: Susanne Fülscher
: Mia 3: Mia und der Traumprinz für Omi
: Carlsen Verlag GmbH
: 9783646925654
: Mia
: 1
: CHF 6.20
:
: Kinderbücher bis 11 Jahre
: German
: 208
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Mia hat ein ernstes Mathe-Problem. Zum Glück ist sie da nicht die einzige: Jette kapiert auch überhaupt nichts. Die letzte Mathearbeit haben die beiden im Doppelpack verhauen. Deshalb gibt´s jetzt Nachhilfe. Nachhilfe braucht offenbar auch Omi Olga, die sich einsam fühlt. Mia findet, sie müsse sich mal wieder verlieben. Ein Traumprinz muss her! Und die Freundinnen wissen auch schon, wie sie den finden können ...

Susanne Fülscher hat um die 60 Romane für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geschrieben, die mehrfach ausgezeichnet und in viele Sprachen übersetzt wurden. Sie lebt als freie Schriftstellerin und Drehbuchautorin in Berlin.

Zum Abendessen führen Mami und Papi mich, meine kleine Nervensägenschwester Lena und meinen schönen Bruder Lukas in eine Pizzeria aus. Anlass ist der Hochzeitstag meiner Eltern. Keine Ahnung, warum die beiden den Abend nicht lieber romantisch zu zweit verbringen wollen, wo wir ihnen schon tagein, tagaus auf den Geist gehen. Vielleicht langweilen sie sich ja ohne uns und unsere geschwisterlichen Kabbeleien. Lukas schlägt vor, draußen im Hofgarten zu essen, aber Mami findet das doch noch zu kühl.

„Können wir bestellen, was wir wollen?“, erkundigt sich Lena mit quäkender Stimme, nachdem wir uns endlich für einen Tisch am Fenster entschieden haben. Um die Karte schneller durchblättern zu können, leckt sie ihren Zeigefinger im Sekundentakt an.

„Na klar“, sagt Papi. Zur Feier des Tages hat er seine Ökosachen im Schrank gelassen und trägt ein weißes (gebügeltes!) Hemd zur Jeans. Außerdem hat er richtige, echte Lederschuhe an, bei denen nirgends zerschlissene Socken hervorlugen. Ich wusste gar nicht, dass er so schicke Treter hat!

Mami ist sowieso immer wie aus dem Ei gepellt, aber heute sieht sie in ihrem Rosenkleid und ihren hochgesteckten Haaren besonders hübsch aus. Wie ein Filmstar aus vergangenen Zeiten.

„Supi!“, kreischt Lena, „dann nehme ich eine Pizza mit Gemüse, eine mit Salami, eine mit Thunfisch, dazu einen Liter Cola und zwei Spaghetti-Eis.“

Mami und Papi gehen gar nicht weiter auf Lenas babyhafte Anwandlungen ein. Natürlich schafft meine Schwester keine drei Pizzas; sie schafft ja nicht mal eine einzige. Meine Theorie lautet, dass sie sich nur mal wieder wichtigmachen muss, und weil sie gerade keine gute Note zum Angeben hat, plappert sie ersatzweise Unsinn zum Quadrat.

„Wir fragen mal den Kellner, ob der Pizzabäcker dir eine Pizza mit Gemüse, Salami und Thunfisch zusammenstellen kann“, bietet Papi geduldig an. „Und mit dem Eis – das sehen wir dann.“

„Hab ich doch gewusst, dass ich nicht bestellen darf, was ich will!“, mault Lena und ratscht mit dem Daumennagel beleidigt Muster in ihre Stoffserviette.

„Wie lange seid ihr jetzt eigentlich schon verheiratet?“, will Lukas wissen, nachdem wir die Bestellung (inklusive Lenas Außer-der-Reihe-Pizza) aufgegeben haben.

„Elf Jahre.“ Mami lächelt stolz.

Ich rechne blitzschnell nach. Dafür reichen meine Triefnasen-Kenntnisse gerade noch.

„Aber dann ist Lukas ja ein uneheliches Kind“, schlussfolgere ich messerscharf.

Wenn ich nicht hin und wieder auch mal etwas Kluges von mir gebe, könnte es sein, dass mich meine Familie glatt übersieht. Was auch kein Wunder ist bei einem Bruder, der mit seinen mordslangen Wimpern und seinen mordsgrünen Augen jeden Schönheitskönig in die Tasche steckt, und bei einer kleinen Schwester, die so sch