: Susan Elizabeth Phillips
: Cottage gesucht, Held gefunden Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641150433
: 1
: CHF 8.90
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: German
: 512
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Peregrine Island vor der Küste von Maine. Annie Hewitt war sich sicher, nie wieder zurückzukehren. Und nun ist sie doch da – pleite, mut- und heimatlos, aber noch nicht bereit aufzugeben. Denn hier, auf dieser Insel, soll im Moonraker Cottage, dem Sommersitz ihrer Familie, der Nachlass ihrer Mutter versteckt sein. Annies Plan: ihr Erbe suchen, möglichst wenig auffallen und möglichst schnell wieder abreisen. Vor allem will sie unbedingt ein Aufeinandertreffen mit Theo Harp vermeiden. Er war ihre große Liebe. Doch jetzt ist er der Mann, den sie am meisten fürchtet. Und natürlich ist Theo der Erste, dem sie in die Arme läuft …

Susan Elizabeth Phillips ist eine der meistgelesenen Autorinnen der Welt. Ihre Romane erobern jedes Mal auf Anhieb die Bestsellerlisten in Deutschland, England und den USA. Die Autorin hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Mann in der Nähe von Chicago.

Kapitel 1

Annie redete normalerweise nicht mit ihrem Gepäck, aber sie war in letzter Zeit nicht ganz sie selbst. Das Fernlicht ihrer Autoscheinwerfer vermochte das chaotische Schneetreiben kaum zu durchdringen, die Scheibenwischer ihres uralten Kia waren dem Zorn des Sturms, der die Insel gerade überfiel, nicht gewachsen.

»Das ist nur ein bisschen Schnee«, erklärte sie dem übergroßen roten Koffer, der auf den Beifahrersitz gepfercht war. »Nur weil es sich wie das Ende der Welt anfühlt, heißt das nicht, dass es das auch ist.«

Du weißt, ich hasse die Kälte, antwortete Crumpet, die verwöhnte kleine Prinzessin, in ihrem Koffer. Sie sprach in dem nervtötenden Quengelton eines Kindes, das seinen Standpunkt gern verdeutlichte, indem es mit dem Fuß aufstampfte.Wie konntest du mich an diesen schrecklichen Ort bringen?

Weil mir die Alternativen ausgegangen sind …

Ein heftiger Windstoß brachte Annies Wagen zum Schaukeln, die Äste der hohen alten Tannen, die die ungepflasterte Straße säumten, wurden erbarmungslos hin und her gepeitscht. Jeder, der glaubte, die Hölle sei ein Glutofen, musste total im Irrtum sein. Die Hölle war diese trostlose, unwirtliche Insel im eiskalten Winter.

Hast du noch nie was von Miami Beach gehört?, nörgelte Crumpet weiter.Warum verschleppst du uns auf eine verlassene Insel mitten im Nordatlantik, wo wir wahrscheinlich von Polarbärengefressen werden!

Das Getriebe knirschte, während der Kia sich auf der schmalen, rutschigen Inselstraße vorankämpfte. Annie hatte Kopfschmerzen, ihre Rippen taten weh vom Husten, und die simple Anstrengung, einen langen Hals zu machen, um durch eine nicht beschlagene Lücke in der Windschutzscheibe hinausspähen zu können, machte sie schwindlig. Sie war ganz allein auf der Welt, ihr blieben lediglich die imaginären Stimmen ihrer Puppen, die sie in der Realität verankerten. Selbst in ihrem angeschlagenen Zustand entging Annie nicht die Ironie.

Sie beschwor die besänftigendere Stimme von Crumpets Gegenpart herauf, der praktisch denkenden, vernünftigen Dilly, die in dem kleineren roten Koffer auf dem Rücksitz verstaut war.Wir sind hier nicht mitten im Nordatlantik, sagte Dilly.Wir sind auf einer Insel, die zehn Meilen vor der Küste Neuenglands liegt, und nach allem, was ich gehört habe, gibt es in Maine keine Polarbären. Außerdem ist Peregrine Island nicht verlassen.

Die Prinzessin stieß einen verächtlichen Laut aus.Man könnte es aber meinen. Wäre Crumpet auf Annies Hand gewesen, hätte sie ihre kleine Nase hoch in die Luft gereckt.Die Leute können schon im Hochsommer hier kaum überleben, geschweige denn im Winter. Ich wette, die essen ihre Toten, um nicht zu verhungern.

Der Wagen geriet le