: Kim Landers
: Schattenfürst Erotischer Vampirroman
: Plaisir d'Amour Verlag
: 9783864950117
: Dcera-Reihe
: 1
: CHF 7.10
:
: Erzählende Literatur
: German
: 216
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Prag, im frühen 19. Jahrhundert: Mit Einbruch der Dunkelheit kehrt die Angst in Prag ein, denn die Nächte der Stadt werden von blutgierigen Vampiren beherrscht - allen voran Graf Jiri, Anführer der Vampire. Auf seinen pompösen Bällen wählt er schöne junge Frauen als Beute für die Orgien der Vampire aus. Ein Objekt seiner Begierde ist auch Karolina, eine junge Adelige. Auf der Flucht vor Graf Jiri wird sie von einem geheimnisvollen Mann gerettet: Fürst Dominik Karolyi. Vom ersten Moment an ist Karolina von dem düsteren Dominik fasziniert, nicht ahnend, dass auch er zu den Vampiren gehört und von Graf Jiri höchstpersönlich erschaffen wurde! Einem Hilferuf ihrer Freundin Adela folgend, reist Karolina zum unheimlichen Schloss von Graf Jiris Mätresse, in dem Vampire ihr Unwesen treiben. Der Fluchtplan der Freundinnen scheitert, und Adela wird im Schloss gefangen gehalten. In ihrer Angst sieht Karolina keinen anderen Ausweg, als Dominik um Hilfe zu bitten. Der Fürst verspricht ihr zu helfen - aber er verlangt eine Gegenleistung von Karolina ... Teil 1 der Dcera-Trilogie.

Kim Landers lebt heute in der Nähe von Hannover auf einem idyllischen Bauernhof. Die meisten ihrer Romanideen entstehen auf dem Rücken ihrer Pferde oder bei ausgedehnten Spaziergängen durch den Wald. Sie schreibt erfolgreich in den Genres Romantic Fantasy und erotische Liebesromane, manche auch vor historischem Hintergrund. Einige ihrer Romane sind geprägt von Spannung und einer guten Portion Nervenkitzel.

1.
Prag, zu Beginn des 19. Jahrhunderts


Die Nacht legte sich wie ein schwarzer Schleierüber Prag. Wo noch vor einer Stunde Hufgetrappel und Schritte durch die Straßen hallten, herrschte nun Totenstille. Dominik liebte es, durch die menschenleere Stadt zu schlendern. Es war nicht die kalte Novembernacht, die die Menschen auch heute zurück in ihre Häuser trieb, sondern es war die Furcht vor Vampiren, die nachts auf Beutezügen die Stadt durchstreiften.

Der Hunger auf frisches Blut hatte auch Dominik in die Stadt gelockt. In Gestalt eines Wolfes erbeutete er Ratten am Flussufer. Danach trabte er die Prager Stadtmauer entlang. Sein Ziel war das verrufene Palais des Grafen von Boskovic. Das Licht des Vollmondesüberzog die feuchten Straßen mit einem silbrigen Glanz.

Dichter, weißer Nebel schwebteüber der Moldau und umhüllte die Statue des heiligen Johannes wie ein Leichentuch. Schnelle Schritte näherten sich. Dominik verharrte auf der Stelle.

Dann sprang er lautlos auf die Stadtmauer und erkannte von oben den Nachtwächter, der gerade seine Runde beendete. Einer der wenigen Bewohner, die trotz der Gefahr ihre Pflicht erfüllten. Deutlich witterte Dominik den Schweißgeruch des Mannes und die Furcht, die darin lag. Der Alte hatte ihn noch nicht bemerkt, sondern blies nach einem flüchtigen Blicküber die Schulter das Licht in der Laterne aus. Dann eilte erüber die Karlsbrücke, die sichüber die Moldau spannte. Dominik folgte ihm und tauchte in den Nebel ein. Als sie die Brücke zur Hälfteüberquert hatten, lichtete sich der weiße Schleier und gab Dominik preis. Der Alte blieb abrupt stehen. Langsam drehte er sich um. Seine Augen weiteten sich vor Entsetzen, und er setzte an zu schreien. Doch nur ein heiseres Röcheln drang aus seiner Kehle.

Die Todesangst verlieh dem Nachtwächter ungeahnte Kräfte. Mit einer Geschwindigkeit, die Dominik ihm nicht zugetraut hätte, drehte sich der Alte um und rannte weiter. Dabei bekreuzigte er sich und murmelte ein Gebet. Dominik folgte ihm in einigem Abstand. Er genoss es, den Alten in Angst zu versetzen.

Nach wenigen Metern erlahmten die betagten Beine des Nachtwächters, jeder seiner Atemzüge wollte ihm die Brust sprengen. Nur wenige Schritte trennten ihn von seinem Haus, das sich nahtlos an die Brücke anschloss.

Dominik beobachtete in Ruhe, wie der Alte in Panik vor ihm herstolperte und hinter der ersten Haustür verschwand.

Der Alte wäre jederzeit ein leichtes Opfer gewesen, wenn Dominik nur gewollt hätte.

Anschließend schlug er den Weg zum Marktplatz ein. Niemand begegnete ihm, als er durch die schmalen Gassen lief. Nur die Wagemutigen unter den Bewohnern Prags suchten ihr nächtliches Vergnügen in dem berüchtigten Stadtpalais, das am Ende des Marktplatzes lag.

Aus dem Innern des herrschaftlichen Gebäudes erklangen Walzermelodien. Die abgerundeten Fenster der ersten Etage waren hell erleuchtet. Unter riesigen Kronleuchtern schwebten Damen und Herren in festlicher Abendrobeübers Parkett. Gelächter mischte sich mit Geigenklängen und Gläserklirren.

Dominik ließ sich von dem Bild eines harmlosen Balles nicht beirren. Jiri Graf von Boskovic war der Anführer des Prager Vampirclans. Dieser lud alles, was Rang und Titel besaß, regelmäßig zu pompösen Bällen ein, die für ihre Ausschweifungenüberall bekannt und heiß begehrt waren. In den gehobenen Gesellschaftskreisen galt er als ehrenhaft, und man folgte seinen Einladungen gern. Die Damenwelt lag ihm zu Füßen, geblendet von seinem Reichtum und seiner charismatischen Ausstrahlung ergeben. Doch sein wahres Gesicht zeigte er, wenn er eine der Frauen zu sein