: Christina Geiger, Sebastian Dickhaut
: Backen! Das Gelbe von GU
: GRÄFE UND UNZER
: 9783833829789
: Die Gelben von GU
: 1
: CHF 9.90
:
: Backen
: German
: 456
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
In -Backen! Das Gelbe von GU - kulinarisches Lesefutter mit 888 Rezepten, die man wirklich braucht: In 8 Rezeptkapiteln und darüber hinaus offenbart sich die ganze wunderbare Welt des Backens: Marmorkuchen und Linzer Torte, Spitzbuben und Schokocookies, Blueberrymuffins und Plunderteilchen, Vollkornbrot und Pizza. Ergänzt durch ein Getränke-Kapitel mit vielen Rezepten zu Kaffee, Tee, Kakao und Glühwein. Jedes Rezept-Kapitel wird eingeleitet und spritzig-kompetent kommentiert von Sebastian Dickhaut. Zu den 888 Rezepten gibt es praxisnahes und alltagstaugliches Backwissen von der Ernährungswissenschaftlerin, Kochbuchautorin und leidenschaftlicher Bäckerin Christina Kempe, zudem ein ausgeklügeltes Register, ausführliche Pannenhilfe durchgängig im ganzen Buch und zum Nachschlagen von A-Z, das schnelle Hilfe garantiert, wenn der Teig nicht geht und der Kuchen nicht aus der Form zu kriegen ist.

Christina Geiger war nach dem Studium der Ernährung und Hauswirtschaft in zahlreichen Verlagen, Fotostudios und Food-PR-Agenturen tätig. Seit einigen Jahren arbeitet sie in ihrem Münchner Büro als freie Autorin, Beraterin und Redakteurin für renommierte Buch- und Zeitschriftenverlage sowie für Industriekunden. Als Food-Stylistin zeigt sie, was außerdem an Kreativität in ihr steckt. Inzwischen sind mehrere Bücher von ihr erschienen.

Kuchen


Ein guter Kuchen ist die Kür und Pflicht des Backens zugleich. Er ist süßer, wonniger und selig machender als das tägliche Brot und damit immer etwas Besonderes. Aber er ist auch ein Muss am Wochenende oder zum Kindergeburtstag, den man sich ohne Kuchen eigentlich gar nicht denken kann. Kurz gesagt: Wer Kuchen backen kann, hat’s immer gut. Und wird dann auch mit demübrigen Backen wenig Schwierigkeiten haben.

Kinder mögen Kuchen. Er ist ihnen lieber als Brot– natürlich– und oft lieber als Torte. Tatsächlich: Wenn wir uns an die satte und intensive Süße der Kindheit erinnern, gelingt uns das am bestenüber Mutters Schokoladenkuchen oder Omas Gugelhupf, die regelmäßig ihren Duft durch unser Haus sandten– während es Schwarzwälder Kirsch oder Prinzregententorte nur alle Feiertage gab, wenn wir frisch gewaschen an der Kaffeetafel zu sitzen hatten. Brot ist Alltag, Torte ist Festtag, die Kuchen aber machen unseren Alltag zum Fest. Wie damals immer samstagnachmittags, wenn ein paar Teller und Tassen auf den Tisch kamen, um den sich die Familie und auch mal ein paar Freunde versammelten, in ihrer Mitte eine Platte mit Kuchenstücken. Die konnte man einfach in die Hand nehmen, davon abbeißen, sie einstippen, wieder hinlegen oder damit rumsausen. So ist es bis heute geblieben: Wenn wir uns mal jung und sorglos fühlen wollen, gehen wir in den Coffee-Shop zu Cookies und Cheesecake. Die Torte im Konditorei-Café ist für Sonn- und Feiertage reserviert.

Kuchen ist einfach gut


Das giltübrigens auch fürs Kuchenbacken. Bei manchen Rezepten vergehen zwischen der Idee und dem Genuss keine zwei Stunden, bei unseren Blitzrezepten (siehe>) oft keine sechzig Minuten. Für eingefleischte Spontanköche und notorische Kuchenkäufer ist das zwar immer noch eine lange Vorlaufzeit, doch passionierte Zuckerbäcker mit einem Sinn fürs Praktische (also die Leserinnen und Leser dieses Buches) wissen die Vorteile der Kuchen gegenüber den Torten zu schätzen. Vorteil Nummer 1: Butter, Eier, Mehl und Zucker sind eigentlich immer im Haus, und viel mehr braucht es nicht, um einen Schokoladen- oder Streuselkuchen zu zaubern. Vorteil Nr. 2: Kuchenmachen geht relativ rasch von der Hand, denn während des Gehens eines Hefeteigs oder des Backens eines Rührteigs hat man Zeit für andere Dinge. Danach wird höchstens noch glasiert und minimal verziert, was bei einer Torte schon anders ist. Allerdings kann bei ihr durch ordentlich süße Sahne und eine nette Optik noch mancher Kunstfehler verdeckt werden; ein Kuchen muss von selbstüberzeugen durch lockeren bis saftigen Teig, vollen Geschmack und die richtige Kruste. Dafür muss er nicht unbedingt eine Schönheit sein. Gerade deswegen sind Kuchen ideal zumÜben und Motivieren für Jungbäcker. Wer das Kuchenbacken einmal raus hat, wird immer wieder damit Erfolg haben. Denn Vorteil Nr. 3 ist: Mit guten Kuchen hält man sich in Erinnerung, wird vielleicht gar geliebt dafür. Und diese Liebe lässt sich sogar verlängern. Vor allem die Klassiker aus Rührteig, aber auch ein Christstollen oder Früchtebrot (lockeres Hefegebäck dagegen nicht) können gut verpackt im Kühlen mehrere Woche halten und im Aroma reifen. Das ist der vierte Vorteil des Kuchens.

Bevor es an die Details geht, noch ein Hinweis: Dieses Kapitel handelt vor allem von Kuchen, die ohne Früchte gebacken bzw. vollendet werden, da Obstkuchen ihre eigenen Regeln wie auch Genießer haben und damit ein eigenes Kapitel im Anschluss bekommen. Zunächst nehmen wir uns der puren Kuchen aus besten Grundzutaten an, die oft von einem bestimmten Aroma, einer Art der Zubereitung oder einer Form geprägt werden. Sie lassen sich in drei Gruppen einteilen: die Brot-Kuchen, die Schnitten-Kuchen und die Torten-Kuchen. Mehr dazu auf der nächsten Seite.

Die Brot-Kuchen


Was haben Sandkuchen, Rehrücken, Gugelhupf und Hefezopf mit einem Laib Brot gemeinsam? Sie werden aus wenigen Grundzutaten mehr oder weniger locker in Form gebacken, um dann in Scheiben geschnitten und serviert zu werden. Deswegen nennen wir sie die„Brot-Kuchen“, die gerne ohne viel Aufwand und Drumherum zu einer Tasse Kaffee oder Tee aus der Hand genossen werden, so wie man sein Brot zum Frühstück oder zur Vesper nimmt. Sie werden meist aus saftigem Rührteig oder luftigem Hefteig gebacken– da steht dann der fette Schokokuchen fürs Roggenbrot und der lockere Hefezopf fürs Baguette.

Die Schnitten-Kuchen


Die„Schnitte“ ist das illustrierte Brot unter den Kuchen– belegt, geschnitten und mundgerecht serviert. Entsprechend zum Butterbrot gibt es den Butterkuchen als Grundform: Hefeteig aufs Blech gerollt, mit Butter bestrichen und mit Zucker bestreut, dann gebacken, geschnitten und möglichst frisch gegessen– der pure Genuss! Kann auch zum Marmeladebrot werden (z.B. mit Aprikosen im Teig), vielleicht noch etwas Quark dazu und das Ganze dann noch gratinieren– fertig ist die Quark-Aprikosen-Streusel-Schnitte. Viele klassische Schnitten-Kuchen bestehen aus Hefeteig und werden am besten frisch verspeist. Gehaltvoller und haltbarer werden sie mit Rührteig oder Quark-Öl-Teig, auf die nach dem Backen noch Früchte, Creme oder Gla