: Sarah Bosse
: Reiterferien auf Ponyhof Mühlental - Sammelband 3 in 1 Band 1: Du schaffst das, Anna! - Band 2: Fass dir ein Herz, Anna - Band 3: Anna gibt nicht auf
: Coppenrath Verlag
: 9783649618034
: 1
: CHF 7.10
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: Kinderbücher bis 11 Jahre
: German
: 250
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Für alle Pferdefans: Der Ponyhof Mühlental Sammelband Anna ist aus dem Häuschen, als ihre Eltern einen Hof im Münsterland kaufen. Und wie schön, dass Luisa, die Tochter der Tierärztin, Pferde genauso liebt wie sie! Gemeinsam mit ihrer neuen Freundin erkundet Anna das Leben auf Ponyhof Mühlental. Doch schon bald wird ihre ausgelassene Stimmung gedämpft, denn es tauchen die ersten Probleme in der Schule auf. Ob Anna die Situation meistern kann? Das eBook beinhaltet die folgenden Bände: Band 1: Du schaffst das, Anna! Band 2: Fass dir ein Herz, Anna Band 3: Anna gibt nicht auf.

Geboren wurde ich 1966 in Düsseldorf, aber ich lebe schon seit 1975 im Münsterland. Schon als kleines Kind entdeckte ich meine Leidenschaft für Bücher. Spannende Geschichten und schöne Gedichte begleiteten mich stets auf meinem Lebensweg. Ein Glück für mich, dass meine Mutter lange Zeit in Billerbeck eine Buchhandlung führte! So ist es auch kein Wunder, dass ich nach dem Abitur... na, was wohl? Richtig: Germanistik studierte (in Münster übrigens) und außerdem auch Skandinavistik, weil ich nämlich eine Vorliebe für die Länder im Norden habe, für ihre Landschaften, ihre Menschen, ihre Literatur und ihre Sprachen. So kam es auch, dass ich schon während des Studiums für verschiedene Verlage als Übersetzerin für schwedische Kinder- und Jugendliteratur arbeitete. Mit der Übersetzung von Rollenspiele von Hans Olsson war ich 1997 für den Deutschen Jugend-Literaturpreis nominiert. Durch diese Arbeit habe ich entdeckt, wieviel Spaß mir die Schreiberei für die Kids macht. Seit meinem Examen 1993 arbeite ich als freie Kinderbuchautorin und Übersetzerin und habe mittlerweile über 100 Bücher veröffentlicht (und außerdem auch schon mal was fürs Fernsehen geschrieben). Ich habe übrigens einen Sohn, der mir längst über den Kopf gewachsen ist, ich lese immer noch leidenschaftlich gern, treibe viel Sport, und reise auch schon mal in der Welt herum.

Da war es wieder. Anna spürte ganz deutlich dieses merkwürdige Kribbeln im Bauch. Wenn sie das Robert, ihremälteren Bruder, anvertrauen würde, hätte der sicher nur ein spöttisches Grinsen für sieübrig. Vielleicht spürt Robert das Kribbeln ebenso, dachte Anna, schließlich ist für ihn auch alles neu. Aber das würde er natürlich niemals zugeben. Jungs in dem Alter sind so. Die sind immer einfach nur abgebrüht und cool. Außerdem hatte Robert sowieso nur seine Musik im Kopf. Was kümmerte ihn da, was um ihn herum geschah?

Natürlich, den Hof im Mühlental kannte Anna ja schon lange, denn er gehörte früher Mamas Bruder Martin, dem Maler, dem es im Münsterland zu kalt war. Deshalb hatte er seiner Schwester den elterlichen Hof vor einigen Monatenüberlassen und war nach Gran Canaria gezogen, um dort Bilder mit viel Sonne drin zu malen.

Schon bei ihren früheren Besuchen hatten Anna und Robert jeden Winkel des Gehöfts erkundet. Hier kannten sie sich gut aus. Aber jetzt selbst auf diesem Hof zu leben, das war etwas ganz anderes! Auch wenn Anna mit ihrer Familie bereits seit zwei Wochen hier wohnte, war doch immer noch alles rund um sie herum neu, vor allem die Gerüche und die Geräusche. Daher das Kribbeln.

Doch wenn Anna ganz ehrlich zu sich selbst war, dann gab es heute noch einen anderen Grund dafür, dass das Kribbeln wieder stärker wurde. Der Grund hieß Luisa.

Luisas Mutter Adelheid war Tierärztin und eine gute Freundin von Annas Mutter Isabel. Als Annas Familie sich entschloss den Hof im Mühlental zuübernehmen, war die Idee gewachsen, den alten Kornspeicher zu renovieren. Adelheid wollte dort eine Tierarztpraxis eröffnen.

Nun war es so weit. Das Werk war vollbracht. Das alte Backsteinhaus mit seiner Fachwerkfassade erstrahlte in neuem Glanz. Mit dem Haupthaus, den Stallungen und der alten Scheune, die nun zur Reithalle umfunktioniert worden war, schmiegte es sich zwischen die sanften Hügel der Baumberge.

Heute würde Adelheid einziehen und mit ihr Luisa. Anna und Luisa hatten sich früher einige Male gesehen. Anna musste zugeben, dass sie sich gut verstanden hatten, und deshalb freute sie sich zuerst auch, als sie hörte, dass Luisa in den alten Speicher ein ziehen würde.

Doch jetzt, da der Tag gekommen war, beschlich sie ein sonderbares Gefühl. Sie würden zusammen auf einem Hof leben und das bedeutete, dass sie zukünftig viel Zeit miteinander verbrachten. Wer wusste schon, ob sie sich auch dann noch gut verstanden, wenn sie sich ständig sahen? Anna war sich nicht im Klaren, ob sie sich freuen oder fürchten sollte. Vielleicht tat sie beides zugleich.

Als der große Umzugstransporter die abschüssige Zufahrt ins Mühlental herabgerumpelt kam, verschwand Anna im Haus. Lieber wollte sie sich erst einmal alles aus der Ferne angucken.

Die Seitenwände des Lkw streiften die Bäume, die rechts und links des Weges wuchsen, und Blätter flogen wild durch die Luft. Auch ein dunkelbraunes Huhn, das am Wegesrand nach Würmern gepickt hatte, flatterte aufgeregt davon.

Wie ein Wirbelwind kommt sie in unser Tal gesaust, dachte Anna und wartete auf den Moment, da Luisa aus dem Kombi steigen würde, der dem Lastwagen vorausfuhr.

Ihre Eltern standen natürlich längst im Hof, um Adelheid und ihre Tochter zu begrüßen. Auch Robert hatte sich breitschlagen lassen, seine Gitarre wegzulegen und beim Möbelschleppen zu helfen. Die Hände tief in seinen Hosentaschen vergraben, stand er etwas gelangweilt neben seinen Eltern. Inzwischen wurde das Kribbeln beinahe unerträglich.

Anna zwirbelte sich nervös den Gardinenzipfel um den Finger, als Luisa endlich aus dem Wagen sprang und den Eltern fröhlich entgegenhüpfte. Sie redeten kurz miteinander, dann zeigte Annas Mutter zum Haus. Bestimmt hatte Luisa nach ihr gefragt!

Kribbeln hin, Kribbeln her, jetzt muss ich rausgehen!, schoss es Anna durch den Kopf. Bevor sie aus der Haustür trat, holte sie noch einmal tief Luft.

„Da ist sie ja!“, hörte sie ihre Mutter sagen und bemerkte, wie alle zu ihr hinübersahen. Jetzt fühlte sich das Kribbeln an wie das Rattern eines Presslufthammers. Möglichst lässig versuchte Anna die drei Stufen zum Hof hinunterzuschlendern und stolperte promptüber Fridolin. Der schwarze Kater kreischte kurz auf und suchte dann mit einem Riesensatz das Weite.

Anna spürte, wie ihr das Blut in den Kopf stieg. Was für ein saublöder Start! Hauptsache, sie lachen mich jetzt nicht aus!

Plötzlich stand Luisa neben ihr und reichte ihr die Hand, um ihr auf die Füße zu helfen.„Na, das war aber nicht nötig, dass du vor mir auf die Knie fällst“, sagte sie und grinste breit.„Ein einfaches‚Hallo, Luisa' hätte auch genügt. Du hast dir doch nicht wehgetan?“

Anna klopfte sich mit beiden Händen den Staub von den Jeans.„Nix passiert. Die Hose ist auch noch heil. Hoffentlich hat Fridolin nichts abgekriegt.“ Luisa winkte ab.„Mach dir mal um den keine Sorgen. So Katzen sind hart im Nehmen.“

Anna zuckte die Schultern.„Ich hab ihn sowieso im Verdacht, dass er mir manchmal absichtlich in den Weg läuft, um mich zuärgern.“

Luisa lachte.„Siehst du, dann ist er selber schuld.“

„Anna, Luisa, kommt, es geht los!“, rief Rolf, Annas Vater.„Wir wollen doch heute fertig werden!“

Luisa verdrehte die Augen.„Dass die Erwachsenen immer solch einen Stress machen müssen! Hilfst du mir mein Zimmer einzuräumen?“

„Klar!“, rief Anna.

„Abe