Wein erleben
Wein kaufen
Flaschenpost aus aller Welt im Regal
Die Tüte Spaghetti, die Packung Garnelen, das Stück Blauschimmelkäse im Regal– alles original international. Und dazu gleich noch ein Fläschchen guten Wein, steht ja genug davon hier rum. Ein Roter aus Italien, ein Weißer aus Neuseeland, ein Süßer aus Frankreich… Flaschenpost aus aller Welt, die Auswahl ist riesig. Nur, wie finde ich da den Wein, der mir schmeckt? Flasche aufmachen und probieren– schlecht möglich im Supermarkt. Und nach Etikett einkaufen geht oft genug daneben.
Einfach kaufen und ausprobieren. Nur wer Fehler macht, kann etwas lernen. Und beim Wein gibt es wirklich reichlich in Erfahrung zu bringen. Nur Mut und gleich loslegen. Aller Anfang ist schwer? Nicht beim Wein. Aber ok, lasst uns erst mal drüber sprechen.
Unser liebstes Weinrezept:
Südtiroler Weinsuppe
Für 4 Winzer nach einem Tag am Berg:
2 Vortagssemmeln entrinden und in kleine Würfel schneiden. Die Würfel in der Pfanne in 2 EL schäumender Butter bei geringer Hitze rösten, bis sie leicht gebräunt und knusprig sind. 1/2 TL Zimtpulver drüberstreuen und die Pfanne vom Herd nehmen. 3/4 l kalte kräftige Fleisch- oder Gemüsebrühe mit 1/4 l Weißwein (z.B. Südtiroler Weißburgunder oder Chardonnay), 200 g Sahne und 3 Eigelben im großen Topf verquirlen. Bei mittlerer Hitze langsam heiß werden lassen und immer weiterrühren, damit das Ganze cremig-schaumig wird. Dampfen soll‘s, aber nicht kochen (sonst gerinnt das Ei). Die Suppe mit Salz, Pfeffer und 1/2 TL Zimtpulver würzen, auf Suppenteller verteilen und mit den Zimtbrotwürfeln garnieren. Schmeckt urgemütlich!
Ein Winzer rechnet vor:
Was kostet ein Weinberg?
Friedhelm Rinklin, Bio-Winzer am Kaiserstuhl:»Kommt drauf an– auf die Parzellengröße, den Schnitt des Grundstücks, die Erreichbarkeit und ob alles flurbereinigt ist. Grobüberschlagen muss man mit 50.000 Euro pro Hektar (= 10.000 Quadratmeter) rechnen. Für meine fünf Hektar wäre damit heute eine Viertelmillion Euro fällig– ohne Reben. Eine Pflanze kostet ca. 1,30 Euro und man braucht je nach Pflanzabstand etwa 4.200 Pflanzen pro Hektar. Das wären bei mirüber den Daumen noch mal 27.000 Euro. Dazu kommen Drahtanlage, Pfähle und solche Dinge. Pauschal um die 20.000 Euro pro Hektar kostet so ein Anlage, inklusive der Kosten für die dreijährige Anbauzeit bis zur ersten Ernte.« Macht zusammen etwa 377.300 Euro für Herrn Rinklins Weinberg.
Das Glas
Ein durchsichtiges Glas ist zum Weintrinken prima geeignet, weil man erkennen kann, welchen Farbton der Wein hat und ob er klar oder trübe ist. Südländer nehmen gern Gläser wie auf dem Titel, die wir für Wasser verwenden würden. Einfache Tafelweine schmecken daraus allerdings wunderbar.
Will man sich mehr mit Wein beschäftigen, sollte das Glas besser dafür geeignet sein. Für Weinproben gibt’s ein genormtes (DIN-)Glas– tulpenförmig und mit bauchigem Kelch–, was die Aromen besonders gut in die Nase und den Mund kommen lässt. Am meistenüberrascht hat die Entwickler dieser Glasform, dass darin sowohl Weiß- als auch Rotweine gleichermaßen gut zur Geltung kommen und dass es auch für Sekt und Champagner optimal ist. Ein Glas, nicht nur für Profis.?Jeder kann es bestellen (siehe Adressen auf>).
Neffe Andys Weingeschichten
Wein hat mich früher kaum interessiert, woher auch. Zum Essen gab’s Cola oder auch Mineralwasser. Bis ich entdeckt hab’, dass Wein prima zu Pizza passt: Also wir– mein Freund und ich– fahren zum Discounter, aldiweil der die besten Fertigpizzen hat. Auf dem Weg zur Tiefkühltruhe müssen wir am Wein vorbei. Mir ist so nach Urlaub– da könnten wir doch einen Rotwein… Klar, einen Italiener, gibt ja Pizza.»Sangiovese di Romagna« steht da. Klingt nicht schlecht, also rein in den Einkaufskorb damit.
Nach Hause, Pizza in den Ofen und Wein aufgemacht. Gar nicht so einfach. Das Plastikding obenrum mit dem Messer aufgeschlitzt und abgerissen. Ein Korkenzieher ist wenigstens im Haus, und der funktioniert auch. Ein knackiges Plopp und im Nu sind die Gläser gefüllt, die Pizza ist auch fertig. Und passt doch: Der Wein schmeckt wie rote Beeren, ein bisschen säuerlich, aber dafür nicht wie Cola. Den Freak tät’s wohl schütteln, aber wir sind begeistert. Flasche geleert und ganz schön albern gefühlt. Da müssen wir wohl noch trainieren, damit uns so‘ne Bottel Roter nicht gleich aus den Turnschuhen haut.
Mein Onkel, der packt schon mal eine ganze Flasche zum guten Essen. Und hält sich für einen Kenner. Als ich ihm von unserem Pizzawein erzähle, grinst er. Meinte, wir hätten den Wein vorher dekantieren sollen. Was’n das? Wein in eine Karaffe umfüllen, damit er Luft bekommt, erklärt er. Ach komm jetzt, bei einem Sangiovese zur Pizza! Oops, jetzt spreche ich ja selbst schon wie ein Weinkenner.
Bastelstunde