31. Kapitel
Habt ihr alles vorbereitet?«
»In jedem Winkel haben wir nachgesehen und überall unsere Männer postiert. Wenn sie außer ihrer Freundin jemanden mitbringen sollte, werden wir es schnell genug erfahren.«
»Gut. Doch ich denke, dass dieses Weib tatsächlich dumm genug ist, allein zu kommen.« Er grinste schief. »Sobald der Austausch stattgefunden hat, zerrt ihr sie in eine ruhige Gasse und schlagt ihr den Kopf ab. Danach brechen wir auf.« Er nahm einen tiefen Schluck aus seinem Becher. »Aber passt auf, dass euch das Beil dabei nicht versehentlich abrutscht, ihr Gesicht muss gänzlich unversehrt bleiben, so dass man sie noch einwandfrei erkennen kann. Falls nicht, werden wir die versprochene Belohnung nicht kassieren können.«
»Ich werde es selbst erledigen.«
»Gut. Dann nehmt jetzt das Mädchen und macht euch auf den Weg. Und wenn doch einer der Männer oder gar die Büttel auftauchen sollten, schneidet ihr dem Kind die Kehle durch. Sie sollen wissen, dass wir keine leeren Drohungen aussprechen.«
»Wird gemacht«, sagte der andere und verließ die Kammer.
Berblin fror erbärmlich. Die Zeit, die sie nun schon neben dem Brunnen standen, kam ihr wie eine Ewigkeit vor. Die Kälte der letzten Tage war einem feuchten Matschwetter gewichen, doch glaubte sie, noch nie so sehr gefroren zu haben wie heute. Sie fühlte sich ohnmächtig vor Angst, und jeden Augenblick, den sie weiter ausharren musste, empfand sie als nicht enden wollende Folter.
»Berblin?«
»Ja.«
»Sobald du Isabella hast, verschwindest du mit ihr, so schnell du nur kannst. Dreh dich nicht um und lass auch nicht zu, dass sie den Blick zurückwendet. Versprich mir das.«
»Weshalb?« Berblins Stimme war ein einziges Krächzen.
»Ich weiß nicht, ob sie mich gleich an Ort und Stelle töten werden. Sollten sie es aber tun, will ich auf keinen Fall, dass Isabella es mit ansehen muss und diese Bilder für den Rest ihres Leben nicht mehr aus dem Kopf bekommt.«
»Du denkst also nicht, dass sie dich nur so lange gefangen halten wollen, bis der Prozess gegen Graf Friedrich vorbei ist?«
Ellin atmete tief ein und wieder aus. Sie wirkte so gefasst, dass ihre Ruhe Berblin fast noch mehr Angst machte als das, was ihnen gleich bevorstand.
»Nein«, sagte Ellin entschieden. »Sie haben keinen Grund, mich am Leben zu lassen. Solange ich lebe, stelle ich eine Gefahr für den Grafen dar.« Sie straffte ihre Schultern. »Da kommen sie.«
Berblin drehte sich sofort in die Richtung, in die ihre Freundin deutete. Tatsächlich waren am anderen Ende des Platzes nun schemenhaft zwei Männer und ein Kind auszumachen, das nur widerwillig neben ihnen herging.
»Ellin!«, hallte Isabellas Stimme über den Marktplatz.
Ellin rannte ihr ein paar Schritte entgegen. Abrupt blieben die Männer mit dem Mädchen stehen. »Halt! Keinen Schritt weiter!«, rief da einer von ihnen und sah sich misstrauisch nach allen Richtungen hin um.
Sofort machte Ellin ebenfalls halt. »Was ist? Wir sollten allein kommen, nur wir Frauen. Und hier sind wir. Also, lasst das Kind los.«
Er hätte die Situation und seine Macht gern noch etwas länger ausgekostet, doch er hatte die ausdrückliche Anweisung erhalten, keine Zeit zu verlieren. »Du ge