: Ina Finn
: Weinwissen In 2 Tagen zum Kenner
: Hallwag
: 9783833837234
: Hallwag Allgemeine Einführungen
: 1
: CHF 11.70
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: Getränke
: German
: 96
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
-Weinkenner an einem Wochenende- hält, was er verspricht! Möchten Sie beim Abendessen mit Geschäftspartnern mit einer gelungenen Weinwahl und der korrekten Weinsprache punkten? Oder wollen Sie Ihren Gästen daheim optimal gekühlten Wein in geeigneten Gläsern servieren und noch etwas zur Typik des Weines berichten können? Dann lassen Sie sich auf ein paar inspirierende Stunden mit Ina Finn ein: Unsere Weinexpertin führt Sie unkompliziert und verständlich durch die Verkostung eines kleinen Weinpakets und gibt Ihnen alles Wissenswerte rund ums Thema Wein an die Hand. Damit Sie bestens gerüstet sind und einen guten Eindruck hinterlassen können, wenn es darauf ankommt.

Vorbereitung einer Weinverkostung


In meinem Beruf als Sommelière organisiere ich regelmäßig Weinproben und Verkostungsveranstaltungen aller Art. Ich genieße es, mich darauf vorzubereiten, und fange oft schon mehrere Tage im Voraus damit an. Ich wähle die zu verkostenden Weine aus und schaue dann, welche ich bereits im Keller habe und welche ich noch einkaufen muss. In diesem Kapitel gebe ich Ihnen Tipps aus meinem beruflichen Alltag, die Ihnen die Vorbereitung Ihrer eigenen Weinprobe erleichtern sollen.

Bestimmt hat Ihnen das Auswählen und Einkaufen der sechs vorgeschlagenen Weine (siehe>) Spaß gemacht. Nun sind Sie gespannt, was Sie erwartet. Mir jedenfalls geht es so, wenn ich einen Wein, den ich noch nicht kenne, probieren kann. Ich treffe alle Vorbereitungen undöffne dann mit großer Vorfreude die Flasche. Ich selbst verkoste am liebsten zusammen mit Kollegen. Zum einen ergibt sich dadurch die Möglichkeit des Meinungsaustausches, zum anderen finde ich es immer schade, wenn wegen eines kleinen Probeschlucks eine ganze Flasche geöffnet und der Rest vielleicht weggegossen werden muss. Das hat nicht zuletzt auch mit dem Respekt vor der Arbeit des Winzers zu tun.

Die beste Zeit zum Verkosten

Wir Fachleute verkosten am Vormittag, um zehn oder elf Uhr. Zuvor haben wir ordentlich gefrühstückt, haben statt Kaffee lieber einen milden Tee getrunken und sind damit fit für die anstehende Verkostung. Am Abend, nachdem unsere Sinne tagsüber schon stark beansprucht wurden, fühlen wir uns meist nicht mehr»frisch« genug, um Wein professionell zu verkosten.

Sie selbst probieren vielleicht am Wochenende oder an einem freien Tag, dann ist die Uhrzeit weniger wichtig. Dennoch werden Ihre Sinne vormittags wacher sein als am Abend (bei den meisten jedenfalls). Am Ende geht es darum, dass Sie Spaß haben und die Zeit mit dem Wein und vielleicht auch mit Ihren Freunden genießen. Eine schöne Möglichkeit wäre, sich tagsüber für die Weinverkostung Zeit zu nehmen, danach etwas zu kochen und dann zum Essen die Favoriten der Verkostung zu genießen.

Verkostungsreihenfolge

Bevor es ans Decken des Verkostungstischs geht, erstelle ich vor jeder Probe eine Art Dramaturgie, das heißt, ich achte darauf, welche Weine aufeinander folgen sollen. Würde man einen schweren Rotwein vor einem sehr leichten Weißwein probieren, hätte der Weißweinüberhaupt keine Chance mehr, geschmacklich irgendeinen positiven Eindruck zu hinterlassen. Unser Gaumen wäre mit den Aromen und Inhaltsstoffen des Rotweins völlig belegt und der Weißwein würde kläglich scheitern.

Für unsere Verkostung haben Sie sechs Weine eingekauft– drei weiße und drei rote. Damit Sie so viel wie möglich aus den Weinen herausschmecken können, schlage ich Ihnen folgende Verkostungsreihenfolge vor:

1.Riesling

2.Sauvignon blanc

3.Chardonnay

4.Pinot noir/Spätburgunder

5.Merlot

6.Cabernet Sauvignon

Der temperierte Wein und die passenden Gläser gehören ebenso zur Verkostung wie Korkenzieher, Brot und Mineralwasser.

Die Gläser


Wie auf> bereits erwähnt, empfehle ich Ihnen mindestens zwei, besser drei einheitliche Weingläser pro Person. Das erlaubt Ihnen, die Weine ? zunächst alle weißen, dann alle roten ? miteinander zu vergleichen. Klar ist, dass die Gläser absolut sauber sein sollten, denn das Auge trinkt mit! Die meisten Gläser können selbstverständlich im Geschirrspüler mitgespült werden, sie sollten aber keine Fremdgerüche annehmen, zum Beispiel vom Spülmittel. Falls dies doch geschieht, reiben Sie die Gläser am besten mit einem Tuch aus. Dazu ein kleiner Tipp: Halten Sie die Gläser kurz in den Dampf des heißen Wasserkochers. Dadurch beschlagen sie leicht und sind dann einfacher zu polieren. Die Poliertücher solltenübrigens nicht mit Weichspüler gewaschen sein, da sonst wieder neue Schlieren entstehen.