: Diana Laurent
: Fürsten-Roman 2443 Ein Traum voller Zärtlichkeit
: Verlagsgruppe Lübbe GmbH& Co. KG
: 9783838755755
: Fürsten-Roman
: 1
: CHF 1.80
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: Erzählende Literatur
: German
: 64
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Kann die hübsche Daniela Prinz Julians gebrochenes Herz heilen? Daniela Schlüter arbeitet seit Kurzem für das Münchner Tageblatt und lernt bei einem Auftrag für die Zeitung den attraktiven, aber exzentrischen Künstler Julian Prinz von Schinzdorf kennen, der nach einer enttäuschten Liebe an Bindungsangst leidet. Daniela ist von Julian fasziniert, obwohl sie von seinem Ruf als Schürzenjäger gehört hat. Auch Prinz Julian fühlt sich zu Daniela hingezogen, und schon bald schwebt die junge Frau auf Wolke sieben. Doch kann sie dem Prinzen vertrauen? Was Daniela nicht ahnt: Bald wird es zu einem schlimmen Zwischenfall kommen, der ihr und Julians Leben völlig verändern wird...

Daniela Schlüter stand in ihrer kleinen Küche am Fenster und spähte in den Hinterhof.

Die junge Journalistin bewohnte zwei geräumige Zimmer in einem Altbau im Münchner Stadtteil Haidhausen. Sie war hier geboren und aufgewachsen. Nur wenige Straßen entfernt wohnten auch heute noch ihre Eltern, und die junge Frau liebte ihre Heimatstadt von ganzem Herzen.

Während sie ihren Kaffee schlürfte, beobachtete sie einige vorwitzige Spatzen, die in den noch kahlenÄsten der Linde herumsprangen. Der prächtige Baum war vor gut zwanzig Jahren im Zuge eines Projekts mit der Bezeichnung»Grüne Hinterhöfe« gepflanzt worden.

Damals hatte man einige schmale Beete an den Hausecken angelegt, und seitdem berankten auch Wilder Wein und Efeu die Wände des Hinterhofs. Keiner schien aber damit gerechnet zu haben, dass die Pflanzen, allen voran die Linde, auch wachsen würden. Nun streckte der Baum seineÄste weitüber das Dach des vierstöckigen Mietshauses, die Rankpflanzen hatten sich zu einem dicken Pelz entwickelt, und selbst das Gesträuch in den Beeten war längst mannshoch.

Daniela mochte diese kleine Wildnis. Im Sommer konnte man hier wunderbar Grillfeste feiern oder nur bei einem Glas Wein auf der Bank sitzen.

Aber die grüne Oase gefiel nicht allen Mietern, vor allem die»Efeuopfer« beschwerten sich seit geraumer Zeit. Als der Vermieter um des lieben Friedens willen sogar die Linde hatte fällen wollen, hatte es allerdings heftigen Protest gegeben.

Auch Daniela hatte sich für den Erhalt des kleinen Hinterhofgartens stark gemacht. Sie arbeitete seit ein paar Monaten für dasMünchener Tageblatt. Mithilfe der Presse war es ihr gelungen, dieses Idyll zu erhalten. Und darauf war sie richtig stolz, denn die junge Frau mit den kurzen blonden Haaren und den himmelblauen Augen liebte ihren Beruf. Bereits in der Schule hatte für sie festgestanden, dass nur ein Job bei der Zeitung das Richtige für sie war.

Daniela hatte als Volontärin angefangen, alle Abteilungen des Zeitungsverlages durchlaufen und war nun in der Sparte Gesellschaft angekommen, in der sie sich um die Prominews kümmerte. Sie hoffte sehr, dass sie dort bleiben konnte, denn sie verstand sich ausgezeichnet mit ihrerälteren Kollegin Hanni Wohmann, und sie liebte es, auf schicke Partys, Filmpremieren oder Vernissagen zu gehen. Sie kannte halb München und war nun dabei, auch die andere Hälfte kennenzulernen, wie sie das lässig ausdrückte.

Der Märzhimmel zeigte sich an diesem Morgen in einem hellen Blau, die Sonne schien, und der Frühling war nicht mehr weit. Daniela lächelte. Sie liebte die warme Jahreszeit, der Winter konnte ihr gestohlen bleiben. Wenn die Straßencafésöffneten und die Menschen endlich ihre dicken Jacken wegpackten, dann entfaltete München seinen ganzen, manchmal fast schon mediterranen Charme, fand Daniela.

Die Spatzen flatterten zwitschernd davon, und die junge Frau machte sich auf den Weg zur Arbeit. Daniela benutzte stets nuröffentliche Verkehrsmittel, das war in München leicht. Die Fahrt mit der S-Bahn zum Marienplatz dauerte nicht lange. Ganz in der Nähe der Frauenkirche stand das Verlagshaus.

Manchmal erschien es Daniela auch heute noch wie ein kleines Wunder, dass sie ihren Traumjob gefunden hatte. Und sie erinnerte sich genau an den Tag, als sie den Zeitungsverlag zum ersten Mal betreten hatte. Stolz war sie gewesen und glücklich.

Hanni Wohmann war an diesem Morgen weder das eine noch das andere. Die schicke Mittvierzigerin mit den kupferroten Locken und den tiefgrünen Augen hatte sich eine Erkältung eingefangen, und in so einem Zustand war Hanni immer unausstehlich.

»Ich fühle mich einfach nur mies«, sagte sie statt eines morgendlichen Grußes grantig.»Warum muss ich mir immer diese blöden Viren einfangen? Kaum fliegt einer durch die Luft, landet er todsicher in meiner Nase und quält mich wochenlang. Das ist unfair! Wieso bist du nie erkältet, Dani?«

Daniela ließ sich hinter ihrem Schreibtisch nieder, schaltete den PC ein und lächelte mitleidig.

»Ich weiß auch nicht, vielleicht habe ich bessere Abwehrkräfte«, meinte sie.

»Bei Männern scheinen die nicht zu funktionieren. Kai hat schon zweimal angerufen.« Hanni nieste herzhaft und griff nach einem Papiertaschentuch.»Ich glaube, er will sich mit dir verabreden. Du scheinst ihm den Kopf verdreht zu haben.«

»Kai? Ach, dieser Starkoch mit dem neuen Restaurant.« Daniela lächelte schmal.»Der ist nicht mein Typ, er ist so was von eingebildet. Er scheint sich für ebenso unwiderstehlich zu halten wie seine Crème brûlée.«

»Ein Koch ist nicht zu verachten«, meinte Hanni.»Bei dem verhungerst du wenigstens nicht.«

»Wenn das alles ist … Ich kann selbst kochen. Außerdem bin ich nicht auf eine Beziehung aus. Mir gefällt das Singleleben auch ganz gut.«

Hanni benutzte Nasenspray, dann winkte sie ab.

»Trau meiner langjährigen Erfahrung, Dani: Mit Mann ist es einfach besser. Denk an all die kleinen Annehmlichkeiten, die den Alltag versü&s