: James Rollins, Rebecca Cantrell
: Das Evangelium des Blutes Thriller
: Blanvalet
: 9783641125646
: Erin Granger
: 1
: CHF 8.00
:
: Spannung
: German
: 672
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein uraltes Buch erschüttert den Vatikan in seinen Grundfesten ...
Ein Erdbeben in Israel fordert Hunderte von Menschenleben - und ermöglicht den Zugang zu einem bislang unbekannten unterirdischen Tempel, der den mumifizierten Körper eines gekreuzigten Mädchens enthält. Im Sarkophag der Toten macht Archäologin Erin Granger eine brisante Entdeckung: ein Buch, geschrieben von Jesus eigener Hand, das ungeahnte Gefahren birgt und alles infrage stellt, was die Menschheit zu wissen glaubte. Erins Feinde schrecken vor nichts zurück, und eine gnadenlose Jagd nach dem Manuskript beginnt ...

Neueste Technologiekenntnisse und fundierte wissenschaftliche Fakten, genial verknüpft mit historischen und mythologischen Themen - all das macht die Abenteuerthriller von James Rollins zum einzigartigen Leseerlebnis. Der passionierte Höhlentaucher James Rollins betreibt eine Praxis für Veterinärmedizin in Sacramento, Kalifornien.

PROLOG

Frühling, 73 n. Chr.
Masada, Israel

DIE TODGEWEIHTEN LIESSEN nicht nach: Dreihundert Fußüber Eleasars Kopf sangen neunhundert jüdische Aufständische trotzig weiter gegen die römische Legion an, die vor ihren Toren stand. Die Verteidiger hatten gelobt, sicheher das Leben zu nehmen, als in Gefangenschaft zu geraten. Ihre letzten Gebete, gerichtet an den Himmel weitüber ihnen, hallten durch die Tunnel, die man in den Berg Masada getrieben hatte.

Eleasarüberließ die Verlorenen ihrem bitteren Schicksal und riss seinen Blick von der Decke des Kalksteingangs los. Er hätte gern mit ihnen zusammen gesungen und sein Leben in der letzten Schlacht geopfert. Doch er hatte eine andere Bestimmung.

Er musste einen anderen Weg beschreiten.

Er legte die Arme um den kostbaren Steinblock. Der sonnengewärmte Stein reichte von seiner Hand bis zum Ellbogen, er hatte die Länge eines Neugeborenen. Er drückte ihn an seine Brust, wappnete sich und trat in den Gang mit den grob behauenen Wänden, der ins Innere des Bergs führte. Hinter ihm wurde der Eingang verschlossen. Keine Menschenseele würde ihm folgen können. Die sieben Kämpfer, die ihn begleiteten, stapften mit ihren Fackeln voran.Mit den Gedanken waren sie wohl bei ihren Brüdern, den neunhundert Menschen auf dem sonnenüberfluteten Plateau. Die Festung stand seit Monaten unter Belagerung. Zehntausend römische Soldaten, verteilt auf riesige Lager, hatten den Tafelberg umzingelt und sorgten dafür, dass niemand heraus- oder hineinkam. Die Aufständischen hatten gelobt, erst ihren Familien und dann sich selbst das Leben zu nehmen, wenn der Gesang endete, denn sie wollten den Römern zuvorkommen. Sie beteten und bereiteten sich darauf vor, die Unschuldigen zu töten.

Das Gleiche steht auch mir bevor.

Eleasars Aufgabe lastete ebenso schwer auf ihm wie der Stein in seinen Armen. Er dachte an das, was ihn in der Tiefe erwartete. Die Gruft. Schon viele Stunden lang hatte er in dem unterirdischen Tempel gebetet, auf den Steinblöcken kniend, die so dicht aneinandergefügt waren, dass nicht einmal eine Ameise dazwischen hindurchgepasst hätte. Er hatte die glatten Wände betrachtet und die hohe, gewölbte Decke. Er hatte die akkurate Arbeit der Steinmetze bewundert, die den heiligen Ort erbaut hatten.

Schon damals hatte er es nicht gewagt, zu dem Sarkophag im Tempel aufzublicken.

Dieunheilige Krypta, die das allerheiligste Wort Gottes aufnehmen würde.

Er drückte den Stein fester an seine Brust.

Bitte, Gott, nimm diese Bürde von mir.

Dieses Stoßgebet blieb ebenso unbeantwortet wie Tausende zuvor. Die Opfer der Aufständischen auf dem Berg mussten gewürdigt werden. Ihr vergossenes Lebensblut musste einem höheren Zweck dienen.

Als er denüberwölbten Eingang zum Tempel erreichte,brachte er es nichtüber sich hindurchzuschreiten. Die Krieger drängten sich an ihm vorbei und bezogen ihre Posten. Er legte die Stirn an die kalte Wand und betete um Trost.

Er wurde ihm nicht gewährt.

Er blickte in den Tempel. Flackernder Fackelschein; Schatten tanztenüber die Steinblöcke des Deckengewölbes. In der Höhe waberte Rauch, suchte nach einem Ausgang, den es nicht gab.

Weder für den Rauch noch für sie.

Schließlich fiel sein Blick auf ein junges kniendes Mädchen, das von Kriegern festgehalten wurde. Der Anblick tat ihm in der Seele weh, doch er war entschlossen, seinen Auftrag zu erfüllen. Er hoffte, sie würde die Augen schließen, wenn es zu Ende ging.

Augen aus Wasser…

So hatte seine verstorbene Schwester diese unschuldigenAugen beschrieben, die Augen ihrer Tochter, der kleinen Asubah. Eleasar blickte seiner Nichte in die Augen.

Sie hatte noch die Augen eines Kindes, doch sie war keines mehr. Sie hatte gesehen, was ein Kind niemals sehen sollte. Und bald würde sie noch mehr sehen.

Vergib mir, Asubah.

Mit e