der Friedhofsänger' ist seine erste E-Book-Reihe.

1 (Prolog)


Heute Nacht würde es klappen.

Mit einer Frau.

Christi Himmelfahrt tobte in Kevelaer die Kirmes auf dem Marktplatz. Bierbuden, Fahrgeschäfte, grelle Lichter und laute Musik. Auch im Partyzelt auf dem Parkplatz neben dem Bühnenhaus. Es wimmelte vor feierfreudigen und flirtlustigen Frauen. Es sollte ein Leichtes sein, jemanden mit nach Hause zu nehmen.

Selbst für ihn.

Er hatte sich in Schale geworfen. Hatte seine beste Jeans aus dem Schrank gekramt und aufgebügelt. Trug sogar ein Hemd, das er zunächst in die Hose stopfte. Doch als er sich im Spiegel betrachtete, war sein Bauch deutlich zu erkennen gewesen. Er wölbte sich sanft über den Gürtel, weshalb er das Hemd wieder herausgezerrt hatte und es nun locker über der Hose trug.

Wie immer, wenn er ausging, war er aufgeregt. Die Hoffnung, jemanden kennenzulernen, war immer größer als die eigentliche Chance. Ihm war es in den letzten Jahren nicht gelungen, eine Bekanntschaft zu machen, also warum ausgerechnet heute?

Weil heute heute ist, sagte er sich und gab sich seinen lebhaften Fantasien von langen blonden Haaren und einem umwerfenden Hintern hin.

Der Abend entwickelte sich wie jeder andere. Mit einem Pils in der Hand saß er an der langen Theke im Partyzelt am Bühnenhaus neben Hunderten anderen Menschen und lauschte den Halbplaybacks der Schlagersänger, die versuchten, die Größen des Metiers zu imitieren. Ein zu kurz geratener „Wolle“-Petry-Verschnitt stieß auf der Bühne einen Arm in die Luft, der mit Freundschaftsbändchen geschmückt war, und hielt die Kevelaerer Partygemeinschaft dazu an, abzutanzen. Die Besoffenen auf der Tanzfläche gaben ihr Bestes.