»Habe ich dir heute eigentlich schon gesagt, wie schön du bist?«
Mit einem strahlenden Lächeln zog Justus Prinz von Sweekhorst die geliebte Frau in seine Arme und hielt sie fest umschlungen. Voller Zärtlichkeit ruhte sein Blick für einen Moment auf dem ebenmäßigen, schmalen Gesicht, bevor sich ihre Lippen zu einem leidenschaftlichen Kuss trafen.
Lange standen sie so eng umschlungen beieinander, küssten sich, schauten sich tief in die Augen und küssten sich wieder. Wie immer in solchen Momenten hatte Justus das Gefühl, sein Herz müsse ihm vor Glück zerspringen.
Seit anderthalb Jahren waren Inga und er jetzt verheiratet, und er war noch genauso verliebt in sie wie am allerersten Tag. Nur dass er sie jetzt auch noch mit jeder Faser seines Herzens liebte und er sich nicht vorstellen konnte, dass das jemals aufhören könnte.
Dabei hatte es am Anfang gar nicht danach ausgesehen, als ob aus ihnen einmal ein Paar werden würde. Er hatte sehr kämpfen müssen – erst um Ingas Liebe, dann darum, sie heiraten zu dürfen. Aber er war sich vom ersten Augenblick an so sicher gewesen, dass Inga die Frau war, mit der er leben und alt werden wollte, dass sie die Mutter seiner Kinder sein sollte – wie hätte er da nicht kämpfen sollen? Und er hatte es bis heute nicht eine einzige Sekunde bereut.
Nie würde er diesen Tag vergessen, an dem sie sich das erste Mal begegnet waren und ihn die Liebe getroffen hatte wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Dieser Moment war so überraschend und überwältigend gewesen, dass er heute noch das Gefühl hatte, jemand zöge ihm den Boden unter den Füßen weg, wenn er sich daran erinnerte.
Manchmal meinte Justus, dass ihn die Erkenntnis auch deshalb so erschüttert hatte, weil er zu jenem Zeitpunkt an alles Mögliche gedacht hatte, nur nicht ans Heiraten – ganz im Gegensatz zu seinen Eltern. Das Fürstenpaar war ganz entschieden der Meinung gewesen, es sei für ihn mit Anfang dreißig nun wirklich an der Zeit, sich ernsthaft zu binden und eine Familie zu gründen.
Im Widerspruch dazu hatte sich sein Vater später, als Justus ihnen Inga als die Frau seines Lebens vorgestellt hatte, tatsächlich zu der Bemerkung hinreißen lassen, er habe doch noch genügend Zeit, sich umzuschauen. Mit einer Heirat könne er sich ruhig Zeit lassen.
Zum ersten Mal waren Inga und er sich auf einer Modenschau im fürstlichen Modehaus begegnet.
Justus hatte das Ereignis von der Planung bis zur Aufführung der Kollektion begleitet, nachdem er ein Ja