: Andrea Sinn
: Jüdische Politik und Presse in der frühen Bundesrepublik
: Vandenhoeck& Ruprecht Unipress
: 9783647570310
: Jüdische Religion, Geschichte und Kultur
: 1
: CHF 67.80
:
: Allgemeines, Lexika
: German
: 400
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Eine zentrale Bedeutung für die Formierung des Judentums in Westdeutschland nach 1945 nahmen ursprünglich aus Osteuropa stammende Juden ein. Die Geschichte der Anfänge, der Gründung und der Institutionalisierung dieser osteuropäisch geprägten jüdischen Gemeinschaft sowie deren Repräsentanz in der Bunderepublik beleuchtet Andrea Sinn für den Zeitraum von 1945 bis zum Ende der 1960er Jahre. Eingehend weist sie dabei die innere Heterogenität des deutschen Judentums auf: die Diskrepanz zwischen deutsch-jüdischen Repräsentanten der jüdischen Gemeinschaft und osteuropäischen Repräsentierten. Ausgehend von der These, dass der Aufbau des jüdisch-institutionellen Lebens maßgeblich von den deutsch-jüdischen Remigranten Karl Marx und Hendrik G. van Dam bestimmt wurde, widmet sich Sinn neben der institutionsgeschichtlich-pol tischen Analyse hauptsächlich den Biographien derselben. Damit reagiert sie zum einen auf das Forschungsdefizit hinsichtlich der Kombination biographischer und institutioneller Komponenten und verschafft sich so eine exponierte Stellung innerhalb der Forschungsliteratur; zum anderen zeichnet sie damit ein individuelles, aus der Perspektive Marxens und van Dams erzähltes Bild jüdischen Lebens und wehrt so einer einseitigen Fokussierung abstrakt-politischer Aspekte. Darüber hinaus zeichnet sich ihre Untersuchung durch eine epochenübergreifende Darstellung der Kernthematik aus: Das historische Faktum der problematischen Koexistenz osteuropäischer und deutscher Juden wiederholte sich in den 1990er Jahren mit der Einwanderung zahlreicher Juden aus den ehemaligen GUS-Staaten.
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Table of Contents831
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Vorwort10
Prolog12
Fragestellung und Zielsetzung16
Aufbau und methodisches Vorgehen22
Stand der Forschung und Quellenlage25
Anmerkungen28
I. Die Anfänge30
1. Zur Entstehung und Organisation jüdischer DP-Komitees33
2. Zur Gründung und Repräsentanz jüdischer Gemeinden42
II. Die Akteure56
1. Karl Marx (1897– 1966)57
1.1 Kindheits- und Jugenderlebnisse in Kaiserreich und Weimarer Republik58
1.2 „Refugee“ – Typus einer neuen jüdischen Lebensform62
1.3 Annäherungen und Aufbau jüdischer Strukturen im Nachkriegsdeutschland75
2. Hendrik G. van Dam (1906– 1973)85
2.1 Entwicklungen in Deutschland85
2.2 „I came as a refugee“ – Stationen des Exils91
2.3 Rückkehr und Reorganisation jüdischen Lebens in der britischen Besatzungszone100
III. Die Institutionen117
1. Die Jüdische Allgemeine – „Sprachrohr und Diener jüdischer Interessen in der breiten Öffentlichkeit“118
1.1 Vorgeschichte, Gründung und Organisation des Jüdischen Gemeindeblatts für die Nord-Rheinprovinz und Westfalen118
1.2 Taktik des Schreibens – Taktisches Treiben. Zu Gehalt und Gestalt des Jüdischen Gemeindeblatts für die britische Zone124
1.3 In eigener Sache – Eine Rückschau auf die Arbeit und den Ausbau der Redaktion149
2. Der Zentralrat der Juden in Deutschland – „Alleinige Vertretung der in Deutschland lebenden Juden“162
2.1 Vorgeschichte, Gründung und Organisation des Zentralrats der Juden in Deutschland 162
2.2 Koalition zwischen Konsens und Krise – Das Miteinander der Mitglieder des Zentralrats nach dem Zusammenschluss174
2.3 Warum Düsseldorf ? – Der Versuch einer Standortbestimmung184
IV. DiePolitik191
1. Leiten und Lenken? Die Politik der jüdischen Repräsentanz nach innen192
1.1 Gemeinsam? Bewährungsproben für die Einheit193
1.1.1 Die Auerbach-Affäre195
1.1.2 Die „Bayern-Frage“207
1.1.3 Das Föhrenwald-Problem219
1.1.4 Fazit227
1.2 „Innere Pluralität“ – Herausforderungen für die Einheit im Wandel der Zeit229
1.2.1 „Selbstaufgabe oder zähes Ringen um die Existenz?“ Über notwendige Neuausrichtungen der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland230
1.2.2 Gegeneinander – Nebeneinander – Miteinander? Zur fraglichen Förderung eines zerbrechenden Zusammenhalts242
2. Präsentieren und Positionieren? Die Politik der jüdischen Interessenvertretung nach außen263
2.1 Der Kampf um Anerkennung und Recht – Die Frage der Wiedergutmachung als Gradmesser264
2.1.1 Wiedergutmachungspolitik267
2.1.2 Partner oder Konkurrenten? Zum Verhältnis der deutschen Juden zu den ausländischen jüdischen Organisationen278
2.1.3 Zwischen Verantwortung und Verpflichtung – Zu den Forderungen der Juden in Deutschland an die deutsche Politik291
2.1.4 Fazit307
2.2 Mahner oder Mittler? Jüdisches Leben im Spannungsfeld zwischen Schuldgefühlen und neuem Selbstbewusstsein310
2.2.1 Symbolträchtiges in Südamerika – Zum Umgang mit Deutschland und den Deutschen311
2.2.2 Der Blick geht nach Israel – Deutsche Juden und ihre Suche nach Identität338
V. Schlussbetrachtung: Hendrik G. van Dam und Karl Marx als Repräsentanten jüdischen Lebens in Deutschland nach 1945354
Abkürzungsverzeichnis 359
Quellen- und Literaturverzeichnis362
Archivverzeichnis362
Mündliche Quellen (nicht publizierte Korrespondenzen)363
Gedruckte Quellen und Sekundärliteratur363
Zeitungen392
Abbildungsverzeichnis394
Personenregister395
Ortsregister 399
Back Cover399
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