: Michael Reaves
: Star Wars: Im Zwielicht - Coruscant Nights 1
: Panini
: 9783833229626
: 1
: CHF 8.90
:
: Science Fiction, Fantasy
: German
: 320
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der Weg aus den Schatten führt über das Licht ... Jax Pavan ist einer der wenigen Jedi-Ritter, die wie durch ein Wunder Palpatines Order 66 überlebt haben. Tief unten, in den zwielichtigen Slums von Coruscant, schlägt er sich nun als Privatdetektiv durch. Während er versucht, Menschen in Not zu helfen und dabei seine Jedi-Identität zu verschleiern, setzt er alles daran, den Häschern des Imperators immer einen Schritt voraus zu sein. Doch als Jax vom Tod seines alten Meisters erfährt und eine beschwörende letzte Nachricht von ihm erhält, bleibt ihm nichts anders übrig, als die trügerisches Sicherheit der Schatten zu verlassen und das Vermächtnis seines Meisters zu ehren - auch wenn dies bedeutet, dass die Schergen der Dunklen Seite der Macht nun seine Fährte aufgenommen haben ...

1. Kapitel

Auf den untersten Ebenen, in den tiefen, urbanen Schluchten des Stadtplaneten Coruscant, bekam man in der Tat nur selten Sonnenlicht zu sehen. Für die Bewohner der verschnörkelten, leuchtenden Wolkenschneider, Himmelstürme und Superhimmelstürme – welche bis zu zwei Kilometer in die Höhe ragten – mochte die Sonne etwas Selbstverständliches sein, genauso wie die anderen Annehmlichkeiten des Lebens. Das WetterNetz garantierte, dass es erst nach der Abenddämmerung oder noch später regnete, und das strahlende, goldene Sonnenlicht wurde einfach als etwas Normales vorausgesetzt – ebenso wie die Luft zum Atmen.

Doch Hunderte Stockwerke unter den obersten bewohnten Etagen der großen Türme, Zikkurats und Minarette, in Bereichen, die sich de facto sogar unter der Oberfläche des Stadtplaneten befanden, sah die Sache anders aus. Hier lebten und starben Hunderttausende Menschen und Vertreter anderer Spezies, ohne auch nur einmal den sagenumwobenen Himmel gesehen zu haben. Hier war das Licht, das durch die allgegenwärtigen grauen Inversionsschichten herabsickerte, bleich und fahl. Der Regen, der die Oberfläche erreichte, war fast immer sauer, und zwar in solchem Maß, dass er bisweilen winzige Rillen in das Ferrokarbon der Grundmauern fraß. Man mochte kaum glauben, dass etwas in diesen trostlosen Gräbenüberleben konnte. Doch selbst hier hatte sich das Leben, intelligentes ebenso wie anderweitiges, schon vor langer Zeit an das ewige Zwielicht und die beengten Verhältnisse angepasst.

Ganz unten, am Grund dieser Schluchten, im vielfarbigen Pulsieren derLichter und Schilder, labten sich Steinmilben und Kabelwürmer am technologischenAbfall. Durabetonschnecken fraßen sich blind einen Weg durch den Müll,Fledermausfalken bauten ihre Nester in der Nähe von Energiewandlern, umihre Eier warm zu halten, und Panzerratten und Spinnenschaben krochenauf der Jagd durch zwei Stockwerke hohe Abfallberge. Sie undMillionen anderer Arten opportunistischer und parasitärer Organismen – von einzelligen Tierchenbis hin zu Wesen, die intelligent genug waren, sich aneinen anderen Ort zu wünschen – versuchten verbissen, hier zuüberleben,und ihr Kampf unterschied sich gar nicht mal so sehrvon dem auf Tausenden von Dschungelwelten. Auch die Ausgestoßenen derGalaxis, eine bunte Mischung empfindungsfähiger Wesen, die von denen weiteroben einfach nur als„Unterweltler“ bezeichnet wurden, bestritten hier einDasein aus Gewalt und Verzweiflung. Schließlich war dies hier lediglicheine andere Art von Dschungel – und wo es einen Dschungelgibt, gibt es auch stets Jäger.

Even Piell hatte Glück gehabt. Auf dem von Gewalt heimgesuchten Planeten Lannik in eine verarmte Familie hineingeboren, hatten die Jedi ihn wegen seiner Verbundenheit mit der Macht im Kleinkindalter geholt, und er war im Tempel aufgewachsen, weit entfernt von der Armut und dem Elend, die ihm einst als das unausweichliche Geburtsrecht seines Heimatplaneten erschienen waren. Zugegeben, sein Leben waräußerst asketisch, aber es war auch geordnet, sauber und – ganz besonders wichtig –zielgerichtet. Es diente einem Zweck. Er war Teil einer Sache, die größer war als er selbst, eines edlen und verehrten Ordens, dessen Geschichte Hunderte von Generationen zurückreichte. Er war ein Jedi-Ritter gewesen – doch jetzt war er ein Ausgestoßener.

Jene, die ihn kannten, respektierten den kleinwüchsigen Humanoiden für seine Furchtlosigkeit und seine Kampfkünste – und sie taten gut daran. Hatte er nicht Myk’chur Zug, einen Terroristen der Roten Iaro, zur Strecke gebracht, obwohl es ihn ein Auge gekostet hatte? Hatte er nicht die Schlacht von Geonosisüberlebt und während der Klonkriege viele weitere Gefechte aufseiten der Republik bestritten? Man konnte zu Recht behaupten, dass Even Piell nie in seinem Leben vor einem Kampf zurückgeschreckt war. Ausgestattet mit ei