DER STILLBEGINN
MUTTER UND BABY BRINGEN ALLE VORAUSSETZUNGEN ZUM STILLEN MIT. DOCH BRAUCHEN SIE ETWAS ZEIT ZUM ÜBEN UND KENNENLERNEN. WAS IST AM ANFANG WICHTIG, UM IN DAS STILLEN HINEINZUKOMMEN?
DIE ERSTEN STUNDEN UND TAGE
Die erste Begegnung mit Ihrem Baby ist ein besonderer Moment. Ihr Kind, das Sie viele Monate erwartet haben, ist nun da – endlich können Sie es in den Arm nehmen, es genau anschauen, auf seine leisen Geräusche lauschen und es beschnuppern. Langsam lernen Sie sich gegenseitig kennen. Viele Frauen erleben die Stunden nach der Anstrengung der Geburt als große Erleichterung und empfinden eine tiefe Freude. Sie verlieben sich spontan in ihr Kind. Andere empfinden keine besonderen Gefühle, es dauert mehrere Tage oder Wochen, bis die Gefühle nach und nach wachsen.
Das Baby ist geboren!
Vielleicht spüren Sie selbst den Impuls, Ihr Baby zu sich zu nehmen. Vielleicht brauchen Sie noch etwas Zeit, bis es so weit ist. Oder Ihre Hebamme legt es Ihnen auf den Bauch, trocknet es ab und deckt Sie beide zu. Gedämpftes Licht, Ruhe und etwas Privatsphäre tun gut. Der Vater oder eine andere Begleitperson sind willkommen. Nun brauchen Sie einfach in Ruhe viel Zeit mit Ihrem Baby.
In der ersten Stunde ist das Neugeborene meist lange aufmerksam. Besonders faszinierend findet es Ihr Gesicht. Sie spüren sich gegenseitig, lernen sich kennen, mit großen Augen schaut Ihr Kind Sie an. Durch Ihre vertraute Stimme wird es ruhiger, genießt Ihren Geruch und fängt an, Sie zu erkunden.
Hautkontakt nach der Geburt
Die körperlichen Vorgänge bei Ihnen und Ihrem Baby machen Sie jetzt besonders offen füreinander. Der normale äußere Rahmen ist, dass das Personal den Hautkontakt ununterbrochen mindestens eine oder zwei Stunden lang oder bis Sie das erste Mal gestillt haben ermöglicht.
Wenn Ihr Baby direkt auf Ihrer Haut liegt, bleibt es warm. Hormone werden bei Mutter und Baby ausgeschüttet, die die Milchbildung anregen und den Bindungsaufbau stärken. Es hat zuerst nicht mit Fremd-, sondern mit Familienbakterien Kontakt, gegen die Sie Abwehrstoffe in Ihrer Milch bilden. Das stärkt sein Immunsystem.
Während Untersuchungen oder wenn bei Ihnen eine Geburtsverletzung genäht wird, kann Ihr Baby auf Ihrem Bauch liegen bleiben. Alle Routinemaßnahmen wie Wiegen, Messen und Anziehen sind später möglich. Falls der Kreißsaal bald frei werden muss, wird manchmal die Mutter mit ihrem Baby in Hautkontakt – beide zugedeckt – verlegt. Eine Ausnahme ist selbstverständlich, falls das Neugeborene dringend medizinische Versorgung braucht.
NACHHOLEN MÖGLICH
Nicht immer finden Eltern im Krankenhaus Bedingungen vor, die ausgiebigen Hautkontakt mit dem Baby nach der Geburt ermöglichen. Falls man Ihr Baby wegnehmen will, können Sie oder Ihr Partner ruhig sagen, dass Sie es bei sich behalten möchten. Es kann aber auch sein, da