I
Das Chaos
Michail Iwanowitsch Kostrow, in keiner Weise abergläubisch, spürte in seinem Leben die Dinge auf sich zukommen; sie kündigten sich durch kaum wahrnehmbare Zeichen an. Zum Beispiel seine Verhaftung. Da hatte es den eigenartigen Tonfall des Rektors gegeben, als er zu ihm sagte:
»Michail Iwanowitsch, ich habe beschlossen, Ihre Vorlesung vorübergehend auszusetzen … Sie sind gerade beim Direktorium, nicht wahr?« Angst, natürlich, vor den Anspielungen auf die neue politische Wende. »Bereiten Sie mir doch«, fuhr der Rektor fort, »eine ganz kurze Vorlesung über Griechenland vor …«
Eine Zeitverschiebung von etwa zweitausend Jahren. Hier spürte Kostrow, dass er einen Fehler machte, aber er beging ihn fröhlich, um des Vergnügens willen, den Rektor ein wenig zu beunruhigen, diesen fest im Sattel sitzenden Hasenfuß, der immer eine besondere Stimme bekam, wenn er mit dem Sekretariat des Komitees telefonierte.
»Ausgezeichnete Idee«, antwortete er. »Schon seit Langem habe ich eine Reihe von Vorträgen über die Klassenkämpfe in der antiken Polis im Kopf … Da ist Raum für eine ganz neue Theorie der Tyrannei.«
Der Rektor mied seinen Blick, den Kopf über seine Papiere gebeugt. Sein ka