: Daniel Stenmans
: Der Friedhofsänger 1: Der Polizist Horror-Mystery-Reihe
: mainebook Verlag
: 9783944124551
: Der Friedhofsänger
: 1
: CHF 2.20
:
: Horror
: German
: 130
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der Friedhofsänger ist eine Horror-Mystery-Reihe: Werner P. Bonner besitzt eine unheimliche Gabe: Wenn er seine Hand auf die Grabsteine des Friedhofs legt, sieht er, wie die Menschen zu Tode gekommen sind. Mehr noch: Er sieht die Wahrheit. Eine Wahrheit, so düster und unheimlich, dass man sie besser nicht erzählen sollte. Doch Bonner kann nicht anders. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Wahrheiten zu verkünden. Jede Nacht zieht der Friedhofsänger, so nennen ihn die Leute, weil er so schaurige Geschichten zu erzählen weiß, durch die Straßen von Kevelaer, eine Kleinstadt am unteren Niederrhein, immer auf der Suche nach neuen Zuhörern ... BAND 1 DER POLIZIST: Christian Mayer ist Polizist in dem beschaulichen Wallfahrtsort Kevelaer. Seine Kollegen nennen ihn einen stoischen Einzelgänger, einen harten Knochen. Doch Mayer ist mehr: Er ist hart, er ist brutal - ein regelrechter Sadist! Wie viele Menschen so hat auch Christian Mayer eine Leiche im Keller, von der niemand etwas weiß. Als Mayer sich an dem Sohn des Lokalpolitikers Bergmann vergreift, überschlagen sich die Ereignisse. Seine Vergangenheit holt ihn plötzlich ein und seine Dämonen krabbeln aus ihren Gräbern. Denn Mayers Leiche im Keller ist tatsächlich tot. Und hat noch eine Rechnung mit ihm offen ...

Daniel Stenmans wurde 1979 in Goch (Nordrhein-Westfalen) geboren und wohnt in Kevelaer. Er hat diverse Theaterstücke veröffentlicht (u.a. 'Es muss ja nicht immer Shakespeare sein', 'Haltet den... Hasen', 'Holland in Not') und, gemeinsam mit Michael Hübbeker, die interaktiven Mystery-Hörbücher 'Die Femeiche' und 'Die schwarze Kirche' (Ueberreuter Verlag). 'Der Friedhofsänger' ist seine erste E-Book-Reihe.

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Wenn man aus Holland kommend in Well die Grenze überquert – dort wo ein ehemaliges Zoll-Revier einer Frittenbude gewichen ist – und dann der L 486 folgt, kommt man irgendwann an einen Kreisverkehr, an dem man die zweite Ausfahrt nehmend automatisch auf die L 361 gelangt. Wenn man dann einen guten Kilometer später links abbiegt, kommt man auf die Wember Straße, die einen nach gut 500 Metern ein gelbes Ortschild passieren lässt, auf dem folgendes zu lesen ist:

Kevelaer
Kreis Kleve

Dieser Strecke folgte Lasse Bergmann in seinem blaugrauen Ford, Baujahr 1996. Im CD-Wechsler säuselte Jack Black, für einen Mann sei es an der Zeit, seine Partnerin etwas sanfterzu nehmen und ihr ab und an mal Blumen mitzubringen oder gar Komplimente zu machen. Ein Vorschlag, so glaubte Lasse, den er nicht brauchte. Er sang das Finale des SongsFuck Her Gently voller Inbrunst mit, als er mit 120 Stundenkilometern die L 486 entlangbrauste. Lasse schenkte einem 70-Schild keine weitere Beachtung.

Als die ersten Akkorde des nächsten Songs erklangen, drehte Lasse den CD-Spieler lauter und schlug den Takt mit zwei Fingern seiner rechten Hand auf dem Lenkrad mit und blickte geradeaus auf die Landstraße, die nun eine weite Kurve beschrieb. Somit fiel ihm nicht auf, dass ein Streifenwagen seine Verfolgung aufgenommen hatte.

Irgendwann glaubte Lasse, etwas aus den Augenwinkeln zu sehen. Er warf einen Blick über seine Schulter. Als er den Streifenwagen auf gleicher Höhe fahren sah, traf es ihn fast wie ein Schlag ins Gesicht und er stieg mit beiden Füßen auf die Bremse. Die Reifen quietschen, als das Gummi über den Asphalt schlidderte, während der Streifenwagen vor ihm einscherte und an die rechte Seite fuhr. Lasse lenkte seinen Wagen ebenfalls an die Seite und schaltete den Motor aus. Sein Herz raste in der Brust und er bemerkte, wie ihm der Schweiß den Rücken hinunterlief. Seine Haut begann zu prickeln und zu jucken.

Scheiße, ich war doch wohl nicht zu schnell …, fragte er sich. Er trommelte nervös mit den Händen aufs Lenkrad, während seine Augen auf die roten Bremslichter des Streifenwagens vor ihm starrten.

Wie schnell bist du gefahren?

Er wusste es nicht.

Fünfundsiebzig? Achtzig?

Das ginge ja noch.