: Ute Glaser
: Die Eltern-Trickkiste So bekommen Sie Zahnputzverweigerer, Gemüseverächter und andere Widerständler spielend in den Griff
: GRÄFE UND UNZER
: 9783833825415
: GU Erziehung
: 1
: CHF 13.50
:
: Familie
: German
: 192
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die 200 besten Tricks von Eltern für Eltern Wie wäre es, wenn Sie bei Ihrem wild entschlossenen Zahnputzverweigerer mal die verrückte Zahnbürste ausprobieren? Oder gemeinsam mit Ihrer notorischen Gemüseverächterin Paprikastücke knabbernd in Haifische verwandeln? Stress beim Essen, Gequengel beim Einkaufen, Chaos im Kinderzimmer: Eltern müssen im Alltag mit ihren Kindern von 0 bis 10 Jahren täglich zahllose Hürden nehmen - unterwegs oder als Familie zu Hause. Die Eltern-Trickkiste verrät ganz praktische Tipps und Ideen von erfahrenen Müttern und Vätern, die Eltern helfen, alle typischen Alltagssituationen entspannter, gelassener und fröhlicher zu meistern. Dieser GU-Ratgeber ist nach 'Problemzonen' eingeteilt: Im Bad, Beim Essen, Schlafen, Unterwegs ... So findet jeder schnell die Idee, die gerade weiterhilft. Ein Eltern-Extra bietet in jedem Kapitel praktische Ideen, die die Eltern und ihre Beziehung stärken. Das Buch ist fundiert, aber leicht zugänglich. So macht es Freude, auch einfach darin zu blättern, sich inspirieren zu lassen, Beschäftigungsmöglichkeiten zu entdecken und sich den einen oder anderen Trick zum Ausprobieren auszusuchen.  

Ute Glaser arbeitete nach Lehramtsstudium und Zeitungsvolontariat als Journalistin, Fotografin und Lehrerin. Mit der 'Eltern-Trickkiste' veröffentlichte sie 2011 ihr erstes Buch, das auf Anhieb erfolgreich war und in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Derzeit ist sie als Hausaufgaben- und außerschulische Betreuung von Grundschülern tätig. Daneben schreibt sie als selbstständige Journalistin für Presse und Internet.

ANGEKÜNDIGTES EINHALTEN


Gesagt ist gesagt

VERLÄSSLICHKEIT IST EIN WICHTIGER Baustein des Zusammenlebens. Dazu gehört, dass es gewisse Verhaltensmuster gibt, auf die ein Kind vertrauen kann. Wenn es die Eltern umarmt, umarmen sie es auch. Wenn die Mama sagt, sie holt den Sohn ab, dann kommt sie hundertprozentig. Wird versprochen, am Nachmittag zum Ententeich zu gehen, sollte auch das eingehalten werden. Stellen Sie sich vor, Ihr Chef verheißt eine Gehaltserhöhung undüberlegt es sich dann plötzlich anders: Für Ihr Kind hat die Aussicht aufs Entenfüttern in etwa die gleiche Bedeutung. Und wenn’s regnet? Egal, macht auch Spaß! Oder aber Ihr Kind lernt, dass es ab und zu Sinn macht, Versprochenes zu vertagen. Dieses»Aufgeschoben ist nicht aufgehoben« sollte unbedingt verlässlich sein, weshalb Sie den Ersatztermin am besten sofort festlegen.

Wer konsequent Angekündigtes einhält, erzielt einen tollen Langzeiteffekt: Das Kind lernt, dass es auf seine Eltern bauen kann. Sie sind»eine Bank«. Das stärkt ihm den Rücken.

DROHUNGEN LASSEN


… oder ausführen

KINDER MÜSSEN SICH HÄUFIG Wünschen und Erwartungen der Großen fügen, das gehört zu ihrer»das Leben lernenden« Rolle. Darf das Kleinkind bei einer Veranstaltung nicht herumlaufen, muss es sich damit abfinden, im Buggy zu bleiben. Und wenn Mama verlangt, dass der Sprössling den verschütteten Saft selbst aufwischt, muss er dies akzeptieren und erledigen lernen. Verbunden ist dies allerdings meistens mit Protest. Denn Kinder spuren nicht immer so, wie wir Erwachsenen das gerne hätten. Sie haben ihren eigenen Kopf und Rhythmus. Genau wie die Großen. Und beides passt leider nicht immer zusammen. Eltern sitzen zwar am längeren Hebel, aber sie sollten ihn verantwortungsbewusst bedienen. Denn sie sind diejenigen, die das Familienleben leiten, sie sind diejenigen, die erziehen.

Gehorcht ein Kind nicht, reagieren Eltern oft mit Drohungen:»Wenn du den verschütteten Tee jetzt nicht sofort aufwischst, ist die Gutenachtgeschichte gestrichen.« Drohungen sind jedoch nicht das Gelbe vom Ei, da sie gewissermaßen der unfeine Verwandte der Konsequenz-Ankündigung sind. Die Grenze ist manchmal hauchdünn. Im obigen Fall wäre es sinnvoller, dem Kind die Folgen seiner Aufsässigkeit vor Augen zu führen:»Du hast den Tee verschüttet, du wischst ihn auch auf. Und ich rate dir, das schnell zu tun, denn bevor du rausgehen darfst, muss das erledigt sein. Und ist der Tee erst festgetrocknet, dauert es länger.«

Wenn Sie Konsequenzen ankündigen (oder androhen), sollten Sie sich in jedem Fall vorherüberlegen, ob Sie das Gesagte auch tatsächlich durchziehen werden. Wütende Ausrufe wie»Ich schmeiß dich gleich aus dem Auto, wenn du nicht Ruhe gibst!« oder»Du kriegst heuteüberhaupt nichts mehr zu essen, wenn du so herumschmierst!« sind natürlich undurchführbarer Blödsinn, und Ihr Kind checkt das ganz schnell. Es lernt dann, dass Drohungen/Ankündigungen leere Worthülsen sind, denen es keine größere Bedeutung beimessen muss, und Sie verlieren ein Stück Glaubwürdigkeit. Ist dieses Terrain erst mal verspielt, ist es schwer, es zurückzuerobern.

 

Achim wollte mit den Brettchen spielen, die Hans für eine Holzarbeit zurechtgesägt hatte. Und weil der Junior hoch und heilig versprach, sorgsam damit umzugehen, erlaubte es der Vater. Als er von der Arbeit kam, traute er allerdings kaum seinen Augen: Jedes, wirklich jedes Brettchen war durchgebrochen. Achim hatte Wippe gespielt… Hans war so erbost, dass er spontan»eine Tracht Prügel« ankündigte. Doch kaum waren die Worte heraus, taten sie ihm leid. Hansüberlegte fieberhaft, wie er aus der Nummer wieder herauskäme, ohne sein Gesicht zu verlieren.»Statt der Tracht Prügel«, bot er schließlich an,»könntest du auch das Unkraut im Küchengarten jäten.« Zu seiner Erleichterung griff Achim zu, obwohl er Jäten hasste. Bei Papas Kontrollgang ragte kein einziger Halm mehr aus der festgetrampelten Erde.

HINTERTÜR KOMPROMISS


Wenn Eltern sich vergaloppiert haben

KEINE REGEL OHNE AUSNAHME: Vom strikt konsequenten Verhalten sollten sich Eltern immer dann verabschieden, wenn sie sich vergaloppiert haben. Erwachsene müssen oft blitzschnell Entscheidungen fällen, die nicht immer optimal sein können. Es wäre allerdings dem Kind gegenüber unfair, eine im Nachhinein alsüberzogen erkannte Entscheidung durchzuziehen. Aber wie lässt sie sich abändern und trotzdem die elterliche Glaubwürdigkeit wahren?

Eine geschickte Möglichkeit ist der Kompromiss. Bei ihm bleiben Sie bei Ihrer Position, kommen dem Kinderwunsch jedoch entgegen:»Nein, ein ganzer Schwimmbadtag ist heute echt nicht drin. Wir könnten hö