: Michael Reaves
: Star Wars™ Der letzte Jedi-Ritter
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641129705
: 1
: CHF 11.70
:
: Fantasy
: German
: 576
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Er ist allein. Er hat Angst. Er gibt nicht auf.

Imperator Palpatine hat den Jedi-Rittern den Krieg erklärt. Die meisten sind tot, der Rest versteckt sich in den Randgebieten des Imperiums. Aber Jax Pavan landet mit seiner auf Coruscant stationierten Widerstandsgruppe einen Schlag nach dem anderen gegen Palpatines Schergen. Sie sind gut genug ausgerüstet, um mit jedem Gegner fertig zu werden. Jax fürchtet nur einen von ihnen – denn der Sith-Lord Darth Vader wird nicht eher ruhen, bis auch der letzte der Jedi-Ritter vernichtet wurde.

Michael Reaves erhielt für seine Drehbücher der Fernsehserie „Batman“ einen Emmy Award. Er arbeitet für Steven Spielberg und ist Autor mehrerer erfolgreicher Fantasy-Romane und Science-Fiction-Thriller, die häufig das Übernatürliche thematisieren. Reaves lebt in Los Angeles.

1. Kapitel

»Sakiyanischer RaumfrachterFernpendler erbittet Abflugfreigabe.«

I-Fünfs Imitation von Tuden Sals barscher Stimme war makellos. Niemand, der zuhörte – oder, um genauer zu sein, kein Stimmanalysescanner –, würde erkennen, dass der sakiyanische Händler in Wahrheit in einem sicheren Versteck irgendwo in dem zwielichtigen, engen Straßengewirr in der Nähe des Westhafens saß und Schändlichkeiten gegen das Imperium plante. Das heißt, niemand, abgesehen von der Besatzung derFernpendler und ihrem einzigen Passagier.

Jax Pavan, der seine Hände um den Steuerknüppel derFernpendlergeschlossen hatte, bemerkte, dass er den Atem anhielt, während er darauf wartete, dass der Flugdienstleiter des Westhafens ihrem Abreisegesuch stattgab. Er machte seiner Anspannung mit einem leisen Keuchen Luft und ignorierte das Verlangen, die Machtsinne auszustrecken, um dem Flugdienstleiter einen kleinen Schubs zu versetzen. Die Versuchung war groß, doch es war am besten, keinerlei Risiken einzugehen. Schon etwas so Unbedeutendes könnte Darth Vader auf ihre Machenschaften aufmerksam machen – zumindest, sofern Vader gegen jede Wahrscheinlichkeit tatsächlich noch am Leben war.

Jax glaubte, dass dem so war. Obgleich er die einzigartig starke Präsenz des Dunklen Lords in letzter Zeit nicht im Gefüge der Macht wahrgenommen hatte, war nur schwer vorstellbar, dass eine solche Kraft, ein solch konzentriertes Böses, einfach fort war, vorüber war,erledigt war. Und solange er Vaders Leichnam nicht mit eigenen Augen gesehen hatte, bis er seine Hände ausstrecken und ihn mit den Fühlern berühren konnte, die seine eigene Verbindung zur Lebendigen Macht darstellten, ohne eine Reaktion zu spüren …

Nun, bis es so weit war, wusste Jax, dass er nicht vorsichtig genug sein konnte – und aproposübervorsichtig sein: Dauerte das Schweigen auf der anderen Seite des Komlinks nicht ein wenig zu lange? Hatte jemand, dem die relativ neue sakiyanische Registrierung des Raumfrachters merkwürdig vorkam, das Schiff mit Jax Pavan in Verbindung gebracht?

Mache ich mir zu viele Gedanken?

»Fernpendler, Sie haben Aufstiegsfreigabe. Ihr Abflugfenster beträgt …«

Es folgte eine Pause, und wieder hielt Jax den Atem an.I-Fünf blickte ihn an und ließ zwei Leuchtelemente von links nach rechtsüber die oberen Außenränder seiner Fotorezeptoren wandern – das Pendant des Droiden zum Verdrehen der Augen.

»Zehn Standardminuten – auf mein Zeichen.«

»Aye«, sagteI-Fünf.

»Jetzt.«

»Beginnen mit Aufstieg.«I-Fünf unterbrach die Kom-Verbindung und wandte sich an Jax.»Das Schiff gehört ganz dir – und soweit ich sehen kann, ist uns kein einziger Schlachtkreuzer auf den Fersen.«

Jax ignorierte den Sarkasmus des Droiden. Seine linke Hand schob die Schubkontrolle behutsam nach vorn, während seine Rechte den Steuerknüppel hoch und dann nach hinten zog. Das Schiff, ein modifizierter corellianischer Aktion-VI-Transporter, stieg von der Andockbucht des Raumhafens in den Nachthimmel empor, der sich selbst in dieser Höhe als ein Lodern atmosphärischen Lichtsüber ihnen abzeichnete. Jax spürte das Vibrieren des Schiffs durch das Steuer, fühlte, wie es mit seinem Verlangen verschmolz, von Coruscant zu verschwinden, bis es für ihn den Anschein hatte, als würde dieFernpendler selbst mit Nachdruck darauf drängen, in den Hyperraum zu springen, bevor sie auch nur die Atmosphäre hinter sich gelassen hatten.

Der Himmel veränderte sich, hellte sich zu Zwielicht auf, zur Morgendämmerung, zum helllichten Tag, um dann wieder zu Abenddämmerung und Zwielichtüberzugehen, als sie schließlich ins leere Schwarz des Weltalls aufstiegen. Sie sahen keine Sterne – der glorreiche Schein der Nachtseite des Stadtplaneten genügte, um selbst den nahe gelegenen Sternennebel des Kerns vollends zuübertünchen.

I-Fünf schickte mit Tuden Sals harscher Stimme eine letzte Nachricht an die Flugkontrolle:»Fernpendler unterwegs.«

»Aye, guten Flug.«

Der Droide deaktivierte das Komlink, und Jax steuerte das Schiffüber Orbitalebene, passte den Kurs an und programmierte den Autopiloten mit ihren ersten Sprungkoordinaten. Dann lehnte er sich zurück, um den Kopf klar zu bekommen. Er spürte eine Berührung – im Bewusstsein und am Arm. Laranth! Er drehte den Kopf, um zu ihr aufzuschauen.

Laranth grinste ihn an – oder zumindest verzog sie ihr Antlitz zu etwas, das einem Grinsen so nahekam, wie es ihr nur möglich war. Ein Winkel ihres Mundes war mindestens einen Millimeter nach oben gezogen.»Nervös, hm?«, fragte sie.»Ich konnte deine Anspannung bis in die Waffenbucht spüren.«

»Was hast du da unten getrieben?«

»Ein Gefühl für den ne