: Nina Gregor
: Fürsten-Roman 2435 Als er in ihre Augen sah...
: Verlagsgruppe Lübbe GmbH& Co. KG
: 9783838752303
: Fürsten-Roman
: 1
: CHF 1.80
:
: Erzählende Literatur
: German
: 64
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Mitreißender Roman um eine schicksalhafte Begegnung Als die junge Fürstin Felicia von Farenburg zu einem Skiurlaub mir ihren Freundinnen aufbricht, beschleicht ihren Mann Fürst Vincent ein ungutes Gefühl, und schon bald darauf bestätigt sich seine böse Vorahnung: Felicia kommt bei einem Lawinenunglück ums Leben. Der junge Fürst ist am Boden zerstört und versinkt vollkommen in seiner scheinbar endlosen Trauer über den Verlust seiner über alles geliebten Frau. Niemandem gelingt es mehr, zu Vincent durchzudringen. Doch dann kommt es zu einer Begegnung, die alles verändert. Die attraktive Lehrerin Sophie schafft es, Vincent aus seiner Lethargie zu befreien, und die beiden erleben zahlreiche glückliche Stunden miteinander. Doch dann beginnt Sophie zu begreifen, warum der Fürst ausgerechnet mit ihr zusammen sein will...

»Das Grüne oder doch besser das Blaue?« Felicia von Farenburg hielt beide Kleider in die Höhe.»Was denkst du, in welchem ich für mehr Furore beim Après-Ski sorgen werde?«

Sie drehte sich kokett vor dem Spiegel ihres Ankleidezimmers und schenkte dem dunkelhaarigen Mann, der lässig am Türrahmen lehnte, ein hinreißendes Lächeln.

»Ich fürchte, du wirst in beiden unwiderstehlich aussehen, Liebes«, erwiderte Fürst Vincent mit einem tiefen Seufzer.»Aber mein Favorit wäre das Grüne. Es hat exakt die Farbe deiner Augen.« Im nächsten Moment schüttelte er den Kopfüber sich selbst.»Himmel, was rede ich da? Hüll dich am besten in einen Kartoffelsack, damit meine Artgenossen keinen Blick für dich haben – obwohl ich befürchte, dass die Herren der Schöpfung dir auch dann noch zu Füßen liegen werden.«

Felicia wirbelte mit einem hellen Auflachen durch den Raum zu ihm hin und küsste ihren Mann spielerisch auf die Nasenspitze.

»Eifersüchtig?« Ihr Blick tauchte ein in das sanfte Braun seiner Augen, deren zärtlicher Ausdruck ihren Herzschlag unwillkürlich beschleunigte.

Rasch griff er zu und zog sie ungestüm an sich.

»Habe ich denn Grund dazu?«, wollte er wissen.

»Wer weiß?«, gab sie mit einem neckischen Augenaufschlag zurück, ehe sie sich mit einer sanften Drehung aus seiner Umarmung befreite.»Du machst Ulla nur unnötig Arbeit, wenn du die Kleider zerdrückst, Schatz«, tadelte sie im Tonfall der altgedienten Zofe, die schon seit Kindertagen für sie da war und es sich auch nach der Hochzeit nicht hatte nehmen lassen, an der Seite ihrer»Kleinen« zu bleiben.

Felicia hängte die Designerstücke auf einen Kleiderständer, ehe sie mit sorgenvoller Miene das bunte Durcheinander ihrer malerisch zerstreuten Garderobe musterte, das darauf wartete, in diverse Koffer gepackt zu werden. Das machte Felicia trotz Ullas Protesten am liebsten selbst, damit sie sicher war, nichts zu vergessen.

»Wie soll ich das nur alles unterbringen?«, seufzte sie gespielt bekümmert.

»Keine Sorge, Liebes, das ist dir bisher noch immer gelungen«, versicherte Vincent schmunzelnd.»Aber wenn ich dir einen Tipp geben darf: Fahrt einfach ans Meer, da braucht ihr nur ein paar hübsche Bikinis.«

»Himmel, nein, Vincent«, protestierte Felicia umgehend.»Jule und Steffi freuen sich mindestens so sehr auf die letzten heißen Abfahrten der Saison wie ich. Es wäre unmöglich, sie jetzt umzustimmen.«

»Im Ernst, warum fahrt ihr nicht lieber in den Süden? Henri würde euch sein Haus auf Elba zur Verfügung stellen«, fuhr Vincent eifrig fort.»Samt Personal und Traumjacht. Immer noch kein Interesse?«

Felicia warf ihm einen prüfenden Blick zu.

»Versuchst du mich gerade zu manipulieren?«, erkundigte sie sich.»Gib dir keine Mühe, mein Schatz, das wird dir nicht gelingen. Unsere Mädels-Reise geht schon seit zwanzig Jahren nach St. Moritz, warum nicht auch in diesem Jahr?«

Der Fürst vergrub die Hände in den Hosentaschen.

»In den letzten Tagen hört man immer wieder von Lawinen in der Umgebung …«, murmelte er unbehaglich.

»Keine Sorge, wir werden schon nicht verschüttet.« Felicia lachte, verstummte aber angesichts der tiefen Sorgenfalte auf seiner Stirn.»Es ist dir ernst, hm?«, fragte sie leise und strich ihm sanftüber die Stirn.»Du machst dir Sorgen um unsere Sicherheit? Das musst du nicht, Liebling. Julia, Stefanie und ich kennen die Gegend wie unsere Westentasche. Meine Eltern sind mit uns jeden Winter mehrmals nach St. Moritz gefahren.«

»Entschuldige, ich will dir nicht die Vorfreude verderben«, lenkte Vincent ein, zog sie dann aber so fest an sich, als wollte er sie nie wieder loslassen.

Sie hatte ja recht mit allem, was sie sagte, schaffte es aber trotzdem nicht, das ungute Gefühl zu zerstreuen, das ihn in diesem Frühjahr beschlich, sobald die Rede auf die geplante Reise der Freundinnen kam.

Am letzten Abend vor der Abreise saßen alle zusammen um die einladend gedeckte Tafel von Schloss Farenburg und schmiedeten lebhaft Pläne. Neben dem Fürstenpaar und der kleinen Charlotte, die von allen nur liebevoll Lotta genannt wurde, waren die Fürstinmutter Marie-Ann und Felicias Freundinnen Julia und Stefanie anwesend.

Alle waren bester Laune, selbst Vincent bemühte sich, sein Unbehagen zu unterdrücken, auch wenn er kaum einen Bissen anrührte und nachdenklicher als gewöhnlich wirkte.

»Möchtest du, dass ich die Reise absage?«, fragte Felicia ihren Mann.

Er stand am Fenster des Schlafzimmers, als sie aus dem Bad kam, und starrte in die dunkle Nacht hinaus.

Sie umarmte ihn zärt