: Hans Ulrich Hecker, Kay Liebchen, Hans Michael Koch, Ansgar Thomas Römer
: Hans Ulrich Hecker, Kay Liebchen
: Aku-Taping Akupunkturpunkte, viszerale und myofasziale Triggerpunkte
: Haug
: 9783830477877
: 1
: CHF 63.30
:
: Ganzheitsmedizin
: German
: 264
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB/PDF
Lesen, sehen, tapen! Synergien nutzen - mit einem überzeugenden Therapieansatz, der Akupunktur, Triggerpunkte und Taping miteinander verbindet. Dieses Werk stellt Ihnen die Praxis des Aku-Tapings gut nachvollziehbar und ausführlich illustriert dar. Basis sind die Grundsätze der Chinesischen Medizin: beim Tapen werden die Akupunkturpunkte zusätzlich zu den gestörten Muskel- und Gelenkfunktionen berücksichtigt. Auch die Triggerpunkte der schmerzhaften Muskulatur sind bebildert und beschrieben. Übersichtlich gestaltete Doppelseiten zeigen im Hauptteil zu jedem Muskel - das Tape, - die Triggerpunkte und - wichtige Akupunkturpunkte. Eine leicht umsetzbare Regulationstherapie!

1 Aku-Taping


Hans-Ulrich Hecker, Kay Liebchen

Aku-Taping ist eine Therapiemethode, die Akupunktur und Taping miteinander verbindet. Das Anwendungsgebiet reicht dabeiüber das Tapen des Bewegungsapparats hinaus und schließt unter Berücksichtigung der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten der Chinesischen Medizin das Tapen von Akupunkturpunkten und Leitbahnen mit ein. Zusätzlich zu den Eigenschaften und Wirkmechanismen des Tapings werden die Indikationen und Kontraindikation der Therapie besprochen. Es wird ein umfassenderÜberblicküber das Material, die Taping-Formen sowie den Verlauf der verschiedenen Leitbahn-Tapes dargestellt.

1.1 Was ist Aku-Taping?


Der Begriff Aku-Taping setzt sich zusammen aus Aku, der Abkürzung fürAkupunktur, undTaping (engl.tape = Band). Er verweist darauf, dass aus der Verbindung von Akupunktur und dem sogenannten Tapen eine neue therapeutische Methode entwickelt wurde. Die Herausgeber und Autoren dieses Buches haben den BegriffAku-Taping im Jahre 2005 eingeführt und stellten ihn in ihrem BuchAku-Tapingsanft gegen den Schmerz (Hecker u. Liebchen 2005) einer breitenÖffentlichkeit vor.

Aku-Taping ist eine Weiterentwicklung des sogenannten kinesiologischen Tapings, das 1973 vom japanischen Arzt und ChirotherapeutenKenzo Kase zur Schmerzlinderung und Verletzungsprophylaxe im Leistungssport entwickelt wurde. Abweichend von herkömmlichen, starren Tapemethoden klebte Kase ein elastisches Tapeüber die Muskulatur. Die Dehnbarkeit der Tapes war dabei die wesentliche Neuerung. Sie bewirkt, dass die physiologische Bewegung auch angrenzender Gelenke gefördert anstatt gehemmt wird. Das kinesiologische Taping wird im Wesentlichen bei Störungen im Bereich des Bewegungsapparats angewandt. Die Tapes werden direkt im Bereich schmerzender Muskeln, Bänder und Gelenke aufgeklebt.

Aku-Taping hingegen erweitert das Anwendungsspektrum des Tapings weitüber den Bewegungsapparat hinaus. Grundlegend hierfür ist eine vorausgehende Untersuchung nach den Regeln derChinesischen Medizin undAkupunktur sowie den Erkenntnissen derManuellen Medizin undOsteopathie. Ausgehend von dieser Diagnostik werden z. T. auch Tapes auf Körperareale geklebt, die vom Patienten selbst nicht als gestört empfunden werden, jedoch in ihrer Funktion beeinträchtigt sind. Somit kann von einer eigenständigen Methode gesprochen werden. Therapeutisch kann das Aku-Taping bei allen Indikationen eingesetzt werden, bei denen auch eine Akupunkturbehandlung aussichtsreich erscheint.

Am Beispiel der Behandlung von Kopfschmerzen kann man die unterschiedliche Herangehensweise der verschiedenen Taping-Ansätze gut erkennen. Daskinesiologische Taping sucht bei Kopfschmerzen nach gestörten Muskel- und Gelenkfunktionen und trägt die Tapesüber den verspannten oder blockierten Arealen auf. DasAku-Taping schließt zusätzlich noch die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten der Chinesischen Medizin mit ein. Nach chinesischenÜberlegungen können Kopfschmerzen durch verschiedene Syndrome bedingt sein, z. B. durch aufsteigendes Leber-Yang, eine Leber-Qi-Stagnation oder den Kopf blockierenden Schleim. Nach diesen diagnostischen Kriterien werden zusätzlich Tapesüber entsprechende Akupunkturpunkte oderüber ganze Leitbahnen geklebt. Aku-Taping ist mittlerweile weit verbreitet und wird im Rahmen der naturheilkundlichen Ausbildung im Medizinstudium an verschiedenen Universitäten gelehrt.

1.1.1 Wirkrichtungen des Aku-Tapings


Die Basis des Aku-Tapings bilden dieÜberlegungen der Chinesischen Medizin, insbesondere der Akupunktur. Ausgehend von diesenÜberlegungen kann sowohl dasÜberkleben vonLeitbahnen als auch dasÜberkleben einzelnerAkupunkturpunkteähnliche Effekte auslösen wie die Akupunktur selbst. Im Unterschied zur Akupunktur kommt es beim Aku-Taping nicht zu einer Verletzung der Haut. Die Beeinflussung tieferer

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