: Detlef Siegfried
: Sound der Revolte Studien zur Kulturrevolution um 1968
: Beltz Juventa
: 9783779940432
: Materialien zur Historischen Jugendforschung
: 1
: CHF 25.30
:
: Sozialwissenschaften allgemein
: German
: 272
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Der Autor nimmt die Sphären der Kultur und der Politik gleichermaßen in den Blick und interpretiert '1968' als Kulturrevolution. Der Umbruch der späten 1960er Jahre war mehr als eine politische Revolte oder die Vorgeschichte der Rote Armee Fraktion. Vielmehr ist er eingebettet in einen langen Zeitraum des Wandels, der sich von etwa 1958 bis 1973 erstreckte und die ganze Gesellschaft erfasste. '1968' war ein besonders spektakulärer Teil eines länger andauernden internationalen Umbruchs, der eine spezifisch westdeutsche Ausprägung erhielt und gleichzeitig von der Bundesrepublik aus auf andere europäische Länder ausstrahlte. Die in diesem Buch versammelten Aufsätze nehmen die Sphären der Kultur und der Politik gleichermaßen in den Blick und beleuchten aus unterschiedlichen Perspektiven '1968' als Kulturrevolution. Die Kernthese lautet: Entgegen einem weit verbreiteten Vorurteil bewirkte der Massenkonsum in den 1960er Jahren nicht eine Entpolitisierung der Gesellschaft, sondern er flankierte und unterstützte das wachsende Interesse an Politik und die Bereitschaft zu politischem Engagement auf den Ebenen der Lebensweise und des Alltags.
Vorwort6
Inhalt8
„1968“12
„1968“ – eine Kulturrevolution?14
1. Die kulturelle Revolution der „langen 60er Jahre“16
2. Was ist der Stellenwert von „1968“in den „langen 60er Jahren“?19
3. Um 1970. Nebenfolgen von „1968“27
4. Fazit29
Was war „1968“?* Globale Jugendrebellion, generationeller Wandel undpostindustrielle Gesellschaft32
1. „absolute beginners“. Juvenalisierungstendenzenin den westlichen Gesellschaften38
2. Soziale Durchmischung und Individualisierung41
3. „Trau keinem über 30“? Generationsbeziehungen46
4. Autoritätsverfall und Provokationskulturin Umbruchgesellschaften49
5. Rebellion der Jugend?54
Sound der Revolte.Konsumkultur und alternativer Alltag58
1. Musik59
2. Wohnung und Unterhaltungselektronik61
3. Kleidung, Haartracht, Körperlichkeit63
4. Reisen65
5. Drogen67
6. Fazit70
Klänge, Bilder72
Starschnitt. Die Bildersprache der Bravo74
1. Sound and Vision. Der Einzug der Massenmedienin den privaten Raum74
2. Primat des Körpers. Der Star als Pin-up78
3. Leerstellen der trivialen Bilderwelt.Eigensinnige Rezeption82
4. Quellen und Literatur86
Stars der Revolte. Die Kommune 187
1. „Ein Gespenst geht um in Deutschland“:Die „subversive Medienarbeit“ der Kommune 189
2. Kollektivität und Personalisierung:Teufel und Langhans als Ikonen der Kommune 193
3. Kritik von links: „privater Exhibitionismus“und „falsche Unmittelbarkeit“98
Authentisch schwarz.Blues in der Gegenkultur um 1970104
1. Demonstrativer Antirassismus undseine Mehrdeutigkeiten106
2. Von der Ethnologie zur Aktion: „schwarzer Blues“und „weißer Blues“108
3. Wie aus Weißen „Neger“ werden110
4. Blues als revolutionäre Musik für weiße Oppositionelle113
5. Fazit119
Linker Hedonismus122
Counterculture, Kulturindustrie undlinke Szene, 1959 – 1973124
1. Massenkultur, Individuum und subkulturelle Szenen127
2. „Revolutionäre des modernen Daseins“ Antikonsumismus und Politik bei den Gammlern134
3. 1968. Der Durchbruch der Gegenkultur141
4. „Befreite Zonen“. Revolutionärer Alltagin der kapitalistischen Gesellschaft148
5. Pop und Politik in der Konsumgesellschaft159
Ästhetik des Andersseins.Subkulturen zwischen Hedonismusund Militanz, 1965 –1970162
1. „Werdet wild und tut schöne Sachen! “Gammler und die Radikalität der Bedürfnisse166
2. Steckenpferd und Pyrotechnik.Provokation durch Ironie und Militanz170
3. Im Vietkonggebiet: Befreite Zonen und ihre Verteidigung174
4. Wertewandel und „Hippide Weathermen“. Ein Fazit180
Der Wärmestrom im Marxismus und die hedonistische Linke. Gesellschaftskritik und Lebensgenuss bei Diethart Kerbs,1969 –1981183
1. Räume der Gemeinschaft. Die Begründung derGegengesellschaft auf solidarischem Verhalten185
2. Alternativer Alltag und die Grenzen der Ästhetik.Historische Spiegelungen192
3. Jenseits von Popkultur und Parteilinie. Genuss und Politik als Amalgam der Befreiung201
4. Spiel versus Ritual.Das kreative Potenzial der Linksabweichung206
Gegenkultur und alternatives Milieu214
„Einstürzende Neubauten“. Wohngemeinschaften, Jugendzentren und private Präferenzen kommunistischer „Kader“216
1. Die „strukturleitende Schicht“. Von der Provokationselite zur kritischen Gestaltungselite220
2. Selbstbestimmtes Wohnen.Von der „Kommune“ zur „Wohngemeinschaft“224
3. Freizeit ohne Kontrolle und Konsumzwang. Die Jugendzentrumsbewegung234
4. „Kulturimperialismus“ im Klassenkampf.Der private „Kader“243
5. Fazit251
Urbane Revolten, befreite Zonen. Über die Wiederbelebung der Stadt und die Neuaneignung der Provinz durch die Gegenkultur der 70er Jahre253
1. Gegenkultur als urbanes Phänomen254
2. Land gewinnen.Provinz als Paradigma reflexiver Modernität257
3. Jugendmedien und Raum261
4. „Alternativkultur“ als Rekonstruktion und Wiederaneignung der Stadt durch jugendlich geprägte Milieus264
Bildnachweis270