: Thomas R. Köhler
: Vernetzt Verwanzt Verloren Die unglaublichen Methoden der Wirtschaftsspionage
: Westend Verlag GmbH
: 9783864895555
: 1
: CHF 8.90
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: Sonstiges
: German
: 256
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Spionage als Waffe im globalen Wettbewerb Seit Edward Snowdens Enthüllungen ist klar: Informationstechnologie, insbesondere das Internet, eignet sich als Mittel nicht nur im Kampf gegen den Terror, sondern vor allem auch als Waffe im globalen Wettbewerb. Aber nicht nur Geheimdienste, sondern auch private Organisationen verfügen über die Möglichkeiten, Rechner anzuzapfen und Kommunikationsverbindungen abzuhören. Die umfassende Vernetzung unserer Lebens- und Arbeitswelt macht uns angreifbar.Jeder kann das Opfer einer solchen Attacke werden, durch die wettbewerbsrelevante Informationen gestohlen werden. Wer die Auftraggeber und Profiteure sind, welche Gefahren dabei für die Zukunft von Unternehmen drohen und wie man sich schützen kann, zeigt Thomas R. Köhler in diesem Buch.

Thomas R. Köhler Thomas R. Köhler ist Internetunternehmer der ersten Stunde und entwickelte mit dem von ihm gegründeten Unternehmen Internet& Service bereits in den 1990er Jahren Software für die Analyse von Webinhalten sowie für die Vernetzung von Maschinen untereinander. Seit 2007 berät er Unternehmen beim Aufbau sicherer IT/TK-Infrastrukturen. Über mehrere Semester lehrte Köhler zudem Wettbewerbsforschung an der Fachhochschule Ansbach. Bisherige Bücher:"Die Internetfalle" (2010) und"Der programmierte Mensch" (2012).

1Spionage: ein unterschätztes Thema


Es liegt in der menschlichen Natur, Risiken unzureichend einzuschätzen. Ganze Gruppen von Gefahren werden systematisch unterschätzt, andere dafür deutlich überschätzt. Ein Musterbeispiel für eine überschätzte Bedrohung ist die Wahrnehmung des Risikos, durch einen Haiangriff zu Schaden zu kommen. Die Bedrohung scheint enorm, Haiangriffe sind aus den Sommerschlagzeilen der großen Publikumszeitungen nicht wegzudenken.

Bei genauer Betrachtung stellt man jedoch fest, dass weltweit jährlich nur 70 bis 100 Attacken von Haien auf Menschen mit 5 bis 15 Todesfällen stattfinden. Diese quasi amtliche Dokumentation derartiger Vorfälle durch das International Shark Attack File (ISAF) der Universität Florida liefert dazu die harten Fakten.1 Ob und wie viele deutsche Staatsbürger durch Haiattacken zu Schaden kommen, ist im Detail nicht bekannt. Man kann jedoch getrost davon ausgehen, dass diese eher unterproportional vertreten sind, da an deutschen Küsten Haie üblicherweise nicht vorkommen.

Würde man nun die Angst vor dem Hai als rational betrachten und demzufolge als Maßstab für die Einschätzung von Lebensrisiken nehmen, so müsste man sich noch viel mehr davor fürchten, bei jeder Mahlzeit an verschlucktem Essen zu sterben: Immerhin 615 Menschen sind alleine in Deutschland 2008 auf diese Weise zu Tode gekommen.2 Von massiven Ängsten breiterer Bevölkerungsgruppen, während der Mahlzeit zu verunglücken, ist jedoch nichts bekannt.

Menschliche Ängste und Befürchtungen sind nur selten rational. Die Gefahr, beim morgendlichen Brötchenholen unter ein Auto zu geraten, dürfte deutlich höher sein, als im Urlaub ein Opfer von Haien zu werden. Ebenso gravierend höher ist das Risiko, im Internet Opfer eines Identitätsdiebstahls zu werden – wobei derartig »unsichtbare« Risiken für Menschen kaum einzuschätzen sind. Beim Hai hat man immerhin spätestens nach dem KinofilmDer weiße Hai ein plastisches Bild der Gefahr vor Augen.

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