: Robert Jakob
: Drei Männer - drei Frauen oder der Mann mit dem goldenen Lächeln
: AtheneMedia-Verlag
: 9783869922386
: 1
: CHF 0.90
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: Erzählende Literatur
: German
: 133
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
3 Männer mit körperlichen Eigenheiten treffen in 3 Erzählungen auf 3 Frauen: Danach ändert sich ihr Leben! - Die Reise nach Jerusalem Ist Gott ein Mann oder eine Frau? Die Antwort weiß vielleicht ein Riese aus Nordgriechenland, der am Ufer des dunklen Flusses Styx sein Lager aufgeschlagen hat. Zuvor muss er jedoch die größte Herausforderung seines Lebens meistern. Wird er es schaffen, einen unerwarteten Gast sicher auf den Weg nach Jerusalem zu geleiten? - Der Mann mit dem goldenen Lächeln Eines Morgens nach einer Karnevalssitzung wacht Kalle Pressler auf und ist gelähmt. Aber nicht etwa von den Hüften abwärts oder in den Beinen, sondern im Gesicht! Zu Lachen hat er zunächst nichts, doch mit der Zeit gewöhnt Kalle sich an seine Behinderung. Ja, sie wird richtiggehend zum großen Glücksfall seines Lebens. Denn der einstige Miesepeter wird zum Charmeur, obwohl er sich nach außen hin gar nicht so fühlt. Er gewinnt nach und nach die Herzen aller Tiere, Kinder und sogar der Polizei. Und vielleicht auch das Herz seiner persönlichen Herzdame. - Kimme, Korn, ran Beruht auf einer wahren Begebenheit. Friedbert Rausch hat eine 'Marlboro-Mann-Stimme' vom vielen Rauchen. Er führt ein langweiliges Leben zwischen Bier und Tabak. Eines Tages scheint er das große Glücksrad drehen zu können. Er gewinnt eine Einladung in die berühmte Fernsehshow 'Der goldene Schuss'. Hostessen mit verbundenen Augen werden von den Kandidaten zur Abgabe eines Armbrustschusses auf eine Zielschreibe gesteuert. Wer trifft, gewinnt. Dem Kandidaten Friedbert Rausch wird leider seine brüchige Raucherstimme zum Verhängnis. Denn er kann das entscheidende Signal für den 'goldenen Schuss' nicht richtig ausrufen und verpasst damit knapp den Hauptpreis. Er bekommt jedoch eine zweite und ganz unerwartete Chance.

Robert Jakob, Chemiker und Biochemiker, arbeitete zunächst in der Grundlagenforschung und im Pharmamanagement, ehe er Publizist wurde. Er ist Autor diverser Bücher und zahlreicher Artikel für Zeitungen und Magazine. Er war als Chefredakteur und Redaktionsleiter tätig, u.a. bei der NZZ-Gruppe.

Seine Neugier war verständlich, denn was machte wohl ein sechs- oder siebenjähriges blondes Mädchen mit keltisch anmutenden Zöpfen allein im Libanon?

„Ich heiße Christa“, erhielt er zur Antwort.

Die kräftigen Sonnenstrahlen, die das Wasser am Ufer noch verstärkte, erhellten ihr bleiches Gesicht. Ein paar kleine Sommersprossen auf jeder Wange gaben dem Mädchen etwas Keckes.

„Christa, es ist schon etwas spät. Möchtest du nicht lieber erst morgen weiter und die Nacht hier verbringen?“, schlug der Thraker vor.

Dabei dachte er auch an den starken Wind, aber dieser hatte urplötzlich abgenommen, so dass jetzt eineunerwarteteStille herrschte.

„Nein, das kann ich nicht, denn in Jerusalem wartet man bereits auf mich“, entgegnete die Kleine.

Dimitros spürte, dass er nicht mehr das Recht besaß, weiter zu fragen.

„Dann laßuns gehen!“, sagte er nur noch und senkte zeitgleich Kopf und Stimme.

Das ungleiche Paar machte sich schweigend,alskennees sich schon eine Weile,auf den Weg zum Ufer. Dimitros zog seine Ledersandalen aus und ließsie an einem Holzpfahl, der ihm ansonsten auch zum Anbinden von Vieh diente, zurück. Der Pflock stand an einer kleinen,unscheinbaren Biegung des Flusses. Dort gelangte die Strömung nicht hin. Daher stand das Wasser fast still, diente als sichere Viehtränke undsichereEinstiegsstelle gleichzeitig. Gleichwohlwar das andere Ufer in guter Sichtweite. Mit ruhigem Gewissen konnte Dimitros hier sein Schuhwerk zurücklassen. Ihm war nie etwas gestohlen worden, und er selbst hatte nie in seinem Leben gestohlen oder irgendetwas Unrechtes getan. Auch kannte er selber das Böse nur vom Hörensagen. Drum ließer seine Sandalen immervoller Gottvertrauenam selben Ufer zurück, bereit, sie nach getaner Arbeit wie ein paar alte Weggefährten wiederzutreffen. Dieser Ritus hatte sich tausende Male wiederholt. Er zurrte sich das Wams fest und nahm das Mädchen auf die Schulter. Dazu drehte er seine Handgelenke zum Himmel, griff ihr unter die Achselhöhlen und hievte sie senkrecht vor sich nach oben. Dann ließer sie mit ausgestreckten Armen ein wenig nach unten auf seinen Nacken gleiten. Feingliedrig wie sie war, kam es ihm vor, als trüge er ein neugeborenes Lämmchen um seinen Hals gewickelt, so leicht war ihm die Last. Er vergewisserte sich, dass sein Furtgast bequem saß<