: James Rollins
: Feuerflut SIGMA Force - Thriller
: Blanvalet
: 9783641144241
: SIGMA Force
: 1
: CHF 8.00
:
: Spannung
: German
: 576
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein hochspannender Cocktail aus Abenteuer, Wissenschaft und Action
In einer Höhle in den Rocky Mountains werden mumifizierte Leichen und seltsame goldene Platten entdeckt, die mit unverständlichen Zeichen graviert sind. Bevor die Funde geborgen werden können, erschüttert eine gewaltige Explosion die Grabungsstätte - und eine junge Indianerin verschwindet mit einem wichtigen Beweisstück. Die Söldner der Geheimorganisation Gilde heften sich an ihre Fersen, und es gibt nur einen Menschen, der ihr noch helfen kann: ihr Onkel Painter Crowe, Direktor der SIGMA Force.

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Neueste Technologiekenntnisse und fundierte wissenschaftliche Fakten, genial verknüpft mit historischen und mythologischen Themen - all das macht die Abenteuerthriller von James Rollins zum einzigartigen Leseerlebnis. Der passionierte Höhlentaucher James Rollins betreibt eine Praxis für Veterinärmedizin in Sacramento, Kalifornien.

Herbst 1779
Kentucky

NACH UND NACH kam der Schädel des Ungeheuers zum Vorschein.

Ein gelblicher Stoßzahn ragte aus dem dunklen Erdreich.

Zwei schmutzige Männer knieten neben dem ausgehobenen Erdloch. Der eine war Billy Prestons Vater, der andere sein Onkel. Billy stand bei ihnen und knabberte unruhig an den Fingern. Er war zwölf und hatte darum gebeten, an der Reise teilnehmen zu dürfen. Bisher hatten sie ihn jedes Mal in Philadelphia bei seiner Mutter und seiner kleinen Schwester Nell zurückgelassen.

Dass er mitkommen durfte, erfüllte ihn mit Stolz.

Im Moment war ihm allerdings auch ein wenig bang zumute.

Vielleicht kam es daher, dass die Sonne unterging und ein Schattennetz aufs Lager warf. Oder es lag an den Knochen, nach denen sie seit einer Woche gruben.

Es waren noch andere Personen in der Nähe: schwarzhäutige Sklaven, die Dreck und Steine schleppten, sowie die sauber gekleideten Gelehrten mit ihren tintenfleckigen Fingern. Und dann war da noch der geheimnisvolle französische Wissenschaftler Archard Fortescue, der Leiter dieser Expedition in die Wildnis von Kentucky.

Der große, knochige Franzose mit seinen in tiefen Höhlen liegenden Augen machte Billy Angst, denn er erinnerte ihn wegen seiner dunklen Weste und der schwarzen Anzugjacke an einen Leichenbestatter. Er hatte Bemerkungen über den hageren Mann aufgeschnappt; Fortescue hatte Tote seziert, Experimente mit ihnen durchgeführt und in fernen Gegenden geheimnisvolle Artefakte gesammelt. Es hieß, er sei sogar an der Mumifizierung eines verstorbenen Gelehrten beteiligt gewesen, der seinen Leichnam der Wissenschaft vermacht und für diesen makabren Zweck seine unsterbliche Seele in Gefahr gebracht habe.

Allerdings hatte der französische Wissenschaftler Empfehlungsschreiben vorzuweisen. Benjamin Franklin hatte ihn persönlich für eine neue wissenschaftliche Vereinigung ausgewählt, die Amerikanische Gesellschaft zur Förderung nützlichen Wissens. Offenbar hatte er auf Franklin in der Vergangenheit Eindruck gemacht, wenngleich niemand etwas Genaues wusste. Außerdem war er mit dem neuen Gouverneur von Virginia bekannt, der sie alle an diesen seltsamen Ort geschickt hatte.

Und deshalb waren sie jetzt hier – und zwar schon seit geraumer Zeit.

In den vergangenen Wochen hatte Billy beobachtet, wie sich das Laub erst gelblich und dann feuerrot färbte. Neuerdings herrschte frühmorgens Frost. Nachts wehte der Wind die Blätter von den Bäumen, zurück blieben skelettartige Äste, die am Himmel zu kratzen schienen. Billy hatte die Aufgabe, die Grabungsstätte mit Besen und Rechen von Laub frei zu halten. Es war ein ständiger Kampf, als wollte der Wald das, was offen zutage lag, wieder zudecken.

Auch jetzt wieder hielt Billy einen mit Laub verfilzten Besen in Händen und schaute zu, wie sein Vater – die