13. Kapitel
Lorentz, Erhard! Was für eine Freude. Wenigstens ihr kehrt heim!« Friedrich von Isenberg trat den beiden entgegen und umarmte sie, als sie den Burgsaal betraten. »Ich glaubte schon, keinen von euch wiederzusehen. Was ist mit Klaas, Georg und Thomas?«
»Es geht ihnen gut. Georg und Thomas werden in ein paar Tagen hier eintreffen, Klaas jedoch …« Lorentz hob die Arme.
»Was ist mit ihm?«
»Er ist mit diesem Hurensohn von Schmied noch in Bremen, um zu sehen, ob die Novizin sich dort blicken lässt.«
»Wieso Bremen?«
»Wir haben ihren Weg Richtung Norden verfolgt«, erklärte Erhard. »Sie hatte nach dem Zwischenfall in Hattingen Unterschlupf bei zwei Bürstenmachern in Ladbergen gefunden, wo sie uns aber knapp entwischt ist. Doch wenn sie den einmal eingeschlagenen Weg beibehalten hat, muss sie irgendwann in Bremen oder einem der umliegenden Dörfer ankommen. Georg und Thomas klappern die Gegend nach ihr ab und versprechen denen, die uns Nachricht zukommen lassen, eine gute Belohnung. Irgendwann wird sie einer sehen und sich melden.«
»Wenn es dann nicht schon zu spät ist«, presste Friedrich hervor. »Ich hatte Besuch.«
»Von wem?«
»Heinrich von Molenark, unserem neuen, hochverehrten Erzbischof«, erklärte er höhnisch.
»Was wollte er?«
»Kommt, setzen wir uns. Dann erzähle ich euch alles. Agnes!«, brüllte er.
Es dauerte nur einen Augenblick, bis die Haushälterin in der Tür erschien. »Ja, Herr?«
»Bring uns Wein, aber einen guten. Und trag etwas zu essen auf.«
Sie knickste und eilte dann nach draußen.
Die drei Männer setzten sich an den langen Tisch. Friedrich an die Stirnseite, seine Kumpane rechts und links von ihm.
»Dieser elende Wurm von Molenark hat mich mehr oder weniger offen beschuldigt, für den Überfall auf den Kölner Erzbischof und damit seine Ermordung verantwortlich zu sein.«
Friedrich berichtete ausführlich, wie der Besuch von Molenarks auf Isenberg verlaufen war.
»Aber dann hat er dich im Grunde doch gar nicht beschuldigt. Er wollte dich offenbar nur nervös machen«, folgerte Lorentz.
Agnes kam mit einem vollbeladenen Brett zurück in den Saal.
»Stell es einfach hier ab«, forderte Friedrich. »Den Rest machen wir selbst.«
Sie tat, wie ihr geheißen, knickste und verließ ohne ein Wort den Raum.
»Das ist dem verdammten Mistkerl auch gelungen«, nahm Friedrich das Gespräch wieder auf. »Er hat mich zwar nicht direkt beschuldigt, doch was er zwischen den Zeilen hat durchblicken lassen, war eindeutig. Wenn er diese kleine Novizin vor mir in die Finger bekommt und sie ihre Aussage macht, bin ich geliefert.«
»Dann dürfen wir es eben nicht dazu kommen lassen«, urteilte Erhard.
»Ganz genau, nur haben wir das vor eurem Aufbruch auch schon festgestellt, und seitdem ist nichts passiert«, murmelte Friedrich und trank einen Schluck. »Wir müssen jetzt sehr besonnen vorgehen. Keine Fehler mehr. Sobald Thomas und Georg hier eintreffen, machen wir uns erneut auf den Weg Richtung Norden. Nur werden wir uns diesmal aufteilen und alle Routen und Dörfer abklappern. Dann müssen wir irgendwann auf sie stoßen. Es sei denn, sie hat e